05.12.2018 | News-Bericht

„Angestütztes Absetzverfahren“ an hügeliger Einsatzstelle

  • Nachdem der Pilot den Notarzt der DRF Luftrettung am Hang hatte aussteigen lassen, landete er auf einer ebenen Fläche.
    Nachdem der Pilot den Notarzt der DRF Luftrettung am Hang hatte aussteigen lassen, landete er auf einer ebenen Fläche.

Es war ein „typischer Schwarzwaldeinsatz“, erzählt Pilot Volker Buchmann. „Sehr ländliche Gegend, hügeliges Gelände und die Schwierigkeit, eine geeignete Landestelle zu finden.“ Der Pilot von Christoph 43 beschreibt einen Hang in Ottenhöfen. Dorthin beorderte die Integrierte Leitstelle Ortenau das Karlsruher Team der DRF Luftrettung vor wenigen Tagen. In der rund 3.300 Einwohner zählenden Gemeinde litt eine 63-Jährige unter starken Herzbeschwerden. Die Einsatzstelle habe sich in einem unwegsamen Gebiet befunden. „Für bodengebundene Kräfte bringt dies eine längeren Anfahrtszeit mit sich. Daher wurde zusätzlich Christoph 43 als schneller Notarztzubringer aufgrund seines Zeitvorteils benötigt, und wegen der Option, die Patientin gegebenenfalls rasch in eine geeignete Zielklinik transportieren zu können.“

Umgehend machte sich Buchmann gemeinsam mit Hubschraubernotarzt Jan Hein und Notfallsanitäter Marcus Sandrock auf den Weg. Kurz darauf traf die Crew über der Einsatzstelle ein. Eine Rettungswagenbesatzung war schon vor Ort, für die Luftretter gestaltete sich der Weg zu der herzerkrankten Ottenhöfenerin jedoch schwieriger. Diese befand sich nämlich an dem erwähnten Hang, und das Gelände, erklärt der Pilot, habe sich als zu uneben zum Landen erwiesen. Daher setzte Buchmann seine Kollegen per „Angestütztem Absetzverfahren“ über die Kufen der rot-weißen EC 135 ab. Für dieses Manöver wird die Maschine im Schwebeflug gehalten, während nur ein Teil der Kufen den Boden berührt. Auf diese Weise konnte der Notarzt von Christoph 43 sicher aussteigen und direkt zu der 63-Jährigen eilen. Volker Buchmann sah sich in der Zwischenzeit nach einer passenden Landestelle um und fand diese auf einer nahegelegenen Wiese.

Jan Hein und – nach erfolgter Landung – auch Marcus Sandrock erreichten derweil die Patientin, und der Notarzt der DRF Luftrettung untersuchte die Frau. „Es verdichtete sich der Verdacht auf ein Akutes Koronarsyndrom“, erläutert Volker Buchmann. Sofort versorgten Hein und Sandrock die Erkrankte gemeinsam mit den bodengebundenen Kollegen.

Dann habe sich die Crew entschieden, „die Frau in das nächstgelegene geeignete Klinikum mit Herzkatheterbereitschaft zu transportieren, in diesem Fall war das das Ortenau Klinikum Lahr“, fährt der Pilot fort. Nachdem die 63-Jährige behutsam zum Hubschrauber gebracht und eingeladen wurde, hob die Maschine wieder ab. Nach zehn Minuten kam die Karlsruher Besatzung der DRF Luftrettung an dem Krankenhaus an und übergab die Ottenhöfenerin dem bereitstehenden Ärzteteam.

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Die Crew am heutigen Geburtstag der Station: v.l. Gilles Kodsi, Pilot, Sebastian Geißert, HEMS TC, und Dr. Jörn Hötzel, Notarzt. (Quelle DRF Luftrettung)
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