24.01.2019 | News-Bericht

Hustenbonbon mit fatalen Folgen

  • Ein Großaufgebot an Rettungskräften kümmerte sich um die verunglückten Autofahrer.
    Ein Großaufgebot an Rettungskräften kümmerte sich um die verunglückten Autofahrer.

Es sollte der Start in eine Urlaubsreise zum Jahresende werden. Die Insel Usedom, malerisch gelegen in der Pommerschen Bucht, ist ganzjährig ein lohnendes Ziel. Dorthin brach ein Ehepaar aus Vorpommern-Rügen drei Tage vor dem Beginn des Jahres 2019 mit dem Pkw auf. Der Mann, der den Wagen des Paares fuhr, verschluckte sich auf der Fahrt zur Insel nach ersten Erkenntnissen der Polizeiinspektion Anklam jedoch plötzlich an einem Hustenbonbon. Hierdurch verriss der 65-Jährige das Lenkrad seines Wagens, kam auf der Bundesstraße 110 zwischen Murchin und Pinnow von der Fahrbahn ab und stieß gegen einen Straßenbaum.

Etwa 80 Stundenkilometer betrug die Geschwindigkeit des Wagens nach Angaben des Fahrers zu jenem Zeitpunkt. Entsprechend stark wurde das Fahrzeug beschädigt – und tragischerweise waren die Folgen für die Insassen nicht minder gravierend: Der 65-Jährige wurde durch die starke Deformation der Karosserie im Pkw eingeklemmt und musste von den Freiwilligen Feuerwehren Murchin und Lassan in mehreren Arbeitsgängen mit der Hydraulikschere herausgeschnitten werden. Aufgrund der Schwere des Unfalls hatte die Leitstelle zu den Wehren sowie zum bodengebundenen Rettungsdienst auch den in Greifswald stationierten Hubschrauber der DRF Luftrettung alarmiert. Sofort machten sich Pilot Bernd Rosenberger, Notarzt Dr. Frank Koehler und Notfallsanitäter Enrico Wagner auf den Weg.

Nach nur zehn Minuten Flugzeit traf Christoph 47 am Unfallort ein. Bei stürmischem Wind landete Bernd Rosenberger die rot-weiße EC 145 routiniert und sicher direkt neben der Einsatzstelle auf einer großen Wiese. Seine Kollegen, Hubschraubernotarzt Dr. Frank Koehler und Notfallsanitäter Enrico Wagner, liefen direkt im Anschluss zu dem Autowrack, an dem laut Polizei Totalschaden entstanden war.

Während die Ehefrau des unglücklichen Fahrers nicht eingeklemmt und leichter verletzt worden war und in einem der beiden ebenfalls eingetroffenen Rettungswagen bereits behandelt wurde, befand sich der 65-jährige Mann noch immer in seiner gefährlichen Lage. Durch das medizinische Team von Christoph 47 erhielt er umgehend eine Schmerztherapie, während die Feuerwehren sich noch um die Befreiung des Patienten bemühten. Als diese gelungen war, konnte der Mann aus dem Fahrzeug befreit und mit Hilfe einer Vakuummatratze vom Team der DRF Luftrettung immobilisiert werden. So gesichert, wurde der Patient binnen weniger Minuten schonend im Hubschrauber zum Universitätsklinikum Greifswald gebracht.

Am Haus der Maximalversorgung angekommen, übergaben Notfallsanitäter Enrico Wagner und Hubschraubernotarzt Dr. Frank Koehler den Verletzten sofort an die bereitstehenden Spezialisten. Weitere Untersuchungen im Klinikum bestätigten dann die Schwere der Verletzungen: Neben einem Hochrasanztrauma hatte der Zusammenstoß mit dem Baum zu zahlreichen gefährlichen Brüchen geführt. Erst nach einer fünfstündigen Operation konnte der Patient auf die Intensivstation der Uniklinik verlegt werden.

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