27.11.2019 | News-Bericht

ECMO-Einsatz für Christoph Regensburg

  • Zur optimalen Weiterbehandlung muss ein Mann, Mitte 50, einer ECMO-Therapie zugeführt werden.
    Zur optimalen Weiterbehandlung muss ein Mann, Mitte 50, einer ECMO-Therapie zugeführt werden.
  • Die Crew von Christoph Regensburg wird alarmiert und fliegt in die Klinik nach Bamberg. Von dort soll der Patient in die Uniklinik Regensburg gebracht werden.
    Die Crew von Christoph Regensburg wird alarmiert und fliegt in die Klinik nach Bamberg. Von dort soll der Patient in die Uniklinik Regensburg gebracht werden.
  • Während des Fluges ist der Mann durchgehend an eine kleine Herz-Lungen-Maschine (ECMO) angeschlossen.
    Während des Fluges ist der Mann durchgehend an eine kleine Herz-Lungen-Maschine (ECMO) angeschlossen.

Unter laufender Reanimation wird ein Mann, Mitte 50, vorgestern in die Klinik nach Bamberg gefahren. Es besteht der Verdacht auf einen infarktbedingten kardiogenen Schock. Von dieser Diagnose sprechen Mediziner, wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut in den Körper zu pumpen, um die Versorgung der Organe zu gewährleisten. Ein lebensbedrohlicher Zustand! Im Bamberger Krankenhaus wird dem Patienten daher eine sogenannte Impella-Herzpumpe angelegt, ein erstes Herz-Unterstützungssystem. Doch nach kurzer Stabilisierung verschlechtert sich der Zustand des Infarktopfers dennoch, erneut muss es wiederbelebt werden. Schnell steht fest: Zur optimalen Weiterbehandlung muss der Bamberger einer ECMO-Therapie zugeführt werden.

Bei der „extrakorporalen Membranoxygenierung“ wird Blut durch eine kleine Herz-Lungen-Maschine und mittels einer Kanüle aus dem Körper geleitet. In dem Gerät wird es dann mit Sauerstoff angereichert, ehe es wieder in den Körper des Patienten zurückfließt. Ein aufwendiges Verfahren, das nur von spezialisierten Medizinern durchgeführt werden kann, so auch von Experten der Uniklinik Regensburg – und der Mann in Bamberg hat bereits eine fortgeschrittene Herz-Kreislauf-Insuffizienz, benötigt also eiligst Hilfe.

Infografik zur Funktionsweise der ECMO

Sogleich wird das Team von Christoph Regensburg alarmiert: Der 24 Stunden dienstbereite Intensivtransporthubschrauber der DRF Luftrettung ist am besten geeignet, den Herzerkrankten schnellstens von Bamberg zur Uniklinik Regensburg zu fliegen. Zudem sind die Notärzte und Notfallsanitäter der DRF Luftrettung für ECMO-Transporte geschult. So starten Pilot Christian Leismann, Hubschraubernotarzt Dr. Walter Petermichl sowie Notfallsanitäter und Fachkrankenpfleger Maximilian Klaritsch sofort von ihrer am Regensburger Uniklinikum gelegenen Station. Mit an Bord befinden sich außerdem zwei Spezialisten der Uniklinik: Notarzt Dr. Dirk Lunz und Kardiotechniker Dr. Maik Foltan. Lunz, Leiter der ECMO-Transporte am Universitätsklinikum, ist selbst häufig als Hubschraubernotarzt von Christoph Regensburg im Einsatz.

Nachdem sie über dem Bamberger Krankenhaus angekommen sind, landet Christian Leismann die rot-weiße Maschine der DRF Luftrettung. Die medizinische Crew steigt aus und eilt zu dem Patienten. Umgehend führt sie gemeinsam das ECMO-Verfahren bei dem Mann durch – zusätzlich zur bereits angelegten Impella-Herzpumpe – und kann so seine Herz- und Lungenfunktion unterstützen. Zügig wird der Erkrankte an die Geräte im Hubschrauber angeschlossen und nach Regensburg geflogen. „Dass der Patient unter laufender Unterstützung durch beide Systeme luftgebunden transportiert wurde, ist sehr selten und eine logistische Herausforderung“, hebt Dr. Dirk Lunz die Besonderheit des Einsatzes hervor

In der Uniklinik Regensburg werden schließlich rasch die weiteren Behandlungs- und Therapieschritte eingeleitet.

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Seit Mai 2015 kommt in Regensburg der bisher modernste Hubschrauber der Luftrettung zum Einsatz, eine H 145 (Symbolbild).
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