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18.08.2017 | News-Bericht

Erheblich schneller als auf der Straße

  • Christoph 53 auf dem Dach des Mannheimer Klinikums. (Symbolbild)
    Christoph 53 auf dem Dach des Mannheimer Klinikums. (Symbolbild)

Manches Mal benötigen Menschen die Hilfe der DRF Luftrettung auch dann, wenn sie bereits medizinisch versorgt werden. So wie vor Kurzem, als ein 60-jähriger Mann dringend von einem Stuttgarter Krankenhaus aus zu einer Heidelberger Klinik transportiert werden musste.

Der Patient litt an einem „Epiduralabszess“, einer Eiteransammlung am Rückenmark. Diese führte zu einem „hohen Querschnitt“, zu Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen, und auch die Atmung war aufgrund dieses Krankheitsbildes nur noch eingeschränkt möglich. Auf der Intensivstation in der baden-württembergischen Landeshauptstadt entschieden die Ärzte daher, dass der Erkrankte nach Heidelberg in ein spezielles Zentrum verlegt werden müsse, um ihm optimal helfen zu können.

„Es war zunächst ein eher ruhiger Tag“, erinnert sich Andreas Kempf. „Um die Mittagszeit kam dann der Auftrag von der ‚Zentralen Koordinierungsstelle Intensivtransport Baden-Württemberg‘ (ZKS).“ Diese, so der erfahrene Pilot des in Mannheim stationierten Christoph 53 weiter, fordere den Hubschrauber immer dann an, wenn ein Patient zwischen zwei Krankenhäusern auf dem Luftweg transportiert werden soll. „Das gehört gleichermaßen in unser Aufgabenspektrum wie der Unfall auf der Autobahn 5 oder ein internistischer Notfall im Stadtgebiet von Mannheim“, verdeutlicht Kempf. „Wir fliegen ebenso bis nach Köln oder Kreischa oder an jeden anderen Ort, wenn wir dort gebraucht werden.“ Da die rot-weiße BK 117, die an der Luftrettungsstation Mannheim zum Einsatz kommt, mit aller für Intensivtransporte erforderlichen Medizintechnik ausgerüstet ist und grundsätzlich einen erfahrenen Notarzt an Bord hat, ist das Einsatzmittel jederzeit optimal für solche Anforderungen geeignet.

Die verhältnismäßig lange Distanz von Stuttgart nach Heidelberg wäre auf der Straße „nicht besonders schonend für den Patienten zu bewältigen gewesen“, weiß Andreas Kempf. Zumal: Selbst ohne Stau auf den stark verkehrsbelasteten Autobahnen rund um Stuttgart und Karlsruhe hätte die Fahrzeit über eineinhalb Stunden betragen – während der Abszess weiter auf das Rückenmark gedrückt hätte!
Für den Transport auf dem Luftweg haben Pilot Andreas Kempf, Notarzt Prof. Dr. Erik Popp und Rettungsassistentin Carola Jülle-Schneider lediglich 20 Flugminuten benötigt.

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