19.10.2020 | Hintergrund

Drei Fragen an: Mirjam Hüttner, Förderin der DRF Luftrettung

  • Portraitaufnahme von Mirjam Hüttner, Förderin der DRF Luftrettung
    „Ich spende für die entscheidenden Minuten, weil mir die schnelle Rettung über den Luftweg am Herzen liegt“, sagt Mirjam Hüttner, Förderin und Luftretterin seit 2012.

Seit 2012 unterstützt Mirjam Hüttner den Förderverein der DRF Luftrettung mit einer Familienmitgliedschaft. Mit ihrer Spende trägt sie ihren Teil zur Rettung von Menschenleben bei. Immer wenn sie den rot-weißen Hubschrauber in ihrer Region am Himmel sieht, weiß sie, dass jede Minute zählt, aber auch Rettung in Sicht ist. Warum die Mutter zweier Kinder diese Organisation ausgesucht hat, erzählt sie im Interview.  

Vor einigen Jahren verunglückte Mirjam Hüttner beim Snowboard-Rennen in den österreichischen Alpen und brach sich bei einem Zusammenstoß mit einer anderen Teilnehmerin den Arm. Die beteiligte Snowboarderin ließ sie liegen und beging Unfallflucht. Nur durch die Luftrettung per Seilwinde am Steilhang konnte sie sicher und schnell mit dem Rettungshubschrauber ins nächste Krankenhaus nach Bludenz gebracht werden. Unter Schmerzen und in der besonderen Unfallsituation realisierte sie, wie gut die Rettungscrew sie barg, wie jeder Handgriff saß und wie schnell sie zur medizinischen Versorgung transportiert wurde. Ihre eigene Rettung hat sich tief und nachhaltig in ihr Gedächtnis eingebrannt. Als sie dann Jahre später beim Einkaufen über den Informationsstand der DRF Luftrettung stolperte, war es für sie glasklar: „Euch unterstütze ich, denn euch finde ich super!“ Eine weitere Initialzündung für die Fördermitgliedschaft war der Fieberkrampf ihres Neffen an einem Baumarkt, der ebenfalls den Einsatz der Luftretter*innen erforderte. Auch das fand ein Happy End. Die Grafikdesignerin und Mutter zweier Kinder kennt also Notfälle nicht nur bei Freizeitaktivitäten. „Die meisten Notfälle passieren vor allem im Haushalt oder in der Familie und immer zählt jede Minute“, begründet sie ihre Spendenmotivation.  

Liebe Mirjam, vor acht Jahren hast du dich entschieden, Fördermitglied bei der DRF Luftrettung zu werden. Dafür noch einmal ein herzliches Dankeschön an dich! Warum hast du dich damals für uns entschieden? 

Ich war so glücklich, das Thema Luftrettung mal aus der unversehrten Perspektive am Boden wieder zu sehen, dass ich den Wunsch verspürte, mich endlich für meine eigene Rettung zu revanchieren. Dann kam hinzu, dass leider auch andere Familienmitglieder die Luftretter*innen brauchten. Die Mitgliedschaft war daher der nächste Schritt für mich, denn schließlich verunglücken Menschen nicht nur in den Bergen.  Uns als Familie ist es schon immer wichtig gewesen, etwas zurückzugeben. Neben unserem ehrenamtlichen Engagement wollten wir mit Spenden helfen. Dass wir auch mit einer Geldspende viel bewirken können, ohne viel persönliche Zeitleistung aufbringen zu müssen, war ausschlaggebend bei der Entscheidungsfindung. Um es auf den Punkt zu bringen: Ich finde die Luftrettung absolut notwendig. Mit den vielen DRF-Stationen verfügen wir in Deutschland über eine sehr gute flächendeckende Versorgung. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Ich möchte außerdem aus meiner persönlichen Geschichte heraus mit meinem Beitrag den weiteren Ausbau des Netzwerks unterstützen. Vor allem in strukturschwachen Regionen sollten aus meiner Sicht noch mehr Rettungshubschrauber fliegen, weil die Menschen dort viel stärker von einer medizinischen Versorgung abhängig sind als wir, die stadtnah wohnen und in greifbarer Nähe mit Krankenhäusern versorgt sind.   

