DRF
Presse | Shop | Kontakt | Impressum | english


2006/02

Drei Freunde fürs Lebens

Den Sommer 2005 vergisst Lars Kammerer nicht. Bei einem Badeunfall hat er sich vier Halswirbel gebrochen und muss mit dem Hubschrauber "Christoph 11" der DRF Luftrettung schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden.

Foto: Jens Eber

Heiß ist es am 26. Juni 2005. Lars Kammerer und seine Freunde Daniel Schwer und Simon Hettich beschließen, ein kühles Bad zu nehmen. In der Nähe ihres Wohnorts Schonach im Schwarzwald gibt es einen beliebten Badesee.

Es ist etwa 14:30 Uhr, als Lars auf das Geländer des Stegs klettert, um von dort oben ins Wasser zu springen. Plötzlich rutscht er auf dem nassen Holz ab und stürzt kopfüber in den See, der an dieser Stelle nur ein paar Handbreit tief ist. „Ich habe gleich gesehen, dass etwas nicht stimmt“, erinnert sich Simon. Daniel und Simon schwimmen sofort zu ihrem Freund. „Wir wussten nicht, wie schlimm es ist. Aber es sah aus, als wäre er gelähmt“, berichtet Daniel über die Sekunden nach dem Unfall. „Ihn aus dem Wasser zu ziehen, wäre zu gefährlich gewesen“, erzählt Daniel weiter, „deswegen haben wir ihn vorsichtig auf ein Floß gelegt, das auf dem Weiher schwamm.“

Minuten später ist Christoph 11 am Unfallort

Daniel alarmierte umgehend die Notrufzentrale. Die Rettungsleitstelle forderte den Villinger-Schwenninger Hubschrauber der DRF Luftrettung an. Pilot Andreas Schreiter, Notarzt Dr. Gereon Dennebaum und Rettungsassistent Roland Schlenker eilen sofort zu "Christoph 11". Nur etwa sieben Minuten benötigen sie für den Flug zum Unfallort.

Was sie dort vorfinden, beeindruckt Dr. Dennebaum auch noch ein Jahr später: „Die Jungs hatten wirklich super reagiert, besser hätten sie das gar nicht machen können!“ Zusammen mit der Besatzung des Rettungswagens, der schon vor Ort ist, steigen Dennebaum und Schlenker ins Wasser, bringen um Lars’ Nacken eine Halskrause an, legen ihn vorsichtig auf eine Schaufeltrage und transportieren ihn an Land. Danach wird der schwer verletzte Junge auf eine Vakuummatratze gebettet und ins Schwarzwald-Baar-Klinikum geflogen.

Der Transport mit dem Hubschrauber der DRF Luftrettung war hier besonders wichtig, denn eine Fahrt mit dem Rettungswagen aus dem abgelegenen Gelände hätte weitaus länger gedauert. „Bei Verdacht auf Wirbelfrakturen ist der Hubschrauber das Rettungsmittel erster Wahl. Auf der luftgepolsterten Vakuummatratze und fliegen wir den Verletzten so vibrationsarm wie möglich in die Zielklinik“, weiß Rettungsassistent Roland Schlenker.

Vier gebrochene Halswirbel

Zunächst wagt niemand zu sagen, ob Lars dauerhaft gelähmt bleiben wird. „Aber dann konnte er von Stunde zu Stunde die Finger immer besser bewegen“, erzählt Mutter Kammerer erleichtert. Nicht zuletzt dank der Reaktion seiner Freunde und der professionellen Retter war Lars’ Rückenmark nicht bleibend geschädigt. Und vier Monate später ist er wieder vollkommen gesund.

 

Sicher baden

Beim Baden kann es immer wieder zu gefährlichen Situationen kommen. Die wichtigsten Regeln zur Verhütung von Badeunfällen lauten:

  1. Niemand soll erhitzt, übermüdet oder mit vollem Magen ins Wasser gehen.
  2. Wer friert, muss sofort an Land.
  3. „Aus dem Wasser!“, heißt es auch bei Gewitter oder Sturm.
  4. Das Springen in trübes oder unbekanntes Gewässer ist ebenso gefährlich wie
  5. das Baden unter Alkohol- oder Medikamenteneinfluss.
  6. Dass niemand einen anderen ins Wasser stoßen darf, leuchtet ebenso ein wie
  7. der Rat, niemals alleine zu baden oder
  8. sich in der Nähe von motorbetriebenen Wasserfahrzeugen aufzuhalten.
 

Zurück zur Übersicht Rettungsberichte


Kinder lernen helfen

Gefahren erkennen, vermeiden und im Notfall richtig reagieren – auch ohne Eltern.

Initiative "Kinder lernen helfen"

 

Förderer retten Leben

"Die DRF Luftrettung rettete unserem Sohn das Leben. Durch unsere Fördermitgliedschaft möchten wir uns erkenntlich zeigen!" Karen Hauer

Förderer werden