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19.11.2016 | Rettungsbericht

„Ach Mama, du brauchst nicht weinen“

An ihrem Ruhetag will eine Gastronomenfamilie aus Markneukirchen (Vogtland) es sich auf der Terrasse ihres Gasthofs gemütlich machen. Selbstgebackenes Brot und frische Salate stehen schon bereit, nur der Grill braucht noch ein bisschen, bis eine schöne Glut vorhanden ist. Die fünf Jahre alte Anouk wartet geduldig, bis ihr Vater das erste Grillgut auf den Rost legt, als plötzlich eine Windböe das Feuer hochlodern lässt. Durch den Wind werden Flammen über das Sicherheitsblech hinaus auf die Terrasse getragen, sie erfassen Anouk und fügen ihr Verbrennungen zu. Das Mädchen war zur falschen Zeit am falschen Ort. „Sie hat nichts angefasst, nichts falsch gemacht“, erinnert sich der Vater André. 

Geistesgegenwärtig setzt er seine Tochter sofort ins Auto, um mit ihr ins nächste Krankenhaus zu fahren. Denn Baustellen erschweren die langwierige Anfahrt durch das Tal bis zum Gasthof, der Vater will nicht warten, bis ein Rettungswagen am Unfallort wäre. Doch im Provinzkrankenhaus angekommen wird schnell klar, dass Anouks Verbrennungen im Gesicht sowie an Armen, Hals und Brust nicht adäquat versorgt werden können. Die Klinikärzte sind sich einig, dass das Mädchen in einer Spezialklinik behandelt werden muss. Damit die Therapie so rasch wie möglich beginnen kann, ist ein schneller Transport in die weiterbehandelnde Klinik erforderlich.

Rettungsmittel der Wahl ist der rund 40 km Luftlinie entfernt stationierte Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung. Nur wenige Minuten nach der Alarmierung treffen die Luftretter aus Zwickau bereits im Krankenhaus ein, und sie kennen auch die Zielklinik für Anouks Weiterbehandlung: Im Verbrennungszentrum des Universitätsklinikums Halle-Wittenberg ist man spezialisiert auf die Versorgung schwerbrandverletzter Kinder. Anouks Mutter Kathrin ist mittlerweile auch vor Ort. Die Brandwunden ihrer Tochter sind mit sterilen Verbänden abgedeckt, der Körper selbst ist in eine Art Rettungsdecke gehüllt, damit keine Wärme verloren geht. Als sie ihre Tochter so sieht, kommen der Mutter die Tränen. „Ach Mama, du brauchst nicht weinen“, sagt Anouk zum vorläufigen Abschied. Der Vater begleitet den Transport im Hubschrauber. 

Sechs Tage muss das kleine Mädchen im großen Uniklinikum bleiben. „Anouk war sehr tapfer“, erzählt Vater André im Rückblick. Die Brandverletzungen haben zum Glück nur wenige, kaum sichtbare Spuren hinterlassen. Einige Tage nachdem Anouk die Hallenser Klinik verlassen durfte, besucht die Familie die Zwickauer Station der DRF Luftrettung, um der Besatzung persönlich und mit einer Spende zu danken. André und Kathrin Hänchen sind davon überzeugt, dass Anouks rasche Genesung auch dem schnellen Transport in die Zielklinik nach Halle geschuldet ist: „Man kann gar nicht wiedergutmachen, was die DRF Luftrettung für unsere Tochter getan hat.“ 

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