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04.07.2018 | News-Bericht

Bruchlandung in Baumwipfeln

  • Nach der komplizierten Rettung aus dem Wald fliegt die Besatzung von Christoph Thüringen die Verletzte in eine Klinik. Symbolbild.
    Nach der komplizierten Rettung aus dem Wald fliegt die Besatzung von Christoph Thüringen die Verletzte in eine Klinik. Symbolbild.

Der Abend brach schon über dem Weimarer Land herein, als die Rettungsleitstelle Christoph Thüringen Ende Juni zu einem so ungewöhnlichen wie spektakulären Unfall alarmierte: Bei Blankenhain, nur zehn Kilometer Luftlinie von der Station Bad Berka der DRF Luftrettung entfernt gelegen, war eine 50jährige Gleitschirmfliegerin verunglückt. Zunächst verfing sie sich mit ihrem Fluggerät in Baumwipfeln, dann stürzte sie von dort zu Boden.

Die Piloten Christian Wieloch und Michael Deiniger sowie Notarzt Dr. Detlef Hammer und Rettungsassistent Rene Heimbürge starteten daraufhin umgehend mit ihrer rot-weißen EC 145. Denn der Unglücksort befand sich in einem ausgesprochen unwegsamen, kleinen Wald mit sehr abschüssiger Geländeform. Bodengebundene Rettungskräfte hätten ihn innerhalb einer angemessenen Zeitspanne kaum erreichen können.

„Zunächst waren jedoch nur ungenaue Angaben zur Örtlichkeit vorhanden“, berichtet Dr. Hammer, der leitender Notarzt der Station Bad Berka ist. „Beim Anflug konnte diese jedoch rasch lokalisiert werden, wobei ein winkender Begleiter des Unfallopfers half. Eine Landung war aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nur etwas abseits und oberhalb der Unglückstelle möglich.“ Der Hubschraubernotarzt begab sich anschließend zusammen mit seinem Kollegen Rene Heimbürge unverzüglich zu Fuß zu der im Bereich eines mit Sträuchern und Geäst bewachsenen Abhangs befindlichen Patientin.

Als die medizinische Crew von Christoph Thüringen bei der 50-Jährigen eintrifft, klagt diese über starke Schmerzen im Becken- und Oberschenkelbereich. „Zunächst wurde eine Infusion angelegt und eine Schmerztherapie eingeleitet“, schildert Detlef Hammer die nächsten Maßnahmen. „Wegen der schwierigen Bedingungen und der völligen Immobilität der Patientin war parallel dazu die Feuerwehr nachgefordert worden. Inzwischen war auch das Personal eines Rettungswagens eingetroffen“, fährt er fort. „Trotzdem gestaltete sich die technische Rettung der Patientin sehr aufwendig.“ Diese sei mittels Schaufeltrage und Vakuummatratze bewältigt worden, mit der die Frau zunächst in eine etwas besser zugängliche Position gebracht und von dort schließlich in einer Schleppkorbtrage von den Kameraden der Feuerwehr abgeseilt wurde.

Im Rettungswagen untersuchte Dr. Hammer die Verletzte anschließend noch einmal eingehend. „Nach Anlage einer Beckenschlinge und Fortführung der Infusions-Schmerztherapie erfolgte der schnelle Transport per Hubschrauber ins Traumazentrum der Zentralklinik Bad Berka. Hier bestätigte sich eine Fraktur im Becken-Oberschenkelbereich, die umgehend operativ versorgt wurde“, so der Hubschraubernotarzt von Christoph Thüringen zum erfolgreichen Ausgang des Einsatzes.

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