Ein Hubschrauber der DRF Luftrettung steht am Boden, im Hintergrund startet ein weiterer Hubschrauber zu einem Einsatz.
Schnelle Hilfe aus der Luft: Für Mirjam Hüttner ist die Luftrettung absolut notwendig (Quelle: Andrea Melcher).

Hast du dir mit deiner Fördermitgliedschaft versprochen, Teil der Lösung zu sein? 

Ja, total! Denn nur durch die Basis, den Unterstützern mit ihren Förderbeiträgen, garantieren wir die hervorragende Leistung und die hohe Qualität der Luftrettung. Wenn jeder in der Gemeinschaft seinen individuellen Spendenanteil leistet, dann funktioniert ein solches System so gut. Ich habe damals die Mitgliedschaft nicht nur für mich und meine Familie abgeschlossen, sondern auch für alle anderen Menschen, die in Notfälle geraten können. Wenn wir nicht fördern würden, könnten ganz viele Menschen, die auf der Autobahn, im häuslichen Umfeld oder im Ausland verunglücken, nicht über den Luftweg gerettet werden. Und wenn ich dann als Dankeschön das Mitgliedsmagazin aufschlage und von den vielen positiven Einsätzen lese, bin ich berührt und sehr froh, dass es die DRF Luftrettung gibt. Gerade jetzt in dieser besonderen Zeit der Pandemie war ich sehr beeindruckt, dass Menschen aus dem europäischen Ausland dank der DRF Luftrettung zur Beatmung nach Deutschland mit EpiShuttles transportiert werden konnten. Es erfüllt mich mit Freude, dass ich mit meiner Geldspende den europäischen Gedanken auch im Gesundheitswesen mit aufrechterhalte. Gemeinsam Leben zu retten, gewann dadurch für mich noch mal mehr an Bedeutung. Natürlich ist die Mitgliedschaft in erster Linie eine persönliche Absicherung, denn ich fühle mich sicherer, wenn ich weiß, dass mich ein Hubschrauber über den Luftweg retten kann. Es war für mich aber zu keiner Zeit eine taktile Entscheidung, Förderin zu werden, sondern eine Entscheidung des Herzens.  

Erkennst du für dich den Effekt deiner Geldspende? 

Auf jeden Fall. Sicherlich ist meine Geldspende nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch steter Tropfen höhlt den Stein. Daher finde ich auch Spendenaufrufe immer wieder gut und wichtig. Mir hilft es zu wissen, wohin meine Spende fließt, und dann bin ich auch gerne bereit, außerhalb meiner Mitgliedschaft, eine Sonderspende aufzubringen. Unser Gesundheitssystem in Deutschland ist schon sehr gut. Nur wenn du es nicht ins Gesundheitssystem schaffst, weil du irgendwo auf der A5 im Stau festsitzt und dir da keiner helfen kann, dann bringt das beste Gesundheitssystem nichts. Genau für solche Fälle braucht man ein gutes Netzwerk, das die Rettungskette vom Unfallort in die Klinik über die Luft sicherstellt. Das leistet die DRF Luftrettung auf einem Spitzenniveau bei jedem ihrer Einsätze – dafür bin ich sehr dankbar. 

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v.l.n.r. oben: Jana Urnauer (BFD Liegenschaften), Roman Oesterwind (BFD Werft), Silvia Gehri (Ausbildungsleitung), Jonathan Lorenz (BFD Lear),  Leonie Jäger (BFD Lear) v.l.n.r. unten:   Jannik Lasch (BFD Werft), Noah Kiefer (BFD Werft), Marco Ganther (BFD Lear), Luca Koch (BFD Liegenschaften).  Es fehlen: Fabio Asturi (Azubi Fachinformatiker), Maximilian Bartels, Simon Berndt, Luca Seifermann (alle Azubis Fluggerätmechaniker), Christian Romberg (BFD Lear)
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