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15.01.2018 | News-Bericht

Baby muss nach Tübingen geflogen werden

  • Nur Minuten nach der Alarmierung war Christoph 53 aus Mannheim schon auf dem Weg zur Uniklinik Heidelberg. Hier nahmen die Luftretter das Baby und einen Kinderarzt an Bord, bevor es weiterging nach Tübingen. Symbolbild.
    Nur Minuten nach der Alarmierung war Christoph 53 aus Mannheim schon auf dem Weg zur Uniklinik Heidelberg. Hier nahmen die Luftretter das Baby und einen Kinderarzt an Bord, bevor es weiterging nach Tübingen. Symbolbild.

Oft werden die Einsatzkräfte der DRF Luftrettung auch dann benötigt, wenn der Patient bereits im Krankenhaus liegt – nämlich dann, wenn er zur optimalen Weiterversorgung in eine andere Klinik gebracht werden soll. So war es auch am Vorabend des dritten Advents in Heidelberg, als sich der Zustand eines sechs Monate alten Babys dramatisch verschlechterte. Die Diagnose: beginnendes Leberversagen. Das kleine Mädchen musste so schnell wie möglich in die Uniklinik Tübingen transportiert werden, denn dort ist man für solche Fälle besser ausgerüstet. Schnell war die Crew der Station Mannheim mit Christoph 53 zur Stelle.

„Nachdem der Pilot das Wetter gecheckt hatte, fand noch vor Abflug ein Arzt-Arzt-Gespräch statt. Dabei teilte der Notarzt aus Heidelberg unserem Hubschrauber-Notarzt direkt mit, dass auf den Transport ein Facharzt für pädiatrische Intensivmedizin mitgenommen werden müsse“, erinnert sich Notfallsanitäter Oliver Lutz. „Denn der Zustand des Babys war lebensbedrohlich und es musste lückenlos durch einen spezialisierten Kinderarzt betreut werden.“

Gemeinsam mit Notarzt Dr. Volker Gebhardt und Pilot Martin Beitzel flog Lutz anschließend schnellstmöglich das Universitätsklinikum in Heidelberg an – von der Alarmierung bis zur Ankunft vergingen gerade einmal fünf Minuten. „Die Übergabe war komplex und dauerte aufgrund der Intensivversorgung des Kindes eine Weile. Beispielsweise hatte das Mädchen eine Drainage im Bauch, die das überschüssige Wasser abführte. Durch unsere Routine lief aber doch alles sehr zügig und strukturiert, was der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Hubschrauberbesatzung und Stationspersonal zu verdanken ist“, lobt Lutz. Von Vorteil sei auch gewesen, dass sich alle Beteiligten schon gekannt hätten. Er selbst habe neun Jahre lang auf der Station in Heidelberg in der Pflege gearbeitet, sei mit den Prozessen vertraut.

Die Crew der DRF Luftrettung legte das schwerkranke Mädchen behutsam in das  spezielle Kinderrückhaltesystem des rot-weißen Hubschraubers, sodass es für den Flug optimal gesichert war. Mit dem Kindernotarzt an Bord ging es schließlich, etwa eine Stunde nach der Ankunft in Heidelberg, los zur Uniklinik Tübingen. „Dort hat man mehr Möglichkeiten, Kinder mit Leberschäden zu versorgen“, erläutert der Notfallsanitäter den Entschluss zur Verlegung.

Wie kann es überhaupt dazu kommen, dass einem so kleinen Kind die Leber versagt? „Die Ursache ist derzeit noch völlig unklar“, so Oliver Lutz. Das Kind sei zu Hause krank geworden, es ging ihm schlecht, der Bauch wurde dick – doch warum, das müssen die noch laufenden Untersuchungen ergeben. Auch wie es ihm nun geht, weiß die Crew der DRF Luftrettung leider nicht. „Man kann aber sagen, dass zumindest aus luftrettungstechnischer Sicht alles perfekt gelaufen ist und alle Beteiligten ihr Bestes gegeben haben, um dem kleinen Kind zu helfen“, stellt Oliver Lutz fest. Spontan atmend und mit stabilem Kreislauf konnte die Mannheimer Crew den jungen Menschen in Tübingen abgeben. Lutz und seine Kollegen hoffen, dass es dem kleinen Mädchen inzwischen besser geht: „Es bleibt uns nun nur noch, dem Kind und seinen Eltern alles Gute zu wünschen!“

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