14.11.2018 | News-Bericht

Großflächige Verbrühungen bedrohen Atmung eines Kleinkindes

  • Kleinkind in Lebensgefahr: Christoph 11 der DRF Luftrettung landet auf einem Parkplatz in Triberg.
    Kleinkind in Lebensgefahr: Christoph 11 der DRF Luftrettung landet auf einem Parkplatz in Triberg.

Wie notwendig und oftmals lebensrettend es ist, dass der Villingen-Schwenninger Hubschrauber der DRF Luftrettung rund um die Uhr alarmiert werden kann, führte ein dramatischer Unfall dem Team von Christoph 11 kürzlich vor Augen. Die Leitstelle entsandte die Crew um 0:22 Uhr nach Triberg. In der Kleinstadt im Schwarzwald-Baar-Kreis erlitt ein 19 Monate alter Junge schwere Verbrühungen am ganzen Körper. Der bodengebundene Rettungsdienst leistete die Erstversorgung des kleinen Patienten und forderte gleichzeitig – als schnelles und schonendes Transportmittel – den rot-weißen Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung an. Denn das schwerverletzte Kind musste umgehend in eine Spezialklinik gebracht werden.

Die Piloten Roy Fleischer und Ansgar Baisch machten sich sogleich mit ihren Kollegen, Hubschraubernotärztin Dr. Sabine Merz und Notfallsanitäter Andreas Schuhbauer, auf den Weg nach Triberg. Der Ort, erinnert sich Roy Fleischer, „liegt in einem engen Tal im Schwarzwald mit nur wenigen hundert Metern Breite“. Um durch dieses in der Dunkelheit zur Einsatzstelle zu gelangen, erwiesen sich die Nachtsichtbrillen, mit denen die Besatzung ausgestattet war, als höchst vorteilhaft. Auf einem Supermarktparkplatz machten Fleischer und Baisch eine ausreichende, dem Unfallort nahe gelegene Landemöglichkeit für die H 145 der DRF Luftrettung aus. Die mittlerweile ebenfalls eingetroffene Feuerwehr leuchtete die Fläche für die Luftretter aus. Nachdem die Piloten die Maschine aufgesetzt hatten, stiegen Sabine Merz und Andreas Schuhbauer rasch aus und liefen zu dem Jungen. Wie sich herausstellte, kam der Oberkörper des Kindes aus ungeklärter Ursache mit kochendem Wasser in Kontakt, großflächige Verbrühungen 2. Grades waren die Folge. Die Flüssigkeit hatte sich aber ebenso auf Gesicht, Hals, Rücken, Armen und Bauch verteilt. „Er hatte das Wasser auch in die oberen Atemwege, also Mund- und Rachenraum, bekommen, was diese zuschwellen ließ“, schildert Fleischer die lebensbedrohliche Situation, in der sich der kleine Triberger befand.

Merz und Schuhbauer begannen sofort, den Jungen medizinisch zu versorgen und für den Lufttransport vorzubereiten. Um die Atmung zu sichern, griff das medizinische Team der DRF Luftrettung auf das sogenannte Videolaryngoskop zurück. Dieses medizintechnische Gerät hat zusätzlich zu einem normalen Laryngoskop eine Lichtquelle, einen Monitor und eine Kamera und ermöglicht es, einen Patienten auch unter erschwerten Bedingungen – im Fall des Kindes die Schwellungen von Mund- und Rachenraum – zu intubieren und zu beatmen.

Nachdem Merz und Schuhbauer den kleinen Jungen mit Unterstützung der Bodenkräfte stabilisiert und transportfähig gemacht hatten, lud die Besatzung ihn behutsam in den Hubschrauber ein. Roy Fleischer startete erneut die Triebwerke der H 145 und Christoph 11 flog nach Stuttgart. Im dortigen Karl-Olga-Krankenhaus, einer Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, sollte das Kind optimal weiterbehandelt werden. Nach kurzem Flug erreichten die Luftretter aus Villingen-Schwenningen das Haus der Maximalversorgung und übergaben den 19 Monate alten Patienten an die Spezialisten im Kinderschockraum.

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