10.10.2019 | News-Bericht

Intensivtransport nach Prag

  • Christoph Regensburg landet auf dem Bodenlandeplatz des IKEM Prag - Foto: Klimsa Photography
    Christoph Regensburg landet auf dem Bodenlandeplatz des IKEM Prag - Foto: Klimsa Photography
  • Eine Stunde betrug die Flugzeit von Regensburg in die tschechische Hauptstadt. Foto: Klimsa Photography
    Eine Stunde betrug die Flugzeit von Regensburg in die tschechische Hauptstadt. Foto: Klimsa Photography
  • Keine andere Station der DRF Luftrettung leistet so viele ECMO-Einsätze wie die Regensburger – bereits 27 Mal wurde das hochkomplexe Verfahren im ersten Halbjahr 2019 angewandt. Foto: Klimsa Photography
    Keine andere Station der DRF Luftrettung leistet so viele ECMO-Einsätze wie die Regensburger – bereits 27 Mal wurde das hochkomplexe Verfahren im ersten Halbjahr 2019 angewandt. Foto: Klimsa Photography

Einen nicht alltäglichen Einsatz hatte Christoph Regensburg Anfang Oktober zu verzeichnen. Ein Patient musste mit dem Intensivtransporthubschrauber vom Klinikum Regensburg nach Prag gebracht werden. Doch bevor der Transport begonnen werden konnte, mussten umfangreiche organisatorische Vorbereitungen getroffen werden, wie das Einholen von nötigen Freigaben und Vorhalten eines adäquaten Bodentransportmittels, aber auch die Klärung des Landeplatzes vorab erfolgen. Hinzu kamen sprachliche Herausforderungen: die Kommunikation über BOS-Funkverkehr mit den tschechischen Leitstellen ist nicht möglich, da diese nur in der Landessprache erfolgt. Ein Englisch sprechender Arzt in Prag, ein Tschechisch sprechender Doktor am Uniklinikum Regensburg und  eine Deutsch sprechende Leitstellendisponentin konnten hier helfen. Um alle Eventualitäten zu berücksichtigen wurde auch das tschechische RCC (Rescue Coordination Center) in Prag von dem bevorstehenden Intensivtransport informiert.

Als dies erledigt war, konnte die Crew von Christoph Regensburg – bestehend aus Pilot Markus Schäffler, Notarzt Dr. Walter Petermichl, Notfallsanitäter Maximilian Klaritsch und Alois Philipp, dem Entwickler der ECMO – endlich starten. Mit der H 145 nahmen sie bei tiefhängenden Wolken Kurs in Richtung tschechische Hauptstadt und überquerten den Böhmerwald auf Höhe Furth im Wald. Auf tschechischer Seite klarte das Wetter auf und Christoph Regensburg konnte nach Umfliegen einer aktiven „Danger Area“ (Schießgebiet) direkt nach Prag fliegen, da alle Freigaben vorlagen und die Priorität von „PRAHA Radar“ eingeräumt wurde.

Bereits 27 Mal im ersten Halbjahr 2019 wurde das hochkomplexe ECMO-Verfahren bei Einsätzen von "Christoph Regensburg" angewendet. - Grafik: DRF Luftrettung
Bereits 27 Mal im ersten Halbjahr 2019 wurde das hochkomplexe ECMO-Verfahren bei Einsätzen von "Christoph Regensburg" angewendet. - Grafik: DRF Luftrettung

Während des Fluges wurde der Intensivpatient von der Crew mit der mobilen Herz-Lungen-Maschine (ECMO) versorgt. Die lebensrettende Maschine übernimmt die menschliche Herz-Kreislauf-Funktion, also die lebensnotwendige Versorgung des Blutes mit Sauerstoff sowie dessen Transport zu den lebenswichtigen Organen.

Nach genau einer Stunde Flugzeit landete der Intensivtransporthubschrauber schließlich auf dem Bodenlandeplatz des IKEM (Institut für klinische und experimentelle Medizin), wo bereits der tschechische Rettungswagen wartete, um den Patienten in das richtige Haus innerhalb des großen Klinikgeländes zu bringen.

Dank der optimalen Vorbereitung und der besonderen medizinischen und fliegerischen Expertise der Regensburger Crew konnte der Patient bestmöglich versorgt werden. Keine andere Station der DRF Luftrettung leistet so viele ECMO-Einsätze wie die Regensburger – bereits 27 Mal wurde das hochkomplexe Verfahren im ersten Halbjahr 2019 angewandt.

Medizinisch herausragend ist dabei die Tatsache, dass alle eingesetzten Notärzte als Fachärzte für Anästhesie auch in der Kardioanästhesie trainiert und durch den täglichen Umgang mit Herz-Lungen-Maschinen bestens damit vertraut sind, zusammen mit einem Kardiotechniker die mobile ECMO auch im Notfall sicher anzulegen – eine Kompetenz, die deutschlandweit bisher in der Luftrettung einzigartig ist.

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