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21.07.2016 | Rettungsbericht

„Es ist unbeschreiblich, wenn man so viel Glück hat“

  • Luftraumbeobachter Karl Schätzler ist seinen Kollegen der Station Weiden dankbar für seine Rettung.
    Luftraumbeobachter Karl Schätzler ist seinen Kollegen der Station Weiden dankbar für seine Rettung.

Wenn Karl Schätzler sich an den 28. Mai 2015 erinnert, schießen dem Oberpfälzer sogleich Tränen in die Augen. „Es hätte alles vorbei sein können“, erzählt er mit zittriger Stimme. „Und mein Sohn Peter war damals ja erst drei Jahre alt …“

Montagmorgen an der Weidener Station der DRF Luftrettung, Karl Schätzler frühstückt wie so häufig mit der Besatzung. Er ist kein Pilot, kein Rettungsassistent, auch kein Notarzt – und doch seit vier Jahren ein wichtiger Teil des Teams in Weiden. Seine Funktion nennt sich Luftraumbeobachter, eine Nebentätigkeit, die er gerne ausübt. Was romantisch klingt, dient der Sicherheit: Karl Schätzler achtet vom Boden aus auf die Sicherheit bei Start und Landung und gewährleistet u. a. den Feuerlöschdienst.

Als sich Karl Schätzler nach der zweistündigen Arbeit von den Luftrettern verabschiedet, ahnt der Landwirt noch nicht, dass er sie schon am Abend wiedersehen wird. „Kurz vor Feierabend wollte ich noch schnell etwas Heu holen, für die Pferde eines Freundes.“ Allein erklimmt der Landwirt den hohen Heuboden. Dessen Bretter sind bereits in die Jahre gekommen. Plötzlich tritt der damals 51-Jährige auf ein morsches Brett – und bricht hindurch. Vier Meter stürzt er nach unten, schlägt mit dem Gesäß voraus auf dem harten Betonboden auf. Sein Becken bricht, mehrere Rippen brechen ebenfalls und verletzen die Lunge, zwischen Hüfte und Bauch entstehen mehrere lebensbedrohliche innere Blutungen.

Karl Schätzler liegt am Boden, unerträgliche Schmerzen durchfahren seinen Körper, er kann kaum noch atmen. Verzweifelt ruft er um Hilfe. Seine Mutter bemerkt die Rufe und eilt herbei, mit einem Handy wählt sie sofort die 112. „Die Leitstelle hat dann alles in die richtigen Wege geleitet“, berichtet der Landwirt. „Denn kaum hatte meine Mutter das Telefonat beendet, da hörte ich auch schon den Hubschrauber – so schnell ging das!“

Nach nicht einmal dreiminütiger Flugzeit landet der Weidener Rettungshubschrauber Christoph 80 neben der Scheune. Drinnen finden die Luftretter ihren lebensgefährlich verletzten Kollegen auf dem Boden. „Er war kreidebleich, konnte kaum noch sprechen“, erinnert sich Pilot Heinrich Kammermeier. „Aber seine ersten Worte waren: ‚Ich bin so froh, dass ihr da seid.‘“ Auch Karl Schätzler erinnert sich an diesen Moment: „Ich wusste, dass nun alles gut gehen wird. Denn ich weiß genau, wie professionell und motiviert die Kollegen sind, die immer ihr Bestes geben.“

Doch die Luftretter dürfen keine Zeit verlieren, alles muss schnell gehen. Und tatsächlich: Dank der zeitnahen Versorgung vor Ort und des schnellen Transports ins Klinikum kann Karl Schätzlers Leben gerettet werden. „Es ist unbeschreiblich, wenn man so viel Glück hat wie ich an diesem Tag“, erzählt der sichtlich gerührte Oberpfälzer. „Das hat vieles in mir bewegt. Ich lebe jetzt bewusster und ärgere mich über weniger Dinge. Vor allem aber kann ich für meinen Sohn Peter da sein. Das verdanke ich der schnellen Hilfe der DRF Luftrettung.“

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