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11.09.2017 | News-Bericht

Bewusstlos beim Strandspaziergang

  • Mit dem Rettungswagen nicht erreichbar: der Strand bei Stubbenfelde auf Usedom.
    Mit dem Rettungswagen nicht erreichbar: der Strand bei Stubbenfelde auf Usedom.

Es ist ein herrliches „Fleckchen" Deutschland: Usedom, gelegen in der südlichen Ostsee, zieht verständlicherweise Jahr für Jahr Tausende Urlauber an, besonders in den Sommermonaten. Über 40 Kilometer Sandstrand gibt es auf der zweitgrößten deutschen Insel insgesamt. Auch im Bereich des Seebades Stubbenfelde an der Ostküste der Insel ist der Strand breit und der Sand feinkörnig.

Hier genießt ein Paar Anfang September die Spätsommerstrahlen, als die 49-jährige Frau beim gemeinsamen Strandspaziergang einen plötzlichen Krampfanfall erleidet und bewusstlos zusammenbricht. Ein Notruf geht bei der Leitstelle ein, sie alarmiert sofort Christoph 47 aus Greifswald. Pilot Bernd Rosenberger, Notärztin Dr. Claudia Schäfer und Notfallsanitäter Sven Reimann starten unverzüglich mit ihrer rot-weißen BK 117.

Nur 14 Minuten, nachdem die Alarmmelder auf der Station der DRF Luftrettung die Crew alarmiert hatten, setzt Bernd Rosenberger den Rettungshubschrauber direkt neben der Patientin auf dem Sandstrand auf. Die Wasserwacht ist vor Ort und sichert die Landung ab. Dr. Schäfer beginnt sofort mit der Versorgung der 49-Jährigen. Nach kurzer Behandlung lädt das Team von Christoph 47 die Frau in den Hubschrauber und fliegt sie zur weiteren Abklärung und Therapie ins Klinikum der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Abermals benötigt das schnelle Rettungsmittel nur kurze Zeit bis zu erneuten Landung. Die Besatzung übergibt die Patientin in stabilem Zustand an die bereitstehenden Fachärzte im Uniklinikum.

„Die Landverbindung von Usedom zum Festland stellt gerade in der Urlaubszeit ein Nadelöhr dar", schildert Pilot Rosenberger, warum der Transport auf dem Luftweg zum Vorteil der Strandspaziergängerin gewesen sei. „Man muss auch mit einem Rettungswagen und Blaulicht über die Brücke bei Wolgast fahren, und die kann im schlechtesten Fall gerade für die Durchfahrt des Schiffsverkehrs hochgeklappt sein." Das komme mehrmals täglich vor, und dann, so hat es der erfahrene Pilot der DRF Luftrettung aus dem Hubschrauber heraus mehrfach beobachten können, dauere es bis zu 20 Minuten, ehe der Straßenverkehr wieder freigegeben werde.

„Bei diesem Einsatz kommt etwas anderes hinzu", ergänzt Bernd Rosenberger: „Man muss die Strandsituation berücksichtigen! Der Einsatzort befand sich in einem Abschnitt, der per Rettungswagen nicht anfahrbar ist. So hätte die Patientin erst von Helfern durch den Sand und über die Hügel durch den Küstenwald getragen und zum Fahrzeug gebracht werden müssen." Alles in allem, verdeutlicht der Pilot, hätten somit ohne den Greifswalder Hubschrauber leicht eineinhalb Stunden vergehen können, ehe die 49-jährige Frau in der Klinik gewesen wäre.

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