Bei Unfällen im Wasser bietet der Hubschrauber Hilfe bei der Suche von vermissten Personen und dem Absetzen von Rettungsschwimmern. Einige Hubschrauber der DRF Luftrettung nehmen aus diesem Grund regelmäßig an Übungen teil.

Der Greifswalder Rettungshubschrauber „Christoph 47“ der DRF Luftrettung ist regelmäßig aktiver Teilnehmer an Wasserrettungsübungen auf dem Greifswalder Bodden. Das Training von Hubschrauberpiloten, Notärzten, Rettungsassistenten und Rettungsschwimmern in Zusammenarbeit mit den Seenotrettungskreuzern ist einzigartig in Deutschland und geht zurück auf eine Initiative der DRF Luftrettung und der Berufsfeuerwehr der Stadt Greifswald. An der Entwicklung des medizinischen Konzeptes war die Uniklinik Greifswald maßgeblich beteiligt. Die Übung findet einmal jährlich auf der Ostsee vor Greifswald statt. Teilnehmer sind neben dem Greifswalder Rettungshubschrauber „Christoph 47“ die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger e.V. (DGzRS) mit ihrem Seenotrettungskreuzer Wilhelm Kaisen, das Klinikum der Ernst-Moritz-Arndt-Universität und Rettungsschwimmer der Berufsfeuerwehr Greifswald.
Die Einsatzkräfte gehen von folgender Übungssituation aus: eine Person befindet sich hilflos und möglicherweise verletzt im Wasser. Nachdem die Besatzung von „Christoph 47“ den Vermissten aus der Luft gesichtet hat, wird vom Hubschrauber aus eine Rettungsinsel ausgesetzt und ein Rettungsschwimmer springt aus dem Hubschrauber ins Wasser.
Der Retter zieht die verletzte Person in die Rettungsinsel, aus der sie dann in ein Tochterboot des DGzRS-Seenotrettungskreuzers aufgenommen wird. Das Boot bringt den Verunglückten zum DGzRS-Seenotrettungskreuzer. Hier wartet schon der Notarzt der DRF Luftrettung, der auf dem Schiff abgesetzt wurde. Hierzu landet der Rettungshubschrauber auf der „Wilhelm Kaisen“. Das einzigartige Konzept wurde entwickelt, um bei Wasserrettungseinsätzen im Greifswalder Bodden und in der Ostsee vor den Inseln Rügen und Usedom noch schnellere medizinische Hilfe leisten zu können.
In den letzten Jahren ist in Bayern das Bayerische Wasserrettungsonzept mit Hubschraubern (BayWaH) entwickelt worden, dessen Ziel es ist, die Hilfsfrist für Ertrinkende und damit die Zahl der Ertrinkungstoten zu senken. Als Teil der DRF Luftrettung war die HDM Luftrettung gemeinnützige GmbH an der Entwicklung eines einheitlichen Konzeptes in enger Kooperation mit der Feuerwehrschule Regensburg und der Polizeihubschrauberstaffel Bayern unter der Leitung des Tauchexperten Hubertus Bartmann beteiligt. Die Station Regensburg hat alle ihre Piloten und Rettungsassistenten auf die vorgesehenen Verfahren vorbereitet. Dazu wurden die Verfahren in die Routineschulungen aufgenommen.