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2004/04

Rollerunfall in der Karibik

Dominikanische Republik. Thomas Schneider und seine Freundin stürzen mit einem Motorroller. Im Krankenhaus steht fest: Thomas Schneider muss so schnell wie möglich nach Deutschland, um dort von Fachärzten operiert zu werden. Für den Rücktransport kommt der Learjet 55 der DRF zum Einsatz.

Das Paar genießt seinen Karibik-Urlaub. Heute haben sie einen Motorroller gemietet, mit dem sie die Halbinsel erkunden möchten und freuen sich über die kurvenreiche und bergige Strecke. Plötzlich merkt Thomas Schneider, dass mit den Bremsen etwas nicht in Ordnung ist. "Ich habe zwar kräftig am Hebel gezogen, doch der Roller hat kaum noch gebremst.“ Die Ausflügler werden immer schneller. Mehrmals muss der 37-jährige auf die Gegenfahrbahn ausweichen, um die Kurven noch nehmen zu können. Steile Abhänge, es gibt keine Leitplanken. Zum Glück herrscht kaum Verkehr. Doch für die Abzweigung am Ende der Bergstrecke ist der Roller viel zu schnell. Das Vorderrad bleibt im Graben stecken und die beiden Deutschen werden durch die Luft geschleudert. „Als ich wieder ganz bei Sinnen war, habe ich als erstes geprüft, ob ich mich noch bewegen kann“, schildert Schneider,„ich hatte überall starke Schmerzen.“ Seine Freundin erleidet nur einen Armbruch.

Ein Fall für eine deutsche Spezialklinik

Ein Einheimischer, der den Unfall beobachtet hat, hält sofort das nächste Auto an. Die Computer-Tomographie zeigt ein erschreckendes Bild: Wirbelfraktur, ein Splitter steckt im Rückenmark. Diese Verletzung kann vor Ort nicht behandelt werden. Thomas Schneider muss so schnell wie möglich mit einem Ambulanzflugzeug in eine deutsche Spezialklinik transportiert werden. Das Paar hat eine Auslandsreise-Krankenversicherung mit Rücktransport abgeschlossen. "Die Abwicklung mit der DRF und der Versicherung verlief völlig unbürokratisch“, lobt Schneider.

Neben ihren eigenen Mitgliedern holt die DRF auch regelmäßig Urlauber aus dem Ausland nach Hause, die über Versicherungen abgesichert sind. Denn für die anspruchsvollen Langstreckenflüge sind die DRF-Ambulanzflugzeuge technisch und medizinisch optimal ausgerüstet. Zur DRF-Flotte gehört auch der Learjet 55, eine fliegende Intensivstation. So stellt die DRF einen zuverlässigen Transport "von Bett zu Bett sicher".

"Wir wussten aus den Gesprächen im Vorfeld mit den behandelnden Ärzten, welches Verletzungsmuster uns erwartet“, berichtet Rettungsassistent Oliver Schmid. “Für solche Fälle führen wir stets eine Vakuum-Matratze und entsprechende Lagerungsmittel mit an Bord, damit wir die Patienten so ruhig und stabil wie möglich transportieren können." In rund 17 Stunden inklusive Tankstopps bringt das Team der DRF den Patienten an Bord des Ambulanzjets sicher von der Karibik nach Deutschland. Morgens um sechs Uhr landet der Learjet 55 nach einem reibungslosen Flug in Berlin. Dort warten bereits mehrere Ärzte vom Unfallkrankenhaus Berlin Marzahn.

In den folgenden drei Monaten wird Schneider drei Mal stundenlang operiert. Zwar hat er noch immer leichte Schmerzen. Und die Rehabilitation muss wegen kritischer Blutwerte weiterhin verschoben werden. Doch der 37-jährige ist zuversichtlich: "Ich hoffe, im nächsten Jahr wieder in meinem Beruf als Gas-Wasser-Installateur arbeiten zu können",sagt Schneider und bedankt sich herzlich für den "schnellen und sehr hilfreichen Einsatz der DRF-Crew".

 

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