04.06.2018 | News-Bericht

13-Jähriger von Baumstamm getroffen

  • Schnelle Hilfe brachte kürzlich Christoph 45 einem Jugendlichen, der bei Waldarbeiten von einem Baumstamm schwer verletzt worden war.
    Schnelle Hilfe brachte kürzlich Christoph 45 einem Jugendlichen, der bei Waldarbeiten von einem Baumstamm schwer verletzt worden war.

Die Gemeinde Ostrach ist nicht nur bekannt für die beliebten touristischen Themenrouten „Oberschwäbische Barockstraße“, „Hohenzollernstraße“ und „Schwäbische Dichterstraße“, die allesamt durch den Ort führen. Die zwischen Donau und Bodensee eingebettete Gegend punktet auch mit ihren vielen hügeligen Forstgebieten. In so eines wurde kürzlich die Crew von Christoph 45 entsendet: In einem privaten Waldstück verrichtete eine Familie Baumfällarbeiten, als es zu einem Unfall kam. Ein Traktorfahrer hatte gerade das geschlagene Holz auf der Ladefläche seines Gespanns aufgeschichtet, als plötzlich einer der Stämme herunterrollte. Dieser traf den 13-jährigen Enkel des Mannes, der zu dem Zeitpunkt daneben stand. Der Junge wurde dadurch schwer am Rücken verletzt. Unverzüglich nach der Alarmierung starteten Pilot und Stationsleiter Günter Eigenbrodt, Hubschraubernotarzt Reinhard Stadler und Notfallsanitäter Markus Blume daraufhin von der Friedrichshafener Station der DRF Luftrettung Richtung Ostrach, um dem Unfallopfer zur Hilfe zu kommen.

Als Christoph 45 – einziges Rettungsmittel bei diesem Einsatz – über dem Waldstück ankam, setzte Eigenbrodt die EC 135 der DRF Luftrettung rasch auf einer der Unfallstelle nahegelegenen Wiese ab. Stadler und Blume liefen daraufhin zu dem verunglückten Jungen, den sie ausgestreckt auf den abgeschlagenen Baumständen vorfanden. „Das war für ihn noch die bequemste Position. Er hatte starke Schmerzen und konnte sich zudem überhaupt nicht rühren. Dadurch war er natürlich auch etwas verängstigt“, erinnert sich Eigenbrodt an den Patienten. Doch schnell konnten Stadler und Blume den Enkel des Traktorfahrers beruhigen und versorgen.

Wie sich herausgestellt habe, hatte sich der 13-Jährige sowohl ein Wirbelsäulentrauma als auch ein Lenden- und ein Brustwirbelsyndrom zugezogen. „Das ist schon kritisch. So ein Verletzungsbild muss sofort abgeklärt werden, schon allein, falls etwas eingeklemmt oder sogar gebrochen ist“, schildert der Pilot. Ein besonders rückenschonender und behutsamer Transport sei daher wichtig gewesen. Zu diesem Zweck trugen die Friedrichshafener Luftretter den Verunglückten auf einer mit kleinen Styroporkugeln gefüllten Vakuummatratze zu ihrem Hubschrauber. Aus diesem Hilfsmittel wird Luft abgesaugt, wodurch es den Körper des Patienten fest umschließt. „So kommt es nicht zu weiteren Erschütterungen“, erklärt Eigenbrodt. „Wir hatten zudem den Vorteil, dass es nur wenige Meter bis zu unserer Maschine waren und wir auf ebenem Boden gehen konnten.“ Kurz darauf hob das Team von Christoph 45 wieder ab und brachte den Jungen für die weitere Diagnose und medizinische Versorgung ins St. Elisabethen-Klinikum innerhalb kürzester Zeit nach Ravensburg. Dort habe sich erfreulicherweise herausgestellt, dass der junge Patient keine bleibenden Schäden davontragen würde, berichtet Günter Eigenbrodt: „Letztendlich ist für ihn dann alles gut ausgegangen. Er hat noch einmal großes Glück gehabt.“

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Seit dem 1. Mai kommt eine H 135 an der Station in Friedrichshafen zum Einsatz. Symbolbild.
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