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Pilot im Gespräch

Herausforderung Küste

Das Fliegen über dünnbesiedeltes Land, übers Meer und entlang der Küste ist etwas ganz Besonderes. Hier muss ein Hubschrauber-Pilot subtile Landeplätze, starke Winde und widrige Wetterbedingungen einschätzen können.

Pilot der DRF Luftrettung Dietmar Hohnholz

Dietmar Hohnholz, Pilot an der Rendsburger Station

Dietmar Hohnholz, Pilot an der Rendsburger Station, gibt Auskunft. Er fliegt im Herzen Schleswig-Holsteins und ist auf Rettungshubschrauber "Christoph 42" im Einsatz.

Unsere Frage: Sie decken mit "Christoph 42" das mittlere Schleswig-Holstein ab. Fliegen Sie auch Einsätze zu den nordfriesischen Halligen und Inseln?

Dietmar Hohnholz: Ja, denn auf den meisten Inseln gibt es nur eine ärztliche Grundversorgung, auf den Halligen gar keine. Auf den Inseln und Halligen wurden feste Landeplätze definiert. Feuerwehren, Polizei und Halligbewohner haben wir extra geschult, damit die Sicherheit aller Beteiligten bei Start und Landung gewährleistet ist.

Unsere Frage: Landen Sie bei Ebbe auch im Wattenmeer oder am Strand?

Dietmar Hohnholz: Wenn es für die optimale Versorgung des Patienten erforderlich ist – ja. Nur so ist ein schonender Patiententransport ans Festland möglich. Der Landeplatz will jedoch gut gewählt sein. Hierbei achten wir darauf, dass der Untergrund nicht zu weich ist. Außerdem stelle ich aus Sicherheitsgründen die Triebwerke bei einer Landung im Watt nie aus.

An der Küste herrschen besondere Bedingungen bei Start und Landung

Umstehende Personen sollten einen besonders großen Sicherheitsabstand zum Hubschrauber einhalten und die Augen schützen. Die Rotoren wirbeln den Sand ähnlich wie bei einem Sandstrahlgebläse auf.

Unsere Frage: Welche Auswirkungen hat das Wetter an der Küste aus das Fliegen?

Dietmar Hohnholz: Die Wetterlagen können sich schlagartig ändern und bei einsetzendem Starkregen geht der Horizont schnell verloren. Daher hat die Wetterbeobachtung während der Einsätze eine hohe Priorität.

Unsere Frage: Bereitet es Schwierigkeiten in abgelegenen Gebieten einen Einsatzort, zum Beispiel einen kleinen Bauernhof, schnell zu finden?

Dietmar Hohnholz: Über die Leitstelle bekommen wir die Adresse oder die Koordinaten eines georteten Handys als digitalen Punkt in unserem Navigationssystem angezeigt. 

Im ländlichen Gebiet dient der Hubschrauber als schneller Notarztzubringer

Diese Angaben sind inzwischen sehr genau. Zur Sicherheit haben wir immer auch Straßenkarten mit an Bord. Zusätzlich orientieren wir uns an markanten Punkten wie Bahnstrecken, Straßen oder Gewässern.

Unsere Frage: Was beeindruckt Sie am meisten beim Fliegen an der Küste?

Dietmar Hohnholz: Ich fliege besonders gerne über die blühenden Rapsfelder. Das Farbspiel von Gelb, Grün und dem Blau der Meere gefällt mir wahnsinnig gut.

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin guten Flug mit "Christoph 42".

Weitere Informationen:

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