29.11.2018 | News-Bericht

Einsatz in Südermarsch führt Christoph Europa 5 zu einer Windkraftanlage

  • Ungewöhnlicher Einsatz für die Crew von Christoph Europa 5: Ein Mann mit starken Rückenschmerzen musste in einer Windkraftanlage versorgt und dann zum Hubschrauber gebracht werden.
    Ungewöhnlicher Einsatz für die Crew von Christoph Europa 5: Ein Mann mit starken Rückenschmerzen musste in einer Windkraftanlage versorgt und dann zum Hubschrauber gebracht werden.

Schwindelerregende Höhen sind die Teams der DRF Luftrettung gewöhnt. Doch ein außergewöhnlicher – im wahrsten Sinne des Wortes luftiger – Einsatz in Südermarsch stellte die Niebüller Crew vor wenigen Tagen durchaus vor Herausforderungen. Ein Techniker verrichtete in der etwa fünf Kilometer von Husum gelegenen Gemeinde Arbeiten im Turbinenraum einer Windkraftanlage, als er einen plötzlich einschießenden, starken Schmerz verspürte. Dieser verursachte bei ihm Empfindungsstörungen in den Beinen. „Ausgelöst wurden seine Beschwerden durch eine falsche Rotationsbewegung der Wirbelsäule“, erklärt Carsten Dummann. Der Notfallsanitäter von Christoph Europa 5 wurde mit seinen Teamkollegen nach Südermarsch entsendet, um dem Mann zu Hilfe zu kommen.

Sofort machte sich Dummann mit Hubschraubernotarzt Dr. Carsten Thee sowie den Piloten Jürgen Voiß und Dominic Funke auf den Weg. Knapp zehn Minuten nach dem Abflug von ihrer Station kam die Besatzung über der Anlage an. Die ebenfalls verständigte Feuerwehr war bereits da. Nachdem Voiß und Funke die rot-weiße BK 117 der DRF Luftrettung auf einem nahegelegenen Weg landeten, stiegen Carsten Thee und Carsten Dummann aus. Um zu dem in 120 Metern Höhe befindlichen Patienten zu kommen, nahmen die beiden zunächst einen Aufzug im Inneren des Windkraftwerks. Dieser war über eine Treppe erreichbar, fuhr allerdings nicht ganz bis zum obersten Segment, auf dem sich der Techniker befand. Um dorthin zu kommen, mussten Thee und Dummann den Fahrstuhl verlassen und das restliche Stück über eine weitere schmale, innere Leiter des Turms mit dem medizinischen Equipment zurücklegen. „Vorher erhielten Dr. Thee und ich von den Mitarbeitern der Windkraftanlage spezielle Sicherungsgurte, von denen wir beim Aufstieg gehalten wurden. Als wir ganz oben ankamen, mussten wir dann noch über eine kleine Stegleiter steigen, um zu dem Patienten zu gelangen, der neben der Turbine lag“, schildert Dummann den höchst aufwendigen Weg.

Nachdem das medizinische Team von Christoph Europa 5 den hilflosen Mann schließlich erreichte, stellte es die Verdachtsdiagnose auf einen Bandscheibenvorfall. „Der Patient hatte so heftige Schmerzen, dass er sich kaum bewegen konnte. Er hatte schlechte Kontrolle über seine Beine und knickte immer wieder um“, so der Notfallsanitäter. Doch es galt, den 30-Jährigen zum Hubschrauber zu bringen. „Wir gaben ihm sehr starke schmerzstillende Medikamente, so dass er so mobil war, dass wir ihn zu dem Aufzug geleiten konnten. Mit dem fuhren wir dann wieder bis zu dem Segment hinab, in dem Dr. Thee und ich eingestiegen waren“, ergänzt Dummann. Da der Weg zum Ausgang der Anlage von dort jedoch abermals über Stufen führte, somit zu beschwerlich für den Verletzten gewesen wäre, setzten die bereitstehenden Wehrkräfte ihre Drehleiter ein, in deren Korb das medizinische Team und der Arbeiter zum Boden gebracht wurden.

„Nach weiterer Versorgung des Mannes entschieden wir uns dazu, den Patienten zum Westküstenklinikum Heide zu fliegen, wo die weitere Behandlung erfolgen sollte“, berichtet Carsten Dummann weiter. Behutsam lud die Besatzung von Christoph Europa 5 den verletzten Techniker auf einer Vakuummatratze in die Maschine der DRF Luftrettung ein. Durch dieses spezielle Schienmaterial wurde der Körper des Arbeiters fest umschlossen und fixiert. Kurz darauf flogen die norddeutschen Luftretter den 30-Jährigen zu dem Krankenhaus und übergaben ihn dort dem bereits wartenden Ärzteteam.

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