21.01.2019 | News-Bericht

Abendlicher Baby-Transport

  • Bestens gerüstet für hochkritische Transporte: Christoph Nürnberg der DRF Luftrettung. Symbolbild.
    Bestens gerüstet für hochkritische Transporte: Christoph Nürnberg der DRF Luftrettung. Symbolbild.

Als das Baby im November in der Oberpfalz zur Welt kommt, sind seine Eltern glücklich: es ist völlig gesund. Freudig verlassen Vater, Mutter und Kind wenige Tage nach der Geburt die Klinik. Nichts deutet darauf hin, dass das junge Glück in Gefahr sein könnte. Auch als das kleine Mädchen drei Wochen später Anzeichen für eine Erkältung zeigt, sorgt das noch nicht für Beunruhigung in der Familie.

Doch im weiteren Verlauf verweigert der Säugling auf einmal die Nahrungsaufnahme. Die besorgten Eltern suchen das Krankenhaus in Weiden auf. Das Kind bleibt in der Klinik; in der Folge wird eine schwere Lungenentzündung diagnostiziert, das Baby muss sogar auf die Intensivstation verlegt werden.

Plötzlich verschlechtert sich der Gesundheitszustand der jungen Erdenbürgerin dramatisch. Ein Lungenversagen droht – die Ärzte kämpfen um das Leben des Mädchens. Alle Versuche, es zu stabilisieren, scheitern. Daraufhin nehmen die Mediziner in Weiden Kontakt zur Uniklinik Mannheim auf: Dort sind Spezialisten in der Lage, das als „ECMO“ bekannte Lungenersatzverfahren, bei dem eine Maschine außerhalb des Körpers die Funktion des lebenswichtigen Organs übernimmt, auch bei ganz jungen Patienten einzusetzen. In Weiden fällt die Entscheidung, das Baby verlegen zu lassen, da die ECMO-Therapie das Leben des Mädchens retten kann.

Gut drei Wochen ist das Kind inzwischen alt, als an einem Abend im Dezember Christoph Nürnberg alarmiert wird, um auch in diesem Fall zu helfen: Das Team der DRF Luftrettung kann die schwerkranke Patientin am schnellsten zur Mannheimer Uniklinik bringen. Dazu startet die Crew zunächst von der Nürnberger Luftrettungsstation nach Mannheim, um dort ein spezielles, zweiköpfiges „Kinder-ECMO-Team“ abzuholen. Es besteht aus einer spezialisierten Kinderärztin und -krankenschwester. Zudem nehmen die rot-weißen Luftretter eine Spezialtrage an Bord, die eine Eigenentwicklung der Uniklinik und für den Transport Neugeborener optimal geeignet ist, unter anderem, weil die eigens auf Babys zugeschnittene Vorrichtung über eine beheizbare Matte verfügt, auf der die kleinen Patienten liegen und so während des gesamten Transportes ideal warm gehalten werden können.

Mit den Mannheimer Experten sowie der Trage fliegt Christoph Nürnberg zunächst zurück zur Station, tankt auf und ist wenig später in Weiden zu Stelle. Dort bereitet die Crew das Mädchen gemeinsam mit den Kolleginnen aus der Uniklinik für die Reise vor. Im Anschluss starten die Piloten der DRF Luftrettung die rot-weiße H 145 abermals und setzen erneut Kurs auf Mannheim – jetzt mit dem Baby an Bord, dessen Verlegung eilig erfolgen muss, da das Lungenversagen inzwischen zeitkritisch ist. Während des gesamten, einstündigen Fluges (auf dem Landweg hätte die Überwindung der Distanz mehr als drei Stunden gedauert), kümmern sich der zur Besatzung von Christoph Nürnberg gehörende Notfallsanitäter der DRF Luftrettung sowie die Kinderkrankenschwester und die Kinderärztin um den Säugling, der in der Luft wie auf einer Intensivstation überwacht und weiterbehandelt werden kann.

Der Transport wird ohne Komplikationen durchgeführt. Um kurz nach 22 Uhr erreicht der Hubschrauber die Uniklinik Mannheim, wo das Kind anschließend sofort die dringend benötigte, lebensrettende ECMO-Therapie erhält.

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