01.10.2020 | News-Bericht

„Christoph Niedersachsen“ feiert 25. Geburtstag

  • Feiert sein 25-jähriges Jubiläum: Der Intensivtransporthubschrauber in Hannover.
    Feiert sein 25-jähriges Jubiläum: Der Intensivtransporthubschrauber in Hannover.

Am 01. Oktober 1995 nahm die DRF Luftrettung „Christoph Niedersachsen“ in Betrieb. Was heute als selbstverständlich gilt, war zu Beginn eine Herausforderung.

Rückblick: Dass der rot-weiße Hubschrauber der DRF Luftrettung täglich vom Flughafen Hannover aus starten kann, ist zu großen Teilen dem ehemaligen Stationsleiter Achim Bickel zu verdanken. Der Pilot hatte die Station in den 90er Jahren aufgebaut. Eine der vielen Herausforderungen dabei war die Suche nach einem Standort. Über einen Bekannten erhielt er Büros in der Flughafenhalle einer deutschen Fluggesellschaft. Ein Standplatz für den Hubschrauber war dort ebenfalls vorhanden. Am 1. Oktober 1995 konnte es schließlich losgehen, seither fliegt die Besatzung von „Christoph Niedersachsen“ hauptsächlich Intensivpatienten, die für eine bessere Versorgung ihrer Verletzungen oder Erkrankungen zwischen Kliniken transportiert werden müssen.

Weitere Herausforderungen folgten: „Damals gab es noch keine Koordinierungsstelle (KoST), jeder Betreiber von Intensivtransporten in Niedersachsen musste die Einsätze selbst abstimmen“, erinnert sich Bickel. „Wir mussten unsere Bekanntheit bei den Kliniken steigern, damit diese uns bei Bedarf überhaupt einsetzten.“ Einmal kam es vor, dass neben „Christoph Niedersachsen“ auch ein anderer Hubschrauber an einer Klinik eintraf – um denselben Patienten zu transportieren. „Zum Glück gibt es seit 1998 die KoST Niedersachsen, die sämtliche Intensivtransporte im Land koordiniert. Und unser Hubschrauber ist offiziell vom Land für die Durchführung von Intensivtransporten beauftragt.“

 

Die Jubiläumscrew für den heutigen Tagdienst von Christoph Niedersachsen, v.l.: Pilot Aaron Norris, HEMS TC Joachim Mell und Notarzt Dr. David Bürger.
Die Jubiläumscrew für den heutigen Tagdienst von Christoph Niedersachsen, v.l.: Pilot Aaron Norris, HEMS TC Joachim Mell und Notarzt Dr. David Bürger.

Veränderung und Beständigkeit

Vieles hat sich in den 25 Jahren verändert: Auf den ersten Hubschrauber, eine Bell 222, folgte später eine EC145 und seit 2018 fliegen die Crews mit einer H145. „Dieser Rettungshubschrauber ist der modernste, den es derzeit gibt“, erläutert der jetzige Stationsleiter und Pilot Andreas Schwind. „Das Rauminnenkonzept wurde von der DRF Luftrettung mitentwickelt. Mit ihrer großen Reichweite von rund 700 Kilometern und einer Geschwindigkeit von bis zu 262 Stundenkilometern sind schnelle Transporte über größere Distanzen mit der H145 kein Problem. Als fliegende Intensivstation ausgestattet, bietet sie ideale Bedingungen für den Transport von Risikopatienten.“

Auf Seiten der Medizintechnik gab es große Fortschritte: „Christoph Niedersachsen“ hat sich zum Beispiel auf ECMO-Transporte spezialisiert, die früher so gar nicht möglich waren. ECMO steht für extrakorporale Membranoxygenierung. Dabei handelt es sich um eine künstliche Lunge, die vorübergehend die menschliche Herz-Kreislauf-Funktion übernimmt. Sie wird bei einer schweren Herzleistungsschwäche, Lungenerkrankung oder kombinierten Herz-Lungen-Erkrankung eingesetzt.

Eines ist seit 1995 geblieben: Seit Anfang an ist „Christoph Niedersachsen“ rund um die Uhr einsatzbereit, 365 Tage im Jahr. „Nachts sind wir der Intensivtransporthubschrauber, der Patienten in niedersächsische Kliniken verlegt“, bemerkt Schwind. „Meistens fliegen wir die Medizinische Hochschule Hannover, das Nordstadt Krankenhaus in Hannover, die Uniklinik Göttingen oder das Herz und Gefäßzentrum in Bad Bevensen an. Die Uniklinik Göttingen und die Medizinische Hochschule Hannover stellen eigene ECMO-Teams – meist ein Herzchirurg und ein Kardiotechniker – mit denen wir die ECMO-Transporte durchführen.“

Neben dem Intensivtransport wird „Christoph Niedersachsen“ auch für die Notfallrettung eingesetzt, wenn dies erforderlich ist. „Etwa 20 Prozent der Alarmierungen sind Notfalleinsätze“, weiß Schwind, für den sein Job nach wie vor etwas Besonderes ist. „Was kann es Schöneres geben, als Menschenleben zu retten und dabei fliegen zu können. Darüber hinaus ist der Zusammenhalt im Team super, alle sind füreinander da. Nur so kann im Einsatz alles optimal funktionieren. Genau das ist unser Ziel, schließlich geht es darum, Menschen zu helfen.“ Und das nun bereits seit 25 Jahren.

Über die DRF Luftrettung

Die DRF-Gruppe mit Sitz in Filderstadt ist eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Insgesamt leistete die Gruppe 40.738 Einsätze im Jahr 2019. An 14 der 35 Stationen in Deutschland, Österreich und Liechtenstein sind die Crews rund um die Uhr einsatzbereit, an sieben Standorten kommen Hubschrauber mit Rettungswinde zum Einsatz.

Zur DRF-Gruppe gehört seit 2001 die österreichische ARA Flugrettung mit zwei Stationen sowie seit 2019 die Northern HeliCopter GmbH (NHC), die an drei Stationen Einsätze in der Luft- und Wasserrettung leistet. Außerdem ist die DRF Luftrettung im Netzwerk der AP³ Luftrettung an einer Station in Balzers/Liechtenstein beteiligt. Darüber hinaus holt die DRF Luftrettung mit eigenen Ambulanzflugzeugen Patienten aus dem Ausland zurück.

Für den kontinuierlichen Ausbau ihrer lebensrettenden Aufgabe ist die gemeinnützige Luftrettungsorganisation auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Weit über 400.000 Förderer weiß der DRF e.V. bereits an seiner Seite.

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Minuten- und Kilometerzahl sind durchschnittliche Angaben

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Mehr zur Station:

Dr. Krystian Pracz (links), Vorstandsvorsitzender der DRF Luftrettung, begrüßt Innenminister Boris Pistorius (2 v.l.) sowie Jochen Ramakers (2 v.r.), Vorstandsvorsitzender der STIFTUNG Sparda-Bank Hannover und Jürgen Wache, Vorstandssprecher der Hannoverschen Volksbank.
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