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13.03.2017 | News-Bericht

Blut im Kopf oder wenn es um Minuten geht

  • Lebensgefahr durch Hirnblutung - Der Patient wurde schnellstmöglich in das Werner Forßmann Krankenhaus in Eberswalde geflogen. Zum Einsatz kam dabei eine mechanische Reanimationshilfe.
    Lebensgefahr durch Hirnblutung - Der Patient wurde schnellstmöglich in das Werner Forßmann Krankenhaus in Eberswalde geflogen. Zum Einsatz kam dabei eine mechanische Reanimationshilfe.

Blutgefäße platzen aus vielerlei Gründen, beispielsweise infolge eines Sturzes oder eines Schlages. Dabei entstehen häufig Hautblutungen, auch blaue Flecke oder Hämatome genannt, die meist harmlos sind. Anders verhält es sich, wenn eine Ader im Gehirn reißt und eine Hirnblutung auslöst – dann besteht Lebensgefahr!

So erging es einem Mann im Landkreis Uckermark. Plötzlich konnte der Mann nicht mehr richtig gehen, war verwirrt und gab unklare Laute von sich. Daraufhin alarmierte seine Frau über die Notrufnummer 112 die Rettungsleitstelle, kurz darauf waren bodengebundenen Rettungskräfte sowie ein Notarzt vor Ort. Zwischenzeitlich hatte der Mann einen Herzkreislaufstillstand erlitten und musste reanimiert werden.

Als er wieder einen Spontankreislauf hatte, forderte der bodengebundene Notarzt vor Ort für den schnellen Transport des Patienten einen Hubschrauber der DRF Luftrettung an. „Könnt ihr übernehmen? Patient mit Verdacht auf Hirnblutung, wurde reanimiert", informierte der Leitstellendisponent die Luftretter aus Angermünde, die gerade einen intensivpflichtigen Patienten im Krankenhaus Eberswalde übergeben hatten. So konnten Pilot Marco Biamino, Notarzt Dr. Henning Blaich und Rettungsassistent Martin Bosch direkt durchstarten mit Kurs auf den Luftlinie 44 Kilometer entfernten Einsatzort.

„Als wir beim Patienten eintrafen, war dieser instabil. Sein Spontankreislauf brach immer wieder zusammen und er musste erneut reanimiert werden", schildert Rettungsassistent Martin Bosch Momente zwischen Leben und Tod. „Er war über eine Atemwegshilfe beatmet. Um den Atemweg noch besser zu sichern und eine bestmöglichste Sauerstoffversorgung für das Gehirn zu erreichen, führten wir zunächst einen Tubus in die Luftröhre ein. Anschließend wurde er mit unserem Beatmungsgerät Oxylog 3000plus künstlich beatmet. Um sein Herzkreislaufsystem zu stabilisieren, haben wir ihm entsprechende Medikamente über eine Dosierpumpe verabreicht."

Diese Dosierpumpen, auch Spritzenpumpen genannt, erlauben eine exakte Dosierung und kontinuierliche Gabe von Medikamenten und gehören zur Standardausstattung der Hubschrauber der DRF Luftrettung. Für den Fall, dass der Patient während des Transports erneut reanimationspflichtig werden sollte, wurde an ihm eine sogenannte mechanische Reanimationshilfe angebracht. Sinn und Zweck dieser Apparatur erklärt der Rettungsassistent wie folgt: „Eine mechanische Reanimationshilfe besteht aus einer Platte, die mit einem Arm oder Bogen verbunden ist. Der Patient liegt mit dem Rücken auf der Platte, am Ende des Bogens ist ein Stempel, der über dem Thorax fixiert wird. Im Falle eines Herzkreislaufstillstands übernimmt dann die Reanimationshilfe die Herzdruckmassage."

Während des Transports in das Werner Forßmann Krankenhaus nach Eberswalde blieb der Patient zwar kreislaufstabil, doch es kam dennoch zu Komplikationen. „Der Mann hat eine Pupillendifferenz ausgebildet, d.h. eine Pupille war eng und die andere weit, was auf eine Blutung im Gehirn hindeutet", so Martin Bosch. Noch aus der Luft wurde die Zielklinik über diese Symptomatik informiert, sodass der Patient nach Landung in Eberswalde direkt in die Radiologie gebracht wurde. Das Ergebnis der Computertomographie bestätigte den Verdacht: Ein Blutgefäß war gerissen und hatte eine massive Hirnblutung ausgelöst. Nach der Patientenübergabe verabschiedeten sich die Luftretter und kehrten an ihre Station nach Angermünde zurück.

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