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01.04.2016 | News-Bericht

Flugzeugabsturz vor den Augen der Niebüller Luftretter

  • Die zwei rot-weißen Hubschrauber aus Niebüll und Rendsburg bei einem Flugzeugabsturz auf Föhr (Symbolbild).
    Die zwei rot-weißen Hubschrauber aus Niebüll und Rendsburg bei einem Flugzeugabsturz auf Föhr (Symbolbild).
  • Knapp über dem Boden kippte das Flugzeug plötzlich nach links und stürzte ab. Vor den Augen der Niebüller Luftetter.
    Knapp über dem Boden kippte das Flugzeug plötzlich nach links und stürzte ab. Vor den Augen der Niebüller Luftetter.
  • Kurze Zeit später traf Christoph 42 aus Rendsburg zur Unterstützung ein.
    Kurze Zeit später traf Christoph 42 aus Rendsburg zur Unterstützung ein.

Der Ostermontag 2016 sollte ein einsatzreicher für die Niebüller Besatzung der DRF Luftrettung sein. Zu insgesamt sechs Notfalleinsätzen und einem Intensivtransport hebt der Hubschrauber mit dem Funkrufnamen Christoph Europa 5 an diesem Tag ab. Ein Unglück spielt sich sogar direkt vor den Augen der Luftretter ab.

Zur Mittagszeit befinden sich die Niebüller Luftretter gerade auf dem Flugplatz der nordfriesischen Insel Föhr. Hinter ihnen liegt ein Notfalleinsatz auf Amrum: Eine ältere Dame mit Herzkreislaufproblemen benötigte die schnelle Hilfe aus der Luft und wurde nach Föhr transportiert. Am Flugplatz erfolgt die Übergabe an den Rettungswagen, der die Patientin in die etwa drei Kilometer entfernte Klinik bringt. Hubschraubernotärztin Dr. Bettina Hoffmann begleitet den Transport und wird anschließend zurück zum Hubschrauber gebracht. „Die Kollegen im Rettungswagen fuhren gerade wieder los, als wir die Rotoren des Hubschraubers starteten“, erinnert sich Pilot Jürgen Voiss. „Wir warteten noch die Landung eines Kleinflugzeuges auf der Landebahn hinter uns ab. Der starke Wind bereitete der Cessna große Probleme. Fünf Meter über dem Boden kippte das Flugzeug plötzlich auf die linke Seite.“

Die Landung missglückt, die Luftretter reagieren sofort: Sofort informiert Notfallsanitäter Carsten Dummann die Leitstelle und fordert umgehend weitere Rettungskräfte wie auch Christoph 42 aus Rendsburg an. Notärztin Dr. Bettina Hoffmann und Notfallsanitäter Carsten Dummann eilen zum Flugzeug. „Neben Christoph 42 alarmierte die Leitstelle auch ein Notarzteinsatzfahrzeug, zwei Rettungswagen und die Feuerwehr“, berichtet Carsten Dummann. „Bei einem solchen Unglück muss man von schwersten Verletzungen ausgehen.“

Als seine beiden Kollegen das Kleinflugzeug erreichen, finden sie drei verletzte Personen vor, die zwar unter Schock stehen, aber ansprechbar sind und sich mit Hilfe der Luftretter vorsichtig aus der Cessna befreien können. Der Pilot ist am wenigsten verletzt, er hat sich lediglich ein paar Prellungen und ungefährliche Schnittwunden zugezogen und wird später im Rettungswagen ins Klinikum Föhr gebracht. Stärker hat es die beiden Fluggäste – eine Mutter und ihr erwachsener Sohn – getroffen. „Die Frau hatte eine doppelte Wirbelsäulenfraktur erlitten, weshalb wir sie auf einem Spineboard für den Transport stabilisiert haben, um die Wirbelsäule unbeweglich zu machen und so mögliche Folgeverletzungen zu verhindern“, erklärt Carsten Dummann. „Ihr Sohn hatte ein Halswirbelsäulentrauma und Prellungen am ganzen Körper erlitten. Auch waren innere Blutungen durch den Unfallhergang nicht auszuschließen, weshalb wir ihn an Bord von Christoph Europa 5 ins Westküstenklinikum Heide transportierten.“

Kurz nach den Niebüller Luftrettern startet auch die Rendsburger Besatzung, die nach dem Eintreffen auf Föhr die weitere Versorgung der Mutter übernommen hatte, in Richtung Heide. „Da auf dem Dach der Klinik nur Platz für einen Hubschrauber ist, vereinbarten wir mit den Ärzten noch während des Flugs eine Übergabe direkt auf dem Dachlandeplatz. So konnten wir schnell wieder starten und den Landeplatz für Christoph 42 frei machen“, so Pilot Jürgen Voiss.

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