Bei der DRF Luftrettung kommt seit Anfang 2005 eine medizinische Datenbanksoftware zum Einsatz, mit der die Einsatzdaten der Hubschrauber- und Ambulanzflüge detailliert erfasst werden. Ziel ist es, die Arbeitsprozesse in der Luftrettung weiter zu optimieren.

In der Testphase in 2003 und 2004, an der die DRF Luftrettung mit ihren Stationen Friedrichshafen, Freiburg und Ochsenfurt sowie die Stationen der Bundespolizei in Frankfurt und Kassel teilgenommen hatten, hat sich das System bewährt. Ziel der Einführung war es, einheitliche Datensätze für die medizinische Qualitätssicherung herzustellen. Die statistischen Daten können auch in wissenschaftliche Projekte und medizinische Studien einfließen, die die Strukturen des Rettungsdienstes analysieren. Darüber hinaus werden die einsatztaktischen Daten bei der DRF Luftrettung auch intern analysiert, um beispielsweise herauszufinden, wie die Hubschraubereinsätze in den Einsatzgebieten verteilt sind. So kann die Versorgungssituation der Patienten in bestimmten Regionen ausgewertet und Optimierungspotentiale herausgearbeitet werden.
Die Besatzungen geben in das System ihre Einsätze ein, alle Daten werden zentral gespeichert. Die erhobenen Informationen können nach verschiedenen Kriterien aufgeschlüsselt und analysiert werden. Die Auswertungen erlauben einen Überblick beispielsweise über durchschnittliche Anflugkilometer zum Einsatzort, die Altersstruktur der Patienten oder die Art der Erkrankungen bzw. Verletzungen. Dokumentiert wird unter anderem auch, welche Leitstelle zum Einsatz angefordert hat und welches Rettungsmittel zuerst am Einsatzort eingetroffen ist.
Interessant ist beispielsweise ein Blick auf die Transportdistanzen. Erhebungszeitraum: 1. Halbjahr 2008.

Die Grafik zeigt, dass der Mannheimer Hubschrauber der DRF Luftrettung im 1. Halbjahr 2008 seine Notfalleinsätze überwiegend in einem Radius von 20 bis 30 km geflogen ist. Intensivtransporte leistete „Christoph 53“ überwiegend in einem Umkreis von 30 und 50 km.
Bei der Altersverteilung der Patienten (PDF) lagen im 1. Halbjahr 2006 die 71- bis 80 Jährigen vorn.

Noch steckt die Dokumentation von Einsatzdaten bei den meisten bodengebundenen Rettungsdiensten in den Kinderschuhen. Die Luftrettungsorganisationen sind in Deutschland schon ein Stück weiter, denn sie haben sich zur flächendeckenden elektronischen Dokumentation ihrer Notarzteinsätze verpflichtet. Im Sinne der Weiterentwicklung des gesamten Rettungsdienstes führt jedoch langfristig kein Weg an einer Zusammenlegung von Daten aller luft- und bodengebundenen Rettungseinsätze vorbei, die gemeinsam ausgewertet werden müssen.