27.07.2018 | News-Bericht

Kampf um das Leben eines angefahrenen Fußgängers

  • Einsatz der Stuttgarter Luftretter: Ein Fußgänger wurde von einem Pkw erfasst.
    Einsatz der Stuttgarter Luftretter: Ein Fußgänger wurde von einem Pkw erfasst.

Kurz nach acht Uhr am Mittwochmorgen: Ein junger Mann überquert – bei Grünlicht, wie die Polizei später in ihrem Bericht festhalten wird – eine Fußgängerampel in einem Industriegebiet. Dieses befindet sich am Ortsrand von Schwieberdingen, westlich von Ludwigsburg gelegen. Zugleich befährt dort ein älteren Mann mit seinem Pkw die Straße in der 11.600-Einwohner-Gemeinde ortsauswärts. Dabei ereignet sich ein schwerer Unfall mit schlimmsten Folgen. „Vermutlich missachte er die für ihn ‚rot‘ zeigende Ampel, so dass er den Fußgänger erfasste und verletzte“, teilt die Polizei am Nachmittag des Unfalltages über den Hergang mit.

Tragischerweise sind die Verletzungen des jungen Mannes sogar lebensgefährlich. Neben Rettungswagen, Notarzteinsatzfahrzeug und Werksfeuerwehr eines angrenzenden Industrieunternehmens ruft die Rettungsleitstelle darum die DRF Luftrettung aus Stuttgart zur Hilfe.

„Wir wurden heute Morgen schon fünf Minuten vor unserem regulären Dienstbeginn angerufen und gefragt, ob wir einsatzklar sind. Da wir unsere Vorbereitungen bereits abgeschlossen hatten, konnten wir sofort los fliegen“, erklärt Pilot und Stationsleiter Thomas Roth nach dem Einsatz.

Nach der Alarmierung am Morgen brechen Pilot Thomas Roth, Hubschraubernotarzt Dr. Marcus Steffen und Notfallsanitäter Georg Berg ohne jede Verzögerung mit ihrer rot-weißen EC 145 auf. In nicht einmal zehn Minuten erreicht das Team von Christoph 51 den Unfallort, und Pilot Roth landet den Rettungshubschrauber routiniert nur wenige Meter weiter in einer Querstraße.

Notarzt Steffen und Notfallsanitäter Berg laufen unverzüglich zum Schwerverletzten und den bodengebundenen Rettungskräften, die mit der ersten Versorgung des Unfallopfers am Straßenrand bereits begonnen haben. Der Fußgänger hat eine offene Unterarmfraktur und ein schwerstes Schädel-Hirn-Trauma beim Zusammenprall mit dem PKW des mutmaßlichen Unfallverursachers erlitten. Das Trauma kann tödliche Folgen haben und muss in jedem Fall in einem Klinikum der Maximalversorgung, das als entsprechendes Traumazentrum zertifiziert ist, behandelt werden.

Doch vor dem Flug dorthin stabilisiert das medizinische Team von Christoph 51 den Zustand des Patienten zunächst. Er wird auf ein „Spineboard“ gelegt, eine spezielle Krankentrage, auf der der Mann mit vielen Gurten besonders gesichert werden kann. Auch „headblocks“ werden dem jungem Mann angelegt, die verhindern, dass der Kopf durch Bewegungen erschüttert oder in der Lage verändert wird. Zudem intubieren und beatmen die Retter den Fußgänger. Anschließend kann er in die EC 145 der DRF Luftrettung eingeladen werden.

Pilot Thomas Roth startet schnellstmöglich. Nur sechs Minuten später erreicht die Stuttgarter Crew das Klinikum Ludwigsburg, das die höchste Klassifizierung als Traumazentrum besitzt und wo die Spezialisten den Kampf um das Leben des Unfallopfers mit allen verfügbaren Mitteln sofort nach der Übernahme von der DRF Luftrettung fortführen.

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