28.02.2018 | News-Bericht

62-Jähriger bricht auf Skipiste zusammen

  • Immer wieder werden die Karlsruher Luftretter auf die Höhen des Schwarzwaldes gerufen. So auch Mitte Februar, als ein Mann nach einem Herzstillstand in Lebensgefahr schwebte. Symbolbild.
    Immer wieder werden die Karlsruher Luftretter auf die Höhen des Schwarzwaldes gerufen. So auch Mitte Februar, als ein Mann nach einem Herzstillstand in Lebensgefahr schwebte. Symbolbild.

Die Gegend um die Passhöhe „Alexanderschanze“ und den Ort Zuflucht ist bei Wintersportlern im Landkreis Freudenstadt sehr beliebt. Steil und kurvenreich schlängelt sich hier die rund 60 Kilometer lange Schwarzwaldhochstraße um die Waldkämme, Höhenzüge und gespurten Loipen. Auf eben so einer Abfahrt setzt eine Gruppe von Langläufern an einem verschneiten Februarabend einen Notruf ab: Die Skifahrer haben hier einen bewusstlosen Mann aufgefunden. Die Integrierte Leitstelle Ortenau alarmiert daraufhin Christoph  43 von der Karlsruher Station der DRF Luftrettung. Sofort steigen Pilot Jens Kurschat, Hubschraubernotärztin Dr. Eleni Katsadourou und Notfallsanitäter Raimund Kosa in ihre rot-weiße EC 135, machen sich wenige Minuten vor Sonnenuntergang auf den Weg.

„Es war mitten im verschneiten Schwarzwald, kurz vor Einbruch der Dunkelheit“, erinnert sich Notfallsanitäter Kosa an die Ankunft am Einsatzort. Die Langläufer, die den ohnmächtigen Mann auffanden, hätten sich dort umso vorbildlicher verhalten. „Sie haben bei unserem Eintreffen gewunken, so dass wir oben an der Straße beim Hang an der passenden Stelle landen konnten. Dann haben sie uns durch den Wald zu dem Patienten geführt und sogar einiges von unserem Equipment für uns mitgetragen, während sie uns auf ihren Skiern zu dem Mann begleiteten. Darüber waren wir wirklich glücklich. Dr. Katsadourou und ich sind dann eilig hinter ihnen her zur Einsatzstelle gelaufen, gemeinsam mit einer Rettungswagenbesatzung, die gleich nach uns gekommen war.“ Schon in kürzester Zeit seien sie bei dem völlig unterkühlten 62-Jährigen gewesen.

„Er hatte einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten. Wir mussten ihn wiederbeleben“, erinnert sich Raimund Kosa. Wesentlich zum Gelingen des Einsatzes beigetragen hätten dann mehrere Hilfsmittel, die zwar teilweise in der Notfallmedizin nicht gesetzlich vorgeschrieben seien, in den Hubschraubern der DRF Luftrettung jedoch zur grundsätzlichen Zusatzausstattung gehören. So wurde ein Videolaryngoskop verwendet. Dieses Gerät besteht aus einer Lichtquelle, einem Monitor und einer Kamera und ermöglicht auch auf unebenem Untergrund eine sichere Intubation. „Mit unserem orientierenden Ultraschallgerät konnten wir außerdem den Bauchraum auf innere Blutungen untersuchen, was jedoch keinen Befund ergab. Und dann haben wir den Mann unter Reanimationsschritten zum Hubschrauber transportiert. Normalerweise erfolgt die Herzdruckmassage manuell, indem man dem Betroffenen dauerhaft auf die Brust drückt. Doch das war auf dem unwegsamen Rückweg durch den Wald natürlich nicht möglich. Für solche Fälle haben wir aber die mechanische Reanimationshilfe. Ein Gerät, das auf den Oberkörper des Menschen geschnallt wird und ihm dann im automatischen Betrieb auf den Brustkorb drückt. Mit diesem Hilfsmittel konnten wir den Patienten schließlich auf einem Schneemobil durch den Wald und anschließend über den Hang zum Hubschrauber bringen. Dieses Fahrzeug stellte die Bergwacht, die mittlerweile auch zu uns gestoßen war.“

Nachdem sie bei der EC 135 der DRF Luftrettung ankommen und Christoph 43 mit dem Patienten an Bord abhebt, fliegt das Team den 62-Jährigen zum Ortenau Klinikum Offenburg, das es bereits nach knapp zehn Minuten erreicht. „Der Rettungswagen hätte sicherlich eine halbe Stunde für den Weg zum Krankenhaus gebraucht“, vergleicht Kosa. Der Notfallsanitäter zeigt sich ob der Durchführung des Einsatzes sehr zufrieden. „Wir hätten auf dem Weg durch den verschneiten, unwegsamen Wald unmöglich manuelle Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen können. Die Reanimationshilfe hat uns diese Aufgabe praktisch abgenommen. Glücklicherweise verfügen wir über dieses Zusatzequipment“, schildert der Notfallsanitäter und verdeutlicht drastisch: „Ohne dieses Gerät wäre der Mann wohl noch vor Ort gestorben.“

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