06.03.2019 | News-Bericht

Christoph Nürnberg transportiert Baby im Inkubator

  • Der Intensivtransporthubschrauber der DRF Luftrettung bringt das Frühchen von Amberg zum Nürnberger Flughafen.
    Der Intensivtransporthubschrauber der DRF Luftrettung bringt das Frühchen von Amberg zum Nürnberger Flughafen.

Es sei ein „etwas ungewöhnlicher Einsatz“ gewesen, berichtet Alexander Schuricht, Notfallsanitäter von Christoph Nürnberg, den er und seine Crewkollegen kürzlich durchführten. Gemeinsam mit Pilot Heiko Unterburger und Hubschraubernotarzt Dr. Jochen Maul flog er in den späten Abendstunden nach Amberg, um einem wenige Wochen alten Baby zu Hilfe zu kommen. Das Kind, dessen Eltern aus Düsseldorf stammen, war in Amberg tragischerweise krank zur Welt gekommen. Es wurde zu früh geboren, in der 24. Schwangerschaftswoche.

Schließlich war der Säugling so stabil, dass er in eine Klinik in Düsseldorf gebracht werden sollte. Aber: „Am Verlegungstag spielte das Wetter nicht mit. Düsseldorf meldete Schneefall und viel zu tiefe Wolkenuntergrenzen für Hubschrauber“, erläutert die Crew, warum der geplante Transport des Babys plötzlich doch nicht möglich schien. Die Zentrale Koordinierungsstelle (ZKS) organisierte daher ein anderes Vorgehen und beorderte das Nürnberger Hubschrauberteam zur Klinik nach Amberg, um das Kleinkind dort abzuholen und mit dem Intensivtransporthubschrauber der DRF Luftrettung zunächst nach Nürnberg zum Flughafen zu fliegen.

Umgehend machten sich Pilot, Hubschraubernotarzt und Notfallsanitäter auf den Weg. Am Krankenhaus angekommen, übernahm die Besatzung das Baby, das sich bereits bestens vorversorgt in einem Inkubator befand. In dem auch als „Brutkasten“ bekannten medizintechnischen Gerät können Säuglinge bei geregelter Temperatur gut geschützt transportiert werden. Zur optimalen medizinischen Betreuung des Patienten während des Flugs nahm die Besatzung auch einen auf solche Fälle spezialisierten Kinderarzt an Bord auf. Kurz darauf startete Heiko Unterburger erneut die Triebwerke der rot-weißen H 145, und die Crew der DRF Luftrettung flog zum Flughafen Nürnberg.

„Dort wartete bereits ein von der ZKS entsandter Jet, ebenfalls mit Spezialteam und Inkubator“, erklärt Notfallsanitäter Schuricht. Denn diese Maschine könne schneller sowie höher, und somit über die tief stehenden Wolken hinweg, fliegen. „Direkt am Vorfeld luden wir das Kind um, und die Jet-Besatzung flog es weiter zum Flughafen Düsseldorf. Von dort brachte es ein Rettungswagen die restlichen Meter in die Zielklinik.“ Die gesamte Rettungskette habe auf diese Weise vorbildlich funktioniert, und der Säugling konnte den Spezialisten in der Rheinmetropole zur weiteren medizinischen Versorgung übergeben werden.

Das 24 Stunden einsatzbereite Nürnberger Team der DRF Luftrettung brachte derweil den Pädiater zur Amberger Klinik zurück. Die ganze Crew, betont Alexander Schuricht, wünsche dem Kleinkind und seiner Familie alles Gute.

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