Die Zwickauer Station besteht seit Juli 1990. Sie war zu dieser Zeit eine der acht Luftrettungsstationen, die 1990 in der DDR eingerichtet wurden. Die Hubschrauber des russischen Typs "Mil Mi-2" starteten mit der für das Notarztteam DDR-typischen Aufschrift "SMH"( Schnelle Medizinische Hilfe). Der Hubschrauber trägt den Funkrufnamen "Christoph 46".

Am 3. Oktober 1990 wurde die Station eine Bundeswehreinrichtung mit dem gleichen Hubschraubertyp, allerdings neuer Aufschrift: "SAR" (Funkrufname "SAR 99"). Zu Beginn befand sich die Station auf dem Verkehrslandeplatz Zwickau (zu DDR-Zeiten Bezirksausbildungszentrum der GST-Gesellschaft für Sport und Technik). Seit 01.08.1991 gehört die Zwickauer Station zur DRF Luftrettung. Die Station war die erste der DRF Luftrettung in den neuen Bundesländern.
An der Station sind drei Piloten und zwei Rettungsassistenten der DRF Luftrettung, drei Rettungsassistenten des Deutschen Roten Kreuzes sowie 17 Notärzte, vorrangig Anästhesisten, im Einsatz. Die Notärzte kommen überwiegend aus dem Heinrich-Braun-Klinikums Zwickau.
Einer der Piloten erhielt seine fliegerische Ausbildung bei der NVA (Nationale Volksarmee) auf den Hubschrauber-Mustern MI-8 und MI-2. Die beiden anderen Piloten absolvierten ihre Ausbildung bei der Bundeswehr. Von den Rettungsassistenten ist die Kollegin ausgebildete Fachschwester der Anästhesie und Intensivmedizin. Der Rettungsassistent hat die Ausbildung zum Operationsfachpfleger absolviert. Sämtliche Ärzte verfügen über langjährige Erfahrung im bodengebundenen Rettungsdienst. Alle Rettungsassistenten sind ausgebildete HEMS (Helicopter Emergency Medical Service) Crew Member. Diese Zusatzqualifikation erlaubt ihnen, den Hubschrauberpiloten bei der Navigation und der Luftraumbeobachtung zu unterstützen.
Die Station liegt am Rande der Stadt Zwickau im Gelände des Städtischen Klinikums "Heinrich Braun". In den Jahren 1991 bis 1993 war sie in einem provisorischen Gebäude auf dem Gelände des Krankenhauses untergebracht. Während dieser Zeit wurde der neue Hangar gebaut und ging 1993 in Betrieb. Die Arbeitsbedingungen für das Personal wurden dadurch wesentlich verbessert. Mit der Möglichkeit der Hangarierung des Hubschraubers (mittels einer elektrische fahrbaren Plattform) konnten fortan auch größere Wartungs- und Reparaturmaßnahmen durchgeführt werden.
Das Einsatzgebiet umfasst den gesamten Bereich Westsachsen, wobei Anforderungen durch überregionale Leitstellen keine Ausnahme bilden (Hof, Gera, Weiszeritzkreis und Dresden). Für die Notfalleinsätze sind folgende Leitstellen zuständig: Zwickau, Chemnitz, Freiberg, Marienberg, Annaberg-Buchholz und Plauen. In Thüringen fordern die Leitstellen Gera und Jena und in Bayern die Leitstelle Hof den Hubschrauber an.
Die RLS Dresden koordiniert alle Intensivtransporte für Sachsen. Die am häufigsten angeflogenen Krankenhäuser und Kliniken sind: Plauen, Chemnitz, Aue, Jena, Leipzig, Freiberg, Dresden, Zwickau und Gera. Die für "Christoph 46" zuständige Leitstelle Zwickau koordiniert allein für rund 500.000 Menschen die Rettungseinsätze. Innerhalb des Einsatzradius von 60 km kann der Hubschrauber cirka 1,8 Millionen Menschen aus der Luft versorgen.
Das Einzugsgebiet von "Christoph 46" umfasst das Vogtland und Teile des Erzgebirges - beides Regionen, die durch die weitläufigen und teilweise schwierigen Straßenverhältnisse auf schnelle Hilfe aus der Luft angewiesen sind. Das Gebiet ist über das ganze Jahr Anziehungsmagnet für viele Touristen. Vor allem im Winterhalbjahr ist eine flächendeckende Versorgung in Zusammenarbeit mit der Bergwacht zu gewährleisten.
Zu vielen Patienten besteht über Jahre hinweg ein guter Kontakt. Dies belegen regelmäßige Besuche an der Station und Dankesschreiben. Im gesamten Einzugsgebiet genießt der Hubschrauber der DRF Luftrettung eine hohe Akzeptanz.
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