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Projekte

Innovative Lösungen zu wichtigen Themen

Hier stellen wir Ihnen einige ausgewählte Projekte der DRF Luftrettung vor.

Notarzt für Kinder – NOKI

Die Gründerin des Vereins "Sternschnuppe e.V." Julia von Seiche-Nordenheim

Das Gemeinschaftsprojekt der HDM Luftrettung gemeinnützige GmbH, des Vereins Sternschnuppe e.V. und der Uniklinik Regensburg wurde im Mai 2005 ins Leben gerufen. Ziel ist es, die notfallmedizinische Versorgung lebensbedrohlich erkrankter oder verletzter Kinder in Ostbayern zu verbessern. Der Rettungs- und Intensivtransporthubschrauber der DRF Luftrettung „Christoph Regensburg” ist rund um die Uhr einsatzbereit und mit Notärzten und Rettungsassistenten besetzt, die von Kindernotfallmedizinern speziell geschult wurden, um eine notfallmedizinische Maximalversorgung bei Kindern sicherzustellen. Die Rettungsleitstellen alarmieren NOKI zum Beispiel bei Meldebildern wie Polytrauma, Reanimation, Schädel-Hirn-Trauma oder bei Ertrinkungsunfällen.

 

Kleine Herz-Lungen-Maschine

Foto: Klinikum Regensburg

Seit März 2006 kann die Besatzung des Regensburger Hubschraubers der DRF Luftrettung Verlegungen zwischen Kliniken mit einer transportablen Mini-Herz-Lungen-Maschine durchführen. Herkömmliche Herz-Lungen-Maschinen sind etwa 1,5 m lang und bis zu 200 kg schwer und damit für den mobilen Einsatz ungeeignet. Das neue, knapp 30 kg schwere Gerät eröffnet die Möglichkeit, schwerstkranke Patienten, die bisher als nicht transportfähig galten, schnell und sicher in eine Klinik der Maximalversorgung zu verlegen. Der Patient wird an das System über zwei Leistenkanülen angeschlossen, der Brustkorb muss nicht geöffnet werden.

Neu ist, dass eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe aus Anästhesisten, Herzchirurgen und der Abteilung Kardiotechnik der Uniklinik Regensburg darüber entscheidet, welche Patienten mit Hilfe des neuen Systems im Hubschrauber transportiert werden. Der Hubschrauberbesatzung gehört bei diesen Einsätzen neben dem Piloten, dem Notarzt und dem Rettungsassistenten zusätzlich ein Kardiotechniker an, der die Mini-Herz-Lungen-Maschine bedient. Das Team benötigt keine längere Vorlaufzeit für seine Einsätze als bei Interhospitaltransfers von Intensivpatienten.

 

Koordinierung von Intensivtransporten in Baden-Württemberg

Vom 1. November 2004 bis zum 31. Oktober 2005 testeten die DRF Luftrettung und das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Stuttgart, den Einsatz eines speziellen Intensivtransportwagens (ITW) für arztbegleitete Interhospitaltransporte in der Region Stuttgart. Notfalleinsatzfahrzeuge werden durch Intensivtransporte für relativ lange Zeit blockiert – nicht selten mehrere Stunden. Der ITW sollte die Einsatzfahrzeuge hier entlasten.

Disponiert wurde der mit modernsten Medizingeräten der DRF Luftrettung ausgestattete ITW gemeinsam mit dem Stuttgarter Hubschrauber „Christoph 51” über die Alarmzentrale (Mission Control Center MCC) der DRF Luftrettung. Besetzt wurde der ITW ausschließlich mit intensivmedizinisch langjährig erfahrenen Fachärzten aus den Fächern Anästhesiologie und Innere Medizin unter der ärztlichen Leitung von Dr. E. Kehrberger, Paracelsus-Krankenhaus Ruit. Diese Klinik war als weiterer Projektpartner besonders bei der Sicherstellung der ärztlichen Besetzung engagiert. Das System hat sich in der Testphase bewährt, insbesondere die gemeinsame Koordination von luft- und bodengebundenen Intensivtransport-Systemen.

Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt fanden auch in der Planung eines Intensivtransportkonzeptes des Landes Baden-Württemberg Berücksichtigung. Zum 1. Mai 2008 hat die Zentrale Koordinierungsstelle (ZKS) mit Sitz am Operation-Center der DRF Luftrettung in Rheinmünster ihren Betrieb aufgenommen. Einsatzleiter von DRK und DRF Luftrettung sorgen für die Durchführung der Einsätze von drei Intensivtransporthubschraubern (ITH) der DRF Luftrettung (Stuttgart, Mannheim und Freiburg) und vier Intensivtransportwagen verschiedener Rettungsdienstorganisationen (Stuttgart, Freiburg, Mannheim, Ulm). Mehr Informationen zur ZKS

 

Software zur Verwaltung von Medizingeräten

Nach einer Testphase an zwei Stationen hat die DRF Luftrettung mittlerweile an fast allen deutschen Stationen eine Software eingeführt, die die Verwaltung der medizintechnischen Geräte erheblich erleichtern soll. Über das Modul können die Mitarbeiter an den Stationen zum Beispiel Gerätestörungen elektronisch melden und erhalten dann Rückmeldung über den Stand der Reparatur. Darüber hinaus vermittelt die Software einen Überblick, welche Notärzte und Rettungsassistenten für welche Geräte eine Einweisung gemäß dem Medizinproduktegesetz erhalten haben.

