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14.11.2017 | News-Bericht

Hanglage erfordert angestütztes Absetzverfahren

  • Einsatz für Christoph 53: Ein Mann war mit seinem Mähfahrzeug einen steilen Hang hinuntergefallen und hatte sich schwer verletzt. Symbolbild.
    Einsatz für Christoph 53: Ein Mann war mit seinem Mähfahrzeug einen steilen Hang hinuntergefallen und hatte sich schwer verletzt. Symbolbild.

Es war ein ruhiger, sonniger Samstagmittag, als ein 37-Jähriger aus der zur Stadt Gengenbach (Ortenaukreis) gehörenden Siedlung Fußbach sich vornahm, die Wiese, die um sein Grundstück führt, auf seinem Aufsitzmäher zu beschneiden. Diese liegt jedoch direkt an einem einige Meter abfallenden Hang, der ihm prompt zum Verhängnis wurde: Denn gerade an der Senkung der Grasfläche angelangt, verlor der Schwarzwälder plötzlich die Kontrolle über sein Gefährt und stürzte seitlich das Gefälle hinab. Dadurch trug er mehrere – teilweise auch offene – Brüche davon.

„Auch wenn es sich ungewöhnlich anhören mag, ist das dort kein seltenes Unfallbild bei Mäharbeiten. Die Gegend im Schwarzwald ist ziemlich hügelig. Und aufgrund des Geländes und des Eigengewichts des Rasentraktors wurde der Mann einfach heruntergezogen. Er ist dann ein paar Meter hinabgefallen und das Gerät fiel direkt auf ihn drauf. Dieses ist zwar klein, aber trotzdem sehr schwer“, schildert Marcus Sandrock. Der Notfallsanitäter von Christoph 43 brach mit Pilot Volker Buchmann und Hubschraubernotärztin Dr. Eleni Katsadourou auf, nachdem die Alarmierung durch die Leitstelle kam. „Da waren wir gerade bei einem anderen Einsatz, versorgten einen Patienten, der sich zum Glück nur leicht verletzt hatte und nicht ärztlich begleitet werden musste. Wir übergaben ihn an einen Rettungswagen und machten uns unverzüglich auf den Weg. Kurz darauf sahen wir bei unserer Ankunft schon den Patienten neben seinem Mähfahrzeug unten am Hang liegen.“

Genau diese unwegsame Lage machte ein Landen am Unfallort für Pilot Volker Buchmann jedoch unmöglich. Denn während es dem ebenfalls von der Leitstelle verständigten bodengebundenen Rettungsdienst in der Zwischenzeit gelungen war, über einen kleinen, zum Gefälle führenden Feldweg zu dem Unglücksopfer vorzufahren, musste die Crew von Christoph 43 durch ein sogenanntes angestütztes Absetzverfahren handeln, wie Marcus Sandrock weiter berichtet. „Wir mussten eine schnelle Entscheidung treffen: Wegen des sehr unebenen Geländes und weil wir keine Zeit durch die Suche nach einer geeigneten Landestelle verlieren durften, hat uns Volker Buchmann gleich oben am Hang herausgelassen. Dafür setzte er die Maschine nur mit den vorderen Kufen dort ab, während die hinteren ein kleines Stück in der Luft gehalten wurden. Auf diese Weise konnte die medizinische Besatzung dann sicher aussteigen und wir mussten nur noch wenige Meter den Hang hinuntergehen“, so der leitende Notfallsanitäter der Karlsruher Station der DRF Luftrettung. „Das ist eine der großen Stärken des Hubschraubers, dass er genau so etwas leisten kann. In gebirgigem Gelände ist das ein übliches Verfahren und oftmals notwendig.“

Während Volker Buchmann die rot-weiße EC 135 der DRF Luftrettung dann auf einer nahegelegenen Wiese absetzen konnte, stießen Marcus Sandrock und Dr. Eleni Katsadourou zu den Bodenkräften, die sich bereits um den Fußbacher kümmerten: „Wir sahen sofort, dass der Patient ausgeprägte Verletzungen erlitten hatte: ein Bruch des rechten Oberschenkels, aber auch je eine offene Fraktur am rechten Sprunggelenk und am linken Unterschenkel. Verständlicherweise hatte er extrem starke Schmerzen“, erinnert sich Marcus Sandrock. Nachdem die erfahrenen Retter dem Verletzten starke Schmerzmittel verabreicht und die Brüche geschient hatten, schoben sie vorsichtig ein Spineboard unter den Mann und fixierten seinen Körper darauf.

Dadurch konnten die Helfer ihn schonend zum Rettungswagen tragen. Marcus Sandrock: „Mit dem Fahrzeug der bodengebundenen Kräfte brachten wir den Patienten dann auf dem Feldweg bis zu unserem Hubschrauber und luden ihn vorsichtig in die Maschine ein.“ Kurz darauf startete Volker Buchmann die EC 135 wieder und Christoph 43 verließ rasch den Einsatzort. Nach nur acht Minuten Flugzeit übergab die Besatzung den 37-Jährigen an die Ärzte im Schockraum des Ortenau Klinikums Offenburg, wo seine Verletzungen schließlich weiterversorgt wurden.

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