08.05.2018 | News-Bericht

Hubschrauber der DRF Luftrettung bei Zugunglück im Einsatz

  • Die Regensburger und die Münchner Luftretter waren nach dem schweren Zugunglück gestern in Aichach im Dienst. Symbolbild.
    Die Regensburger und die Münchner Luftretter waren nach dem schweren Zugunglück gestern in Aichach im Dienst. Symbolbild.

“‘Zugunfall, MANV‘ ist eine Meldung der Leitstelle, bei man vor dem Start erst einmal tief durchatmet“, erzählt Dr. Manuela Malsy, Notärztin auf Christoph Regensburg der DRF Luftrettung. „Wir wissen zwar, dass etwas Schlimmes passiert ist und es viele Verletzte gibt, aber im Grunde fliegen wir erst einmal ins Blaue, ungewiss, was uns am Einsatzort erwartet.“

So auch gestern Abend, als die Besatzung von Christoph Regensburg ins bayerische Aichach alarmiert wurde. Ein Personenzug und ein Güterzug waren zusammen gestoßen, traurige Bilanz: Zwei Tote und viele teils Schwerverletzte. Die Regensburger Luftretter landeten an der Einsatzstelle auf dem ihnen zugewiesenen Landeplatz. Auch die Kollegen von Christoph München waren bereits vor Ort, außerdem ein Hubschrauber der Polizei.

Dr. Malsy erklärt, warum ein Unfall mit vielen Verletzten eine besondere Herausforderung für die Rettungskräfte ist: „Zu Anfang sind Unfallorte mit einer großen Zahl von Betroffenen immer sehr unübersichtlich. Daher ist es vor allem wichtig, so schnell wie möglich Struktur und Ordnung zu schaffen.“ Dies sei Aufgabe des Organisatorischen Leiters Rettungsdienst sowie des Leitenden Notarztes, so die erfahrene Medizinerin weiter. Ersterer teilt die anrückenden Rettungskräfte ein, koordiniert das Vorgehen und weist beispielsweise auch Parkflächen und Landeplätze aus.

Lebensrettende Triage

Der Leitende Notarzt unternimmt zeitgleich die sogenannte Triage. „Hierbei werden alle Verletzten sehr schnell gesichtet, in drei Gruppen eingeteilt und mit Karten, die sie um den Hals gehängt bekommen, entsprechend markiert. Rot bedeutet unmittelbare Lebensgefahr, der Patient muss sofort versorgt werden. Gelb werden Verletzte markiert, deren Versorgung kurze Zeit aufgeschoben werden kann. Grün bedeutet leichtverletzt. Ziel ist es, auch in einer sehr unübersichtlichen Lage so schnell wie möglich allen Patienten die benötigte Hilfe zukommen zu lassen.“

Die  Münchner Luftretter übernahmen in der Nacht in Aichach die Versorgung und den Transport eines lebensgefährlich verletzten Mannes. Dr. Malsy und ihre Kollegen untersuchten einen leicht verletzten Mann, den sie anschließend dem Kriseninterventionsteam zur psychologischen Versorgung übergaben.

Die Regensburger Notärztin fasst zusammen: „Solche Einsätze sind oft hart und wir erinnern uns lange an sie. Wir wissen aber auch: Wir konnten helfen.“

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