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20.04.2017 | News-Bericht

Anfall auf der Berghütte

  • Nach einem epileptischen Anfall ist die schnelle medizinische Hilfe der Karlsruher Luftretter gefragt. Das Ziel: Ein Ausflugslokal im Pfälzer Wald.
    Nach einem epileptischen Anfall ist die schnelle medizinische Hilfe der Karlsruher Luftretter gefragt. Das Ziel: Ein Ausflugslokal im Pfälzer Wald.

Ende März zeigen sich bereits die ersten Vorboten des Sommers. Die Sonne lacht, die Temperaturen klettern in die Höhe und viele Menschen zieht es hinaus in die Natur. Der Pfälzer Wald, mit seinen Weinbergen und Ausflugslokalen, ist eine beliebte Destination für Tagestouren.

Ein 36-Jähriger ist an jenem Sonntag mit Bekannten auf einer Berghütte nahe des Hambacher Schlosses zu Gast. Von der Terrasse der auf 320m Höhe gelegenen Gaststätte genießen sie die Sonnenstrahlen und lassen die Blicke über die vor ihnen liegende Landschaft schweifen. Plötzlich fällt der Mann auf den Boden und fängt unkontrolliert an zu zucken. Ein epileptischer Krampfanfall. Die Begleiter versuchen ihn zu beruhigen, aber es hilft nichts. Er wird bewusstlos. Sofort rufen sie nach Hilfe und wählen den Notruf. „Da es sich um einen erstmaligen Anfall gehandelt hat, war es richtig, umgehend den Notarzt zu alarmieren, denn hinter Krampfanfällen können sich auch schwerwiegende Krankheiten verbergen, die unter Umständen schnell zu behandeln sind“, erklärt Notfallsanitäter Marcus Sandrock. „Wenn man Zeuge eines epileptischen Anfalls wird, ist es wichtig, dass man versucht, weitere Verletzungen des Patienten durch unkontrollierte Bewegungen zu vermeiden, indem man beruhigend einwirkt. Zudem sollte man Gegenstände, die zu Verletzungen führen könnten, sowohl am Patienten selbst als auch in unmittelbarer Umgebung, entfernen“, rät der erfahrene Notfallsanitäter.

Zur gleichen Zeit rund 25 Kilometer Luftlinie entfernt. Am Flugplatz Speyer ist die Besatzung von Christoph 43 gerade dabei, den Hubschrauber aufzutanken. Sie befinden sich auf dem Rückweg von Ludwigshafen, wohin sie einen Patienten mit Verbrühungen im Gesicht transportiert haben. Sofort machen sich die Karlsruher Luftretter auf den Weg Richtung Pfälzer Wald. Dort angekommen, ist eine direkte Landung aufgrund der Hanglage der Ausflugslokals nicht möglich. „Gemeinsam haben wir abgewogen und beschlossen, dass wir zunächst den Notarzt am Hang in unmittelbarer Nähe der Hütte und des Patienten absetzen. Nach einem kurzen Briefing flog unser Pilot Jens Kurschat an den Hang heran und setzte dort mit der rechten Kufe auf, so dass der Notarzt aus der Maschine aussteigen konnte“, schildert Notfallsanitäter Marcus Sandrock. Nachdem der Notarzt den Hubschrauber sicher verlassen hat und sich umgehend um den Patienten kümmert, heben Pilot und Notfallsanitäter wieder ab und landen etwas unterhalb in einem flachen Stück nahe der Weinberge.

Der Patient ist zwischenzeitlich wieder zu sich gekommen und ansprechbar. Notarzt Dr. Simon Obier untersucht die Vitalparameter und legt einen intravenösen Zugang, um den Zustand des 36-Jährigen zu stabilisieren. Anschließend übergibt er den Patienten in die Obhut des Rettungsdienstes, der ihn im Rettungswagen in ein nahegelegenes Krankenhaus für weitere Untersuchungen transportiert.

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