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05.01.2018 | News-Bericht

Beherzte Erzieherinnen retten 37-Jähriger durch Ersthilfe das Leben

  • Nachdem sie ihr Kind im Kindergarten abgegeben hatte, brach eine Mutter mit Herzstillstand zusammen. Das beherzte Eingreifen der Erzieherinnen rettete Ihr Leben.
    Nachdem sie ihr Kind im Kindergarten abgegeben hatte, brach eine Mutter mit Herzstillstand zusammen. Das beherzte Eingreifen der Erzieherinnen rettete Ihr Leben.

Wie überlebensnotwendig auch die Initiative von medizinischen Laien sein kann, zeigte sich kürzlich bei einem Einsatz von Christoph 27. Der trug sich im Luftkurort Streitberg in der Fränkischen Schweiz zu. Im Tal des Flusses Wiesent gelegen, umrahmen Waldstücke das Gebiet, und Fachwerkhäuser unterstreichen den gemütlichen Charme der Gegend. In diesem idyllischen Umfeld brachte eine 37-Jährige an einem Novembermorgen ihr Kind zum örtlichen Kindergarten. Doch gerade, als die Mutter die Einrichtung wieder verlassen wollte, brach sie aufgrund eines Herz-Kreislauf-Stillstandes bewusstlos im Treppenhaus zusammen. Die anwesenden Erzieherinnen handelten sofort, führten die Herzdruckmassage durch, bis der bodengebundene Rettungsdienst eintraf. Auch die Freiwillige Feuerwehr und Christoph 27 von der Nürnberger Station der DRF Luftrettung wurden umgehend verständigt.

Die Luftretter kamen nur wenige Minuten nach der Alarmierung in Streitberg an, konnten jedoch nicht direkt am Kindergarten landen. „Die Straßen in dem Dorf waren sehr eng, wir mussten am Ortsrand runter“, erinnert sich Notfallsanitäter Markus Lederer, der an dem Tag zum Team von Christoph 27 gehörte. Nachdem Pilot Tilman Blaich die Maschine der DRF Luftrettung auf einer Wiese neben dem örtlichen Feuerwehrgerätehaus absetzen konnte, wurden Lederer und Hubschraubernotarzt Dr. Björn Lütcke gleich darauf von der Feuerwehr zum Kindergarten gebracht. „Als wir die Einsatzstelle erreichten, wurde von den bodengebundenen Rettungskräften schon viel geleistet. Sie hatten die Frau reanimiert und beatmet sowie zweimal defibrilliert, so dass sie aufgrund der Elektroschocktherapie mittlerweile wieder einen eigenen Herzrhythmus hatte.“ Warum die Mutter den Kreislaufstillstand erlitt, blieb allerdings unklar. „Das war sehr ungewöhnlich. Sie hatte weder bekannte Vorerkrankungen, noch nahm sie irgendwelche Medikamente ein. Das bestätigte uns auch eine Verwandte der Patientin, die ebenfalls zum Kindergarten gekommen war. Wir konnten uns diesen Krankheitsverlauf nicht erklären“, berichtet der Notfallsanitäter. „Nach der Ursache wird im aufnehmenden Klinikum geforscht werden.“

Nachdem die 37-Jährige stabilisiert und für den Transport vorbereitet wurde, entschied das Team gemeinsam, dass die Frau mit dem Rettungswagen in das Universitätsklinikum in Erlangen gefahren werden sollte. 

Dr. Lütcke begleitete die Patientin im Rettungswagen zum Klinikum, wo sie dem dortigen Team auf der Intensivstation zur weiteren Versorgung übergeben wurde. Währenddessen flogen der Notfallsanitäter und Tilman Blaich in der rot-weißen Maschine der DRF Luftrettung den Kollegen voraus. Am Hubschrauberlandeplatz des Erlanger Krankenhauses angekommen, warteten die beiden, um den Mediziner von Christoph 27 nach der Übergabe der Frau wieder aufzunehmen. „Das ging ganz fix, und so hat alles sehr gut und zuverlässig funktioniert. Die Patientin war zum Glück stabil“, resümiert Lederer.  

Bewundernswert sei das beherzte Eingreifen der Ersthelferinnen im Kindergarten gewesen, die der 37-Jährigen so das Leben gerettet haben. „Die Erzieherinnen haben vorbildlich und mutig gehandelt. Leider ist so ein Verhalten oftmals nicht selbstverständlich.“ Viele Menschen hätten Berührungsängste oder Sorgen, bei Reanimationsversuchen Fehler zu machen. Dies sei aber völlig unbegründet, wie der Fachmann verdeutlicht: „Eine gebrochene Rippe ist allemal besser, als der Tod des Betroffenen. Das Schlechteste, was man in so einer Situation tun kann, ist, gar nichts zu unternehmen.“ 

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