04.10.2018 | News-Bericht

Herzinfarkt in abgelegener Berghütte

  • Komplizierte Rettung von lebensgefährlich erkranktem Mann: Die Rettungskräfte arbeiteten Hand in Hand, um den Patienten so schnell wie möglich eine Spezialklinik zu bringen.
    Komplizierte Rettung von lebensgefährlich erkranktem Mann: Die Rettungskräfte arbeiteten Hand in Hand, um den Patienten so schnell wie möglich eine Spezialklinik zu bringen.

Es war um die Mittagszeit, als die Regensburger Crew der DRF Luftrettung von der Leitstelle den Auftrag erhielt, einem 62-jährigen Mann mit starken Brustschmerzen zu helfen. Der Patient befand sich in einer Hütte in Lohberg, hoch oben auf dem Berg Osser gelegen. Dorthin sollte die Besatzung um Pilot Florian Loder, Hubschraubernotärztin Dr. Manuela Malsy und Notfallsanitäter Robert Weißflog eiligst fliegen. Sofort starteten die drei in ihrer rot-weißen Maschine des Typs H 145.

Doch nachdem die Crew wenig später über der Einsatzstelle ankam, stellte sich heraus: Eine Landung war hier nicht möglich. Florian Loder setzte den Hubschrauber der DRF Luftrettung stattdessen etwa 100 Meter weiter unten im Gelände auf, in unmittelbarer Nähe zu einer Schutzhütte der Bergwacht. Mit ihren medizintechnischen Geräten und dem Notfallrucksack stiegen Malsy und Weißflog den Hang auf, um zu dem notleidenden Mann zu gelangen, gemeinsam mit der Bergwacht und einer Rettungswagenbesatzung, die ebenfalls die Einsatzstelle erreicht hatten. „Beim Eintreffen fanden wir einen kaltschweißigen Patienten mit starken Brustschmerzen vor“, berichtet Notfallsanitäter Robert Weißflog. Der 62-Jährige sei sogleich an das mitgebrachte Monitoring der Luftretter angeschlossen worden. „Wir diagnostizierten einen schweren Hinterwandinfarkt. Ein schneller Transport in eine geeignete Klinik mit einem Herzkatheterlabor war somit von höchster Priorität“, schildert Dr. Manuela Malsy weiter. Rasch versorgte das medizinische Team von Christoph Regensburg den Erkrankten zusammen mit den Bodenkräften und linderte seine Schmerzen.

Währenddessen war Pilot Florian Loder in dem unwegsamen Gelände unterwegs. „Er erkundete derzeit mit der Bergwacht die Örtlichkeit, um einen möglichst schnellen Abtransport des Patienten zu gewährleisten. Nach kurzer Absprache aller Beteiligten entschlossen wir uns, den Patienten mit der Winde eines anderen Hubschraubers hinaufzuziehen und zu unserer Maschine zu bringen, die an der Bergwacht-Schutzhütte stand“, erzählt Weißflog. Den zweiten Rettungshubschrauber hatte die Leitstelle inzwischen ebenfalls zum Berg Osser beordert. In Zusammenarbeit mit den Bodenkräften koordinierte Notfallsanitäter Weißflog den Winchvorgang: Dazu wurde der Hubschrauber über der Einsatzstelle positioniert und die Seilwinde hinuntergelassen. Der Patient befand sich mittlerweile in einem Bergesack, der an der Winde befestigt wurde. So wurde er dann hochgezogen und zum Zwischenlandeplatz der rot-weißen H 145 der DRF Luftrettung gebracht.

Schließlich wurde der 62-Jährige in Christoph Regensburg eingeladen und zum Klinikum Deggendorf geflogen. Die dortigen Spezialisten im Herzkatheterlabor behandelten ihn anschließend weiter. Die Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen, betont Robert Weißflog, habe bei dem Einsatz hervorragend und vorbildlich funktioniert.

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