Einen herrlichen Skitag hatte Thomas Kaiser mit seinen
Kindern am Feldberg verbracht. Es war Ende Februar,
Schnee lag reichlich, die Bedingungen waren ideal.
Doch bei der Rückkehr zum Auto bricht der Familienvater
plötzlich zusammen. Herzstillstand. Wenige Minuten
später ist die Besatzung der DRF Luftretter aus Freiburg schon auf dem Weg.

Es sollte ein Urlaub mit hohem Erholungsfaktor werden. Gemeinsam mit Freunden war Familie Kaiser aus Malsch zu einer Skifreizeit an den Feldberg (Schwarzwald) gefahren. Sonntags hatten die Kaisers noch die Oma in der Nähe von Freiburg besucht, die sich von einer Operation erholte. Am Montag ging’s dann auf die Piste. Zuvor hatte es kräftig geschneit. „Das waren tolle Verhältnisse“, erinnert sich Familienvater Thomas Kaiser. Während seine Frau Daniela in die Langlaufloipe geht, wedelt der Vater mit seinen Kindern Tatjana und Tobias beschwingt die Hänge hinab – bis die drei am Nachmittag müde, aber glücklich zu ihrem Auto zurückkehren. Doch auf dem Parkplatz bricht der 45- Jährige plötzlich bewusstlos zusammen. Sein Herz flimmert nur noch. Was danach geschieht, weiß er ausschließlich aus Erzählungen. „An fünf Tage meines Lebens habe ich keine Erinnerung mehr“, erzählt Thomas Kaiser.
Um ihn herum laufen die Notfallmaßnahmen, die sein Leben retten, im Eiltempo. Dabei greifen die Glieder der Rettungskette perfekt ineinander. Umstehende setzen einen Notruf ab, und ein Arzt, der zufällig vor Ort ist, beginnt sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Die Bergwacht Schwarzwald, die ganz in der Nähe stationiert ist, bringt mit dem Motorschlitten ein Rettungsteam samt Defibrillator an den Einsatzort. Mit einem starken Stromstoß können die engagierten Ersthelfer den Herztoten zurück ins Leben holen.
Sein Puls ist wieder spürbar. Währenddessen hat die Rettungsleitstelle Freiburg bereits die Station der DRF Luftrettung alarmiert. Die Crew des Rettungshubschraubers Christoph 54 trifft rechtzeitig ein, um die präklinische Versorgung von Thomas Kaiser zu übernehmen. Der reanimierte Patient braucht jetzt dringend notfallmedizinische Hilfe, um mögliche Folgeschäden zu vermeiden. Notarzt Dr. Michael Krapf und Rettungsassistent Hans-Peter Demmel beginnen sofort, den Mann zu stabilisieren. „Der Patient war tiefblau, aber er kam schon wieder zu sich“, berichtet Krapf.

Die medizinische Crew der DRF Luftrettung bringt Thomas Kaiser zunächst in den ebenfalls eingetroffenen Rettungswagen, um ihn dort für den Weiterflug in eine Spezialklinik vorzubereiten. „Es war kalt, windig und es dämmerte schon“, erinnert sich der Notarzt. Dr. Krapf verabreicht seinem Patienten ein Narkosemittel und legt ihm einen sogenannten Tubus, um ihn künstlich zu beatmen. Dann wird er sehr vorsichtig auf dem Anhänger eines Ski-Bobs zum Rettungshubschrauber gebracht, der neben dem Parkplatz wartet. „Ich habe auf dem Anhänger gekniet, um die Atmung des Patienten mit einem Beatmungsbeutel aufrechtzuerhalten“, erzählt der erfahrene Notarzt. Kurz darauf hebt der Hubschrauber ab in Richtung Uniklinik Freiburg, wo er bereits kurze Zeit später landet.
Noch während Vater Kaiser medizinisch erstversorgt und stabilisiert wird, kümmert sich unter den umstehenden Skifahrern ein junges Paar fürsorglich um die Kinder und bringt sie in die Jugendherberge, dem Quartier der Familie. Daniela Kaiser, schon zurück vom Langlaufen, erfährt von der Herbergsleitung, dass ihrem Mann etwas zugestoßen sei. Sie wartet, bis Tatjana und Tobias in der Jugendherberge eintreffen und tröstet die beiden. Dann fährt sie in die Klinik nach Freiburg. Dort wird ihr Mann bereits im Herzkatheterlabor des Krankenhauses behandelt. Mit einem Kontrastmittel wird die Engstelle am Herzen ausgemacht. Bereits nach zwei Wochen kann Thomas Kaiser das Krankenhaus wieder verlassen. „Die Ärzte haben mir eine Gefäßstütze, einen sogenannten Stent, gesetzt“, sagt er. „Das Herz selbst war nicht beschädigt. Seitdem habe ich keine Beschwerden und es geht mir besser als vorher.“
Rund ein Jahr vor seinem Herzstillstand hatte sich der Ingenieur noch wegen sporadisch wiederkehrenden Herzrasens von Fachärzten untersuchen lassen. „Aber die Untersuchungen waren alle ohne Befund“, sagt er. Überaus erleichtert und dankbar ist der ehemalige Patient, dass die Rettungskette von den Ersthelfern über den schnellen Einsatz der Crew der DRF Luftrettung bis zur Betreuung in der Freiburger Uni-Klinik so reibungslos funktioniert hat. „Wäre das nicht so gut gelaufen, wäre ich heute wohl nicht mehr am Leben“, vermutet Kaiser. „Es ist unheimlich schön zu sehen, wie der Mann heute wieder voll im Leben steht“, freut sich der leitende Notarzt des Freiburger Rettungshubschraubers. Die engagierten und fachkundigen Ersthelfer und der schnelle Einsatz der DRF Luftrettung haben dazu in besonderem Maße beigetragen.
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