05.11.2019 | News-Bericht

Intensivtransporte für überlebenswichtige ECMO-Therapie

  • Christoph Dortmund ist wie eine fliegende Intensivstation und damit optimal für den Transport eines Babys ausgerüstet.
    Christoph Dortmund ist wie eine fliegende Intensivstation und damit optimal für den Transport eines Babys ausgerüstet.

Ein gerade einmal vier Monate junges Kind benötigt kürzlich die Hilfe von Christoph Dortmund. Nach einem Lungenversagen liegt das kleine Mädchen in der Düsseldorfer Uniklinik, doch für seine Weiterbehandlung ist eine spezielle Therapie notwendig: die „extrakorporale Membranoxygenierung“ (ECMO). Dabei wird durch eine kleine Herz-Lungen-Maschine Blut über eine Kanüle aus dem Körper geleitet. In dem Gerät wird das Blut dann mit Sauerstoff angereichert, ehe es wieder in den Körper des Patienten zurückfließt. So kann die natürliche Funktion der Lunge maschinell ersetzt werden.

Dieses medizinische Verfahren wird jedoch nur in wenigen spezialisierten Zentren durchgeführt. Und daher muss der Säugling so schnell wie möglich zur Uniklinik Bonn gebracht werden, in der die überlebenswichtige ECMO-Therapie erfolgen kann. Die zuständige Rettungsleitstelle alarmiert deswegen Christoph Dortmund: Denn der Hubschrauber ist wie eine fliegende Intensivstation und damit optimal für den Transport des Babys ausgerüstet. Zunächst, so der Auftrag der Leitstelle, soll die Dortmunder Crew der DRF Luftrettung nach Bonn fliegen, um dort einen auf solche Notfälle spezialisierten Kinderarzt, eine Kinderkrankenschwester und einen Inkubator abzuholen. In dem umgangssprachlich auch als „Brutkasten“ bekannten medizintechnischen Gerät können Säuglinge bei geregelter Temperatur gut geschützt transportiert werden. Dann soll die Besatzung gemeinsam mit dem „ECMO-Team“ zu der jungen Patientin nach Düsseldorf aufbrechen.

Sofort starten Pilot Ulrich Weigang, Hubschraubernotarzt Dr. Axel Schellongowski und Notfallsanitäter Frank Kluge und kommen bald darauf an der Bonner Klinik an. Der Pädiater und die Kinderkrankenschwester werden an Bord aufgenommen, um das Baby in Folge genauestens überwachen zu können. Nach kurzem Weiterflug trifft die Dortmunder Besatzung über der Düsseldorfer Uniklinik ein. Ulrich Weigang setzt die Maschine der DRF Luftrettung auf dem Dachlandeplatz des Krankenhauses auf. Auf der Kinderintensivstation übernehmen Axel Schellongowski und Frank Kluge das bereits bestens vorversorgte vier Monate alte Mädchen im Inkubator und schließen es an die Geräte im Hubschrauber an. Christoph Dortmund macht sich daraufhin wieder rasch auf den Weg nach Bonn. Im dortigen Universitätsklinikum übergibt das medizinische Team das Neugeborene schließlich an die weiterbehandelnden Ärzte.

Infografik zur Funktionsweise der ECMO

Immer wieder ist die Dortmunder Crew der DRF Luftrettung im Einsatz, um Menschen schnellstmöglich zu ECMO-Therapien zu bringen. So musste die Besatzung erst vor kurzem nach Stadtlohn aufbrechen. Dort litt ein 64-Jähriger nach einem Herzinfarkt unter einer lebensbedrohlichen Herzschwäche. Der Mann, der im Krankenhaus Maria Hilf versorgt wurde, benötigte dringend die spezielle ECMO-Behandlung und sollte dafür in die Universitätsklinik nach Münster geflogen werden. Nach der Alarmierung durch die Leitstelle Steinfurt stieg der Dortmunder Intensivtransporthubschrauber der DRF Luftrettung umgehend auf. An jenem Tag befanden sich Pilot Ulrich Weigang, Hubschraubernotarzt Dr. Benedikt Alders und Notfallsanitäter Magnus Poth im Dienst. Gemeinsam flogen sie eiligst nach Stadtlohn.

Nachdem die Crew von Christoph Dortmund kurz darauf in der im westlichen Münsterland gelegenen Stadt ankam, landete Ulrich Weigang den rot-weißen Hubschrauber am Krankenhaus. Nach dem Aussteigen übernahmen Benedikt Alders und Magnus Poth zügig den 64-jährigen Mann, bereiteten den Erkrankten für den Lufttransport vor und luden ihn in die Maschine der DRF Luftrettung. Unverzüglich machten sich die Dortmunder Luftretter auf den Weg nach Münster. In der dortigen Uniklinik übergaben sie den 64-jährigen Infarktpatienten dann unmittelbar an das weiterbehandelnde Ärzteteam, das sofort die dringend benötigte ECMO-Therapie startete.

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