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26.12.2015 | News-Bericht

Geschlossene Geburtsstationen: Hochschwanger auf einer friesischen Insel

Sylt am frühen Morgen, für eine Frau beginnt der Tag anders als erwartet: Plötzlich setzen die Wehen ein, dabei ist sie erst in der 29. Woche. Sie muss schnell ins Krankenhaus, doch das ist nicht so einfach, denn Sylt hat keine Geburtsstation mehr. Die nächste Klinik ist in Niebüll, rund 25 Kilometer Luftlinie entfernt. Dazwischen liegt die Nordsee.

Als der Leitstellendisponent den Notruf entgegennimmt, weiß er sofort, was zu tun ist. Keine zehn Minuten später landet der Niebüller Hubschrauber der DRF Luftrettung auf der Insel, versorgt die Frau und transportiert sie auf schnellstem Wege ins Klinikum. „Ein Transport mit Rettungswagen und Schiff hätte bis zu zwei Stunden länger gedauert und wäre eine große Belastung für die Frau gewesen“, weiß Jürgen Voiss, Pilot und Leiter der Station von Christoph Europa 5.

Sylt bei Nacht Anfang Dezember, bei einer 27-jährigen Hochschwangeren setzen die Wehen ein. Was nun? Hilfe kommt aus Rendsburg, wo die DRF Luftrettung einen Rettungshubschrauber stationiert hat, der rund um die Uhr einsatzbereit ist. Die Strecke nach Sylt beträgt rund 100 Kilometer, dennoch ist der Hubschrauber das schnellste Rettungsmittel. Etwa 20 Minuten nach Aufnahme der Patientin kann diese bereits dem Klinikum in Husum übergeben werden. Noch vor Ort wird die Besatzung von Christoph 42 wieder alarmiert, eine weitere Schwangere benötigt die schnelle Hilfe aus der Luft und wird ins Rendsburger Klinikum transportiert. 

„Durch die Schließung von Geburtsstationen kommt es nun häufiger zu solchen Einsätzen“, erklärt Carsten Dummann, leitender Notfallsanitäter der DRF Luftrettung in Niebüll. „Der Hubschrauber ist in dringenden Fällen alternativlos. Und auch auf dem Festland gibt es nicht allzu viele Geburtsstationen, die Wege sind oft weit. Auch dann ist der Hubschrauber oft das Rettungsmittel erster Wahl.“

Föhr am Nachmittag, eine Schwangere erleidet eine Eklampsie – einen Krampfanfall während der Schwangerschaft, der das Leben von Mutter und Kind gefährdet. Die Frau benötigt dringend ärztliche Versorgung und muss ins Krankenhaus gebracht werden. Doch auch Föhr hat inzwischen keine Entbindungsstation mehr, die nächsten Fachärzte sind auf dem Festland. Ein Fall für die Niebüller Luftretter.

Ebenso ergeht es einer Hochschwangeren auf Sylt, deren Plazenta in Fehllage geraten ist, eine sogenannte Placenta praevia. Der Mutterkuchen überdeckt den Geburtskanal, es kommt zu einer schweren Blutung, die Frau muss im Krankenhaus untersucht werden. Schnelle Hilfe ist nur aus der Luft möglich. „Aber genau dafür sind wir ja da“, so Rettungsassistent Carsten Dummann, „um Menschen zu helfen, die uns brauchen. Und für uns ist es immer ein besonderes Gefühl, wenn man letztlich dabei helfen konnte, dass ein Kind gesund das Licht der Welt erblickt.“

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