Kindergeschrei im Hallenbad, auch die zweijährige Hannah ist mit von der Partie. Sie planscht begeistert, ist kaum aus dem Becken zu bekommen. Ihre Eltern, Anita und Martin Stöckl, sind erleichtert, dass ihre lebhafte Tochter so viel Spaß am Baden hat und keine Angst vor dem Wasser zeigt. Selbstverständlich ist das nicht, denn vor nicht einmal einem halben Jahr wäre Hannah um ein Haar ertrunken.

Foto: Roggenthin/mmp
Dass sie kurz vor Silvester ihren zweiten Geburtstag feiern konnte, verdankt sie der geistesgegenwärtigen Reaktion ihres Vaters und schneller medizinischer Hilfe. Anita Stöckl: "Wir danken der DRF Luftrettung jeden Tag dafür, dass sie unsere Tochter so schnell ins Krankenhaus gebracht hat."
Am 7. Oktober 2006 sind Hannah und ihr dreijähriger Bruder Jan mit ihrer Mutter bei den Großeltern. Nach dem Frühstück wollen die drei zurück nach Hause. Anita Stöckl merkt, dass sie bei ihren Eltern etwas vergessen hatte und geht für einen Moment zurück ins Haus. Einen Augenblick nur sind die Kinder unbeaufsichtigt. Als die Mutter wieder zurück kommt, ist Hannah weg. Anita Stöckl sucht sie überall rund um das Haus ihrer Eltern, dann läuft sie über die Straße und holt ihren Mann. Zusammen suchen die Eltern das kleine Mädchen, das wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint.
Auch die Gärten der Nachbarn durchsuchen sie und zu ihrem Schrecken finden sie hier ihre Tochter auch: Hannah liegt unter der Plane eines Swimmingpools, sie ist bewusstlos. Die Mutter erinnert sich: "Als ich Hannah fand, war sie schon ganz blau im Gesicht." Während ihre Familie den Rettungsdienst alarmiert, fängt ihr Mann an, das Mädchen wiederzubeleben. Martin Stöckl macht alle zwei Jahre einen Erste-Hilfe-Kurs, sein Wissen hilft jetzt, Hannahs Leben zu retten. Nach einigen Minuten gibt Hannah Lebenszeichen von sich. Dann trifft der Notarzt ein, übernimmt die Versorgung des Kindes und die Eltern können nur noch zusehen und hoffen, dass Hannah es schafft. "Wir hofften so sehr, dass sie überleben würde", erinnert sich Martin Stöckl. "Wir wussten ja nicht, wie lange sie nicht geatmet hatte und ob der Sauerstoffmangel schon ihr Gehirn geschädigt hatte."
Wenige Minuten nach seiner Alarmierung landet "Christoph 27", der Nürnberger Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung, am Einsatzort. Die medizinische Besatzung übernimmt das Mädchen und fliegt es in nur acht Minuten in das 26 Kilometer entfernte Südklinikum Nürnberg. Während des Fluges im hochmodernen Hubschrauber überwachen Notarzt und Rettungsassistent den Zustand des Kindes. Anita Stöckl erinnert sich an die darauf folgenden Tage: "Im Krankenhaus hieß es nochmals warten, doch als Hannah nach vier Tagen die Augen öffnete und 'Mama' zu mir sagte, war klar, dass ihr Gedächtnis noch funktionierte. Sie hat den Unfall tatsächlich ohne Schaden überstanden."

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