Luftrettung im Gebirge ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Große Höhen, extreme Temperaturunterschiede, steiles Gelände und ein Wetter, das sich schlagartig ändern kann, sind die Rahmenbedingungen, für die Mensch und Maschinen gerüstet sein müssen. Die ARA Flugrettung, die zur DRF Luftrettung gehört, ist diesen Anforderungen gewachsen.
2011 feierte die ARA-Flugrettungs GmbH ihr zehnjähriges Bestehen. Die österreichische Flugrettungsorganisation, betreibt zwei Stationen mit Notarzthubschraubern: Fresach (Kärnten) und Reutte (Tirol).
Im Unterschied zu den vielen österreichischen Hubschauberstationen, die nur während der Skisaison betrieben werden, sind die Besatzungen der ARA Flugrettung an 365 Tagen im Jahr von 7 Uhr bis Sonnenuntergang im Einsatz. Denn auch im Sommer werden die Flugretter häufig zu Notfällen im Gebirge gerufen, bei denen Menschen schnelle Hilfe benötigen. Notfallrettung in den Alpen ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die an Mensch und Maschine hohe Herausforderungen stellt. Piloten, die bei der ARA Flugrettung fliegen möchten, müssen über eine Flugerfahrung von minestens 2.500 Stunden verfügen.
Außerdem muss jeder Pilot eine Gebirgs- und Außenlastberechtigung nachweisen, die zehn Flugstunden Hochgebirgserfahrung und 100 Landungen in den Bergen verlangt. Im Gebirge gibt es aufgrund der Thermik und des Geländeprofils stärkere Auf- und Abwinde als im Flachland.
Seile von Seilbahnen oder Lawinensprengseile erfordern eine erhöhte Aufmerksamkeit im Flug. Darüber hinaus haben fast alle Landeplätze ein Gefälle. Den Grad der Neigung aus der Luft einzuschätzen, ist anspruchsvoll und bedarf viel Erfahrung. Da es bei Hochgebirgseinsätzen auf jedes Crewmitglied ankommt, fliegt die ARA Flugrettung stets mit Pilot, Hems Crew Member/Winchoperator, Notarzt und Flugretter.
Ist eine Landung am Einsatzort nicht möglich, wird ein alpines Bergeverfahren mittels Rettungswinde durchgeführt. Aus diesem Grunde sind die Notarzthubschrauber aus Reutte und Fresach mit einer Rettungswinde ausgerüstet. Die Windenrettung bietet im Vergleich zu einer Taubergung zahlreiche Vorteile: Die Winde ist fest montiert, das Fixtau muss für jeden Einsatz an- und wieder abgebaut werden, was Zeit kostet.
Das Tau hat eine fixe Länge, das Seil der Winde hingegen kann flexibel angepasst werden. RK-1 aus Fresach und RK-2 aus Reutte sind übrigens die einzigen Hubschrauber in der Flugrettung Österreichs, die mit einer Winde ausgerüstet sind. Im Herbst 2011 hat die ARA Flugrettung in Kärnten außerdem das bisherige Hubschraubermuster durch leistungsfähigere Maschine vom Typ BK 117-C1 ersetzt.
Station Fresach
Station Reutte
Notfallrettung in Österreich
Der Hubschrauber als schneller Notarztzubringer
Hubschrauberlandeplätze