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2004/03

Rettung aus dem Weinberg

Paul Huber verunglückt schwer. Sein Traktor stürzt mit ihm den Weinhang hinunter. Ein Einsatz für „Christoph 41“.

Die Sonne scheint noch. Es ist warm am frühen Abend in dem kleinen Ort Mösbach im Schwarzwald. Paul Huber startet seinen Traktor. Gemächlich fährt er den steilen Weinberg hoch. Huber ist Hobby-Winzer. Seit mehr als 40 Jahren kümmert sich der 65jährige um seine Reben – die blauen Spätburgundertrauben werden in der Winzergenossenschaft Waldulm zu einem vollmundigen Spätburgunder gekeltert. Heute will er mit einem Mulchgerät an seinem Schmalspurtraktor das Gras zwischen den Rebstöcken schneiden. Doch dazu kommt er nicht mehr.

"Ich war eine Sekunde unachtsam..."

"Ich wollte die Einzelradbremse am Traktor feststellen. Dazu musste ich mich zur Seite beugen. Mein Traktor rollte aber noch." Das Vorderrad gerät vom Weg ab. Sein Weinbergschlepper stürzt um. Das eine Tonne schwere Fahrzeug rutscht mit Huber 15 Meter den Hang hinunter, reißt mehrere Weinstöckemit. "Ich war eine Sekunde unachtsam und reagierte falsch", ärgert sich Huber im Nachhinein.

Huber hat Glück im Unglück. Der Schlepper begräbt ihn nur teilweise. Nach kurzer Benommenheit kann Huber sich selbst befreien. Trotz schwerer innerer Verletzungen kann er laut um Hilfe rufen und sich zur Straße schleppen. Seine Frau hört seine Rufe, sieht ihren Mann und den umgestürzten Traktor. Sie eilt zu einem Steinbruch in unmittelbarer Nähe.

In Rekordzeit zum Einsatzort

Der Betriebsleiter ist noch in seinem Büro, wählt sofort die Notrufnummer. Einsatz für "Christoph 41": Pilot Franz Winklmaier startet in Leonberg den Rettungshubschrauber. Normalerweise wäre "Christoph 43“ vom Luftrettungszentrum Karlsruhe für diese Region zuständig, doch dieser ist schon im Einsatz. In Rekordzeit fliegt der Leonberger Rettungshubschrauber die rund 70 Kilometer zum Einsatzort nach Mösbach. "Es war für mich eine kaum in Worte zu kleidende Freude und Erlösung, als ich den Hubschrauber hörte und sah“, schreibt Huber in seinem Dankesbrief, den er nach seiner Genesung an das Luftrettungszentrum in Leonberg schickt. Notarzt Dr. Ulrich Meyer und Rettungsassistent Georg Seyfried übernehmen den Patienten, der schon von einem Notarzt vor Ort erstversorgt wurde. Schnellstmöglich transportieren sie den Patienten an Bord des Rettungshubschraubers in die Klinik nach Offenburg.

"Zwei Tage kämpften die Ärzte um mein Leben. Drei Wochen war ich im Krankenhaus", erzählt der Winzer. "Dann wurde ich zu Hause von meiner Frau weitergepflegt.“Sieben Monate später schickt der genesene Paul Huber dem DRF-Luftrettungszentrum in Leonberg seinen Dank.

 

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