23.03.2021 |
Flugbetrieb

Welttag der Meteorologie: Wetterprognosen und ihr Stellenwert in der Luftrettung

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Zwei rot-weiße Hubschrauber auf dem Landeplatz mit dramatischem Gewitterhimmel im Hintergrund
Station der DRF Luftrettung in Berlin: Wetterlagen und -prognosen haben maßgeblichen Einfluss auf die Einsatzfähigkeit der Luftretter. (Quelle: DRF Luftrettung)

Das Wetter gehört zu den Parametern, die den Einsatzbetrieb an den Stationen der DRF Luftrettung maßgeblich mitbestimmen. Zum Welttag der Meteorologie am 23. März haben wir mit Jérôme Gehri, Fachbereichsleiter Flugbetrieb, über die Bedeutung und Nutzung von Wetterprognosen gesprochen.

Herr Gehri, mit welchen Wetterdiensten arbeiten wir?

Wir arbeiten mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD), hier insbesondere mit flugwetter.de

Wann werden die Prognosen von der Besatzung gecheckt?

Ein großer Wettercheck erfolgt durch den Kommandanten, also der oder die verantwortliche Luftfahrzeugführer*in (Pilot*in) an der Station, vor der Dienstübernahme. Danach werden die relevanten Wetterdaten regelmäßig und durchgehend überprüft. Viele Wetterstationen melden halbstündlich die aktuellen Wetterdaten, spätestens jedoch zu jeder vollen Stunde. Anhand dieser Daten beobachtet die Besatzung die Wetterentwicklung.

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Mann im Fokus vor Hubschrauber im Hintergrund
Jérôme Gehri, Fachbereichsleiter Flugbetrieb der DRF Luftrettung. (Quelle: DRF Luftrettung)

Welchen Ermessensspielraum hat die Crew bei „kritischen“ Wetterprognosen – sprich: Wann kann sie eigenverantwortlich entscheiden, doch zu fliegen, und bei welchen Wetterlagen ist eine solche eigenverantwortliche Entscheidung nicht mehr möglich?

Der Kommandant trifft seine Entscheidung im Normalfall in Absprache mit der Crew. Der Kommandant trifft die Entscheidung, ob ein Flug durchführbar ist, jedoch immer eigenverantwortlich. Allerdings muss auch er sich an die Gesetze und Wettermindestbedingungen halten, wie sie im Operation Manual (OM, Betriebshandbuch) festgelegt sind.

Wie wäre der Ablauf an den Stationen, wenn wir keinen Online-Zugriff auf diese Prognosen hätten?

So wie noch bis vor wenigen Jahren: Anrufen bei der Flugwetterberatung und eine telefonische Beratung einholen. Auch heute noch wird im Zweifelsfall, bzw. insbesondere bei Grenzwetterlagen, trotz all der online zur Verfügung stehenden Daten eine mündliche Wetterberatung per Telefon eingeholt.

Wir danken Jérôme Gehri für diesen kurzen Einblick!

Der Welttag der Meteorologie findet jährlich am 23. März statt und erinnert an die 1950 in Kraft getretene Konvention der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), die ihren Sitz in Genf hat. Damals begann eine friedliche Zusammenarbeit zwischen den Nationen. Deutschland wird in dieser Organisation seit 1954 durch den Deutschen Wetterdienst (DWD) vertreten, Österreich trat 1957 bei. Man hatte erkannt, dass sich aus weltumspannenden aktuellen Wettermeldungen verlässlichere Wetterprognosen erstellen ließen.

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Telefon: +49 711 7007 2205

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