KITS
Häufige Erkrankungen
Zahlreiche Erkrankungen können eine ECMO-Therapie erforderlich machen. Die beiden häufigsten Krankheitsbilder, die direkt oder indirekt zu einem schweren Lungen- oder Kreislaufversagen führen, sind:
1. Neugeborene mit angeborener Fehlbildung der Lunge (z.B. Zwerchfellhernie), Ursache für ca. 60% der Transporte
2. Mekonium-Aspiration (MAS), Lungenentzündung (Pneumonie) Ursache für ca. 20% der Transporte
Weitere Krankheitsbilder
Lungenversagen bedeutet, dass die Sauerstoffaufnahme in den Lungenbläschen nicht ausreichend funktioniert, um das Blut mit Sauerstoff zu sättigen. Die Folge ist eine Sauerstoff-Mangelversorgung der Gewebezellen. Der Sauerstoffmangel und die dadurch bedingte Übersäuerung des Blutes (Azidose) führen nicht selten zum Kreislaufversagen und zum Tod.
Erkrankungen im Kindesalter, die häufig mit einem schweren Lungenversagen einhergehen:
- Angeborene Fehlbildungen der Lunge, z.B. durch Zwerchfelldefekte in der Embryonalentwicklung (Zwerchfellhernie) oder beeinträchtigtes Lungenwachstum durch kindliche oder mütterliche Erkrankungen in der Schwangerschaft.
- Infektion der Lunge (Lungenentzündung) oder schwere Allgemeininfektionen (Sepsis = Blutvergiftung durch Krankheitserreger), die zur systemischen Entzündungsreaktion führen können.
- Eindringen von Mekonium ("Kindspech " = Darminhalt aus abgestoßenen Darmepithelien, verschlucktem Fruchtwasser, Haaren und Gallenbestandteile beim Feten") in die Lunge des Feten oder Neugeborenen durch heftige Atemzüge vor oder unmittelbar unter der Geburt (Mekoniumaspirationssyndrom). Häufig bei Notsituationen des Kindes im Mutterleib bei gleichzeitigen Abgang von Mekonium in das Fruchtwasser.
- Angeborener oder erworbener Mangel an "lungenstabilisierenden Faktoren (Surfactant)" z.B. bei Frühgeborenen (Atemnotsyndrom).
- Persistierende Pulmonale Hypertension beim Neugeborenen (PPHN = Lungenhochdruck durch Gefäßengstellung der Lungengefäße). Dadurch Unvermögen des Neugeborenen den Blutkreislauf auf die Bedingungen des extrauterinen (außerhalb des Mutterleibes) Lebens umstellen zu können.
- Zerreißen von Lungenbläschen mit Austritt von Atemgas in das Lungenbindegewebe (pulmonalinterstitielles Emphysem) und gegebenenfalls teil- oder vollständiger Kollaps der Lunge (Pneumothorax).
- Eindringen von Flüssigkeiten (Aspiration) in die Lunge. Häufig Magensaft, Erbrochenes oder Blut beim Ausfall der Schutzreflexe (Husten), z.B. Bewusstlosigkeit.
- Ertrinkungsunfall, traumatische Schädigung der Lunge durch Rauchgase, giftige Substanzen oder direkte Gewalteinwirkung (Quetschung).