Noch Ende der 60er Jahre galt die Luftrettung in der Öffentlichkeit als unnötig, zu teuer und übertrieben. Und das, obwohl selbst ein bodengebundener Rettungsdienst praktisch nicht existierte. Mit zunehmender Massenmotorisierung stieg die Zahl der Verkehrstoten 1970 auf einen Rekord von fast 20.000.
Am 3. Mai 1969 wurde der achtjährige Björn Steiger auf dem Weg vom Schwimmbad nach Hause von einem Auto angefahren. Sofort und immer wieder wurden nach dem Unfall Polizei und Krankenwagen alarmiert. Trotzdem dauerte es beinahe eine Stunde bis endlich der Krankenwagen eintraf. Björn war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu helfen. Er starb wenige Tage vor seinem neunten Geburtstag während des Transports ins Krankenhaus. Björns vermeidbarer Tod legte Mängel im deutschen Rettungswesen bloß.
Noch im Mai 1969 gründeten Björns Eltern die Björn-Steiger-Stiftung e. V. mit dem Ziel, die Rettungskette zu beschleunigen, Notfall-Meldeeinrichtungen zu installieren und die Qualität des Rettungswesens zu erhöhen.
Auf Initiative der Björn Steiger Stiftung e.V. wurde am 06. September 1972 die DRF (Deutsche Rettungsflugwacht e.V.), die heutige DRF Luftrettung, gegründet. Beide Organisationen sind jedoch juristisch und personell unabhängig voneinander.
Am 19. März 1973 begann die DRF (Deutsche Rettungsflugwacht e.V.) mit einem Rettungshubschrauber für den Großraum Stuttgart den Einsatzbetrieb.
An 31 Stationen setzt die DRF Luftrettung heute in Deutschland, Österreich und Dänemark rund 50 Hubschrauber für Notfalleinsätze und den Transport von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein, an acht Standorten sogar rund um die Uhr. Alle Hubschrauber sind optimal für die Versorgung von Notfall- und Intensivpatienten ausgerüstet. 2012 leistete die DRF Luftrettung 38.748 Einsätze.