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01.09.2017 | News-Bericht

Erschütterungen können das Krankheitsbild dramatisch verschlechtern

  • Zum Glück ließ sich ein Familienvater kurz vor dem Urlaub noch untersuchen, denn es kam eine lebensbedrohliche Herzerkrankung ans Licht. Die Besatzung von Christoph Nürnberg flog den Patienten von Gunzenhausen nach Nürnberg. Symbolbild.
    Zum Glück ließ sich ein Familienvater kurz vor dem Urlaub noch untersuchen, denn es kam eine lebensbedrohliche Herzerkrankung ans Licht. Die Besatzung von Christoph Nürnberg flog den Patienten von Gunzenhausen nach Nürnberg. Symbolbild.

Der 47-jährige Familienvater hatte eigentlich einen Tag später in den Italienurlaub aufbrechen wollen, gemeinsam mit Frau und Tochter. Doch die Reise musste ausfallen. Wegen Schmerzen in der Brust ging der Mann vor der geplanten Abreise noch zum Hausarzt. Einen Herzinfarkt konnte der Mediziner zwar ausschließen, überwies den Patienten jedoch zur weiteren Abklärung ins Krankenhaus Gunzenhausen. Zum Glück, wie sich herausstellen sollte.

„Denn dort wurde eine schwerwiegende TypA-Dissektion der Aorta festgestellt", berichtet Alexander Schuricht, im Dienst auf dem Nürnberger Intensivtransporthubschrauber der DRF Luftrettung. „Damit wird eine Gefäßwandschwäche der Hauptschlagader bezeichnet." Das sei ein akutes – und lebensbedrohliches – Krankheitsbild.

Trotz der nächtlichen Stunde wurde daher um kurz nach zwei Uhr Christoph Nürnberg alarmiert: Zwar befand der 47-Jährige sich in Gunzenhausen bereits in einer Klinik. Doch um optimal versorgt werden zu können, musste er in eine Spezialklinik gebracht werden, damit dort eine Aortenprothese in die Hauptschlagader eingesetzt werden konnte.

„Bei einem solchen Transport können Erschütterungen von außen das Krankheitsbild dramatisch verschlechtern", erläutert Alexander Schuricht. „Sie könnten, wie auch ein zu hoher Blutdruck, dazu führen, dass die Aorta weiter reißt, was das innerliche Verbluten eines Patienten zur Folge haben kann! Darum wurden wir mit unserem Intensivtransporthubschrauber angefordert. Auf der Straße hätte der Patient nämlich nicht so schonend befördert werden können wie auf dem Luftweg."

Daneben ging es nach Alexander Schurichts Schilderung ebenfalls um den Zeitfaktor: „Wir waren nach lediglich 15 Minuten Flugzeit schon im Ziel-Klinikum Nürnberg-Süd. Dort wurde der Mann nach einer kurzen weiteren Diagnostik sofort in den OP gebracht." Denn bei dem Patienten reichte die Aortendissektion bereits vom Herzbeutel bis hinunter in die Leiste, sie hatte sich stark ausgedehnt, so der Notfallsanitäter weiter. Da Christoph Nürnberg 24 Stunden dienstbereit ist, konnte Schuricht den 47-Jährigen trotz der nächtlichen Stunde gemeinsam mit Notarzt Dr. Udo Krodel und den beiden Piloten von Gunzenhausen aus sicher, schnell und schonend nach Nürnberg bringen. „Der Patient war am nächsten Tag wieder wohlauf, er hatte die OP gut überstanden", erzählt der Notfallsanitäter zufrieden.

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