Das System ermöglicht das Führen des gesetzlich vorgeschriebenen Bestandsverzeichnisses in einer digitalen zentralen Datenbank sowie eine effiziente Kontrolle über die Einhaltung der Gesetze, Betreiberverordnungen und Sicherheitsplanverordnungen für Medizinprodukte. Die Software bietet auch ein Auswertungstool, mit dem dokumentiert werden kann, welche Geräte besonders stark bzw. nur wenig störanfällig sind, ob die Störungen herstellerspezifisch sind und wie viel die Reparaturen kosten.

 

Test von Medizinprodukten und -technik

Ziel der DRF Luftrettung ist es, Patienten optimal zu versorgen und dazu modernste Geräte und Verfahren einzusetzen. Um die medizinische Ausstattung ihrer Hubschrauber und Ambulanzflugzeuge kontinuierlich zu verbessern, schafft die DRF Luftrettung immer wieder Medizinprodukte der neuesten Generation an. Vor dem Einsatz in allen Hubschraubern und Flugzeugen werden die Produkte eingehend getestet:

Medizinpumpen/Spritzenpumpen

Seit 2005 testete die DRF Luftrettung die neueste Generation von Spritzenpumpen in einigen ihrer Hubschrauber. Die Geräte werden elektronisch von einem eingebauten Computer gesteuert und von kleinen Elektromotoren angetrieben. Sie bauen in sehr kurzer Zeit Druck auf, so dass Medikamente den Patienten deutlich sicherer erreichen als mit älteren Modellen. Nach einer gelungenen Testphase mit dem Einsatz in den Rettungs- und Intensivtransporthubschraubern in Niebüll, Rendsburg und Stuttgart hat die DRF Luftrettung beschlossen ihre Ambulanzflugzeuge und Hubschrauber (optional) in Deutschland mit dem neuen System auszurüsten.

Multifunktionseinheit zur Patientenversorgung

Im Test befanden sich auch verschiedene Multifunktionseinheiten, die einen Patientenmonitor, einen Defibrillator und einen Herzschrittmacher umfassen. Diese mobile Intensivstationmonitoring-Einheiten können zum Beispiel anhand von EKG-Aufnahmen, Blutdruckmessungen und weiteren Funktionen eine vollständige Übersicht über den Zustand des Patienten geben. Im Mai 2008 hat die DRF Luftrettung schließlich 30 neue Defibrillations- und Monitoringgeräte für ihre deutschen Stationen bestellt. Das neue System corpuls3 ersetzt zwei bisher eingesetzte Geräte: einen Defibrillator/Schrittmacher mit Monitor sowie ein Patientenüberwachungsgerät. Letzteres zeigt beispielsweise kontinuierlich die Herzfrequenz des Patienten oder die Sauerstoffsättigung seines Blutes an.

Peressigsäure zur Desinfektion

Seit dem Frühjahr 2006 testet die DRF Luftrettung den Einsatz von Peressigsäure (C2H4O3) in der Desinfektion. Herkömmliche Desinfektionsmittel haben neben ihren Vorteilen auch einige Nachteilen. Hierzu gehört, dass viele bei niedrigen Temperaturen (5°C) nicht mehr zuverlässig wirken, sie für den Anwender gesundheitsschädlich sein können oder als umweltschädlich eingestuft werden.

Peressigsäure wirkt in einem breiten Temperaturspektrum zuverlässig und ist, wenn richtig angewendet, nicht gesundheitsschädlich und biologisch unbedenklich. Zudem wirkt sie deutlich schneller als andere Desinfektionsmittel. Beachtet werden muss, dass die Substanz oxidierend wirkt, sprich Materialien angreift, die in der Folge angepasst werden müssen. Vor der Anwendung muss eine Desinfektionslösung aus zwei Konzentraten vor Ort hergestellt werden, da nach rund zwei Stunden ihre Wirksamkeit nachlässt. Hinzu kommt, dass Peressigsäure bei höherer Konzentration einen unangenehmen Essiggeruch verströmt. Die ersten Testphasen brachten vielversprechende Ergebnisse.


Kinder lernen helfen

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