15.02.2019 | News-Bericht

Defekte Gasheizung verursacht Kohlenmonoxidvergiftung

  • Mehrere Personen erlitten eine lebensgefährliche Kohlenmonoxid-Vergiftung. Eine junge Frau wurde an Bord von Christoph 27 in eine Druckkammer geflogen.
    Mehrere Personen erlitten eine lebensgefährliche Kohlenmonoxid-Vergiftung. Eine junge Frau wurde an Bord von Christoph 27 in eine Druckkammer geflogen.

Geruchlos und unsichtbar: Breitet sich Kohlenmonoxid (CO) in Räumlichkeiten aus, bleibt das hochgiftige geruchlose Gas von den Bewohnern unbemerkt. Es besteht akute Lebensgefahr. Eine defekte Gasheizung verursachte ein solches Szenario Anfang Februar in einem Mehrfamilienhaus in Untersteinbach. Insgesamt sieben Menschen zogen sich in dem Ortsteil der Gemeinde Rauhenebrach eine Kohlenmonoxidvergiftung zu. Schwindel und Unwohlsein können zu den Symptomen gehören. Eine Anwohnerin, die unter diesen Erscheinungen litt, setzte einen Notruf ab. Die Integrierte Leitstelle Schweinfurt entsandte daraufhin mehrere Rettungsmittel zu dem Großeinsatz, darunter Christoph 27.

Das Nürnberger Team der DRF Luftrettung, das an jenem Freitag aus Pilot Tilman Blaich, Hubschraubernotarzt Dr. Klaus-Peter Eberle und Notfallsanitäter Dominic Fischer bestand, flog sofort los und erreichte das Gebäude wenig später. Ein Rettungswagen war bereits da. Die Feuerwehr und ein bodengebundener Notarzt trafen ebenfalls ein. Die medizinische Crew von Christoph 27 übernahm eine 19-jährige Patientin. Bei einer CO-Vergiftung verdrängt Kohlenmonoxid Sauerstoff aus der Bindung mit dem Blutfarbstoff Hämoglobin. Die Folge ist unter anderem eine Sauerstoff-Unterversorgung des Herzens und des zentralen Nervensystems.

Nach der medizinischen Versorgung der jungen Frau durch Hubschraubernotarzt Eberle und Notfallsanitäter Fischer habe die Hausbewohnerin daher eine rasche Weiterbehandlung benötigt, erläutert Pilot Blaich: „Die Entscheidung fiel auf eine Druckkammer.“ In einer solchen atmen Patienten reinen Sauerstoff ein. So wird die Gewebeversorgung gewährleistet und zudem das giftige Gas aus Blut und Gewebe wieder verdrängt.

Umgehend lud die Besatzung die 19-Jährige in den rot-weißen Hubschrauber der DRF Luftrettung ein. Das Team flog die junge Frau für ihre dringend benötigte Sauerstofftherapie in der nächstgelegenen Druckkammer zum St. Josefs-Hospital nach Wiesbaden. Dort übergaben die fränkischen Luftretter die Patientin den weiterbehandelnden Ärzten.

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