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04.12.2017 | News-Bericht

Kleines Gerät warnt vor lebensbedrohlichem Kohlenmonoxid im Haus junger Patientin

  • Aus dem gemeldeten Astma-Einsatz wurde für die Luftretter unversehens ein ganz anderer Notfall. Symbolbild.
    Aus dem gemeldeten Astma-Einsatz wurde für die Luftretter unversehens ein ganz anderer Notfall. Symbolbild.

Wie wertvoll ein kleines Ausstattungsdetail im Einsatz sein, ja sogar den Verlauf der medizinischen Therapie beeinflussen kann, hat die Crew von Christoph 42 erst vor zwei Tagen erlebt. Am Notfallrucksack, den die Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter und Notärzte der DRF Luftrettung mit zu ihren Patienten nehmen, befindet sich außen ein kompaktes schwarzes Gerät: Es ist ein CO-Melder, der bei erhöhten Kohlenmonoxidwerten in der Luft Alarm schlägt und die Besatzungen, aber auch andere Menschen vor dem gefährlichen Gift schützt.

„Wir wurden mittags mit dem Stichwort ‚Asthmaanfall/Medikamente wirken nicht mehr‘ zu einem zehnjährigen Mädchen in Timmaspe gerufen“, berichtet Dietmar Hohnholz. Sofort nach der Alarmierung hebt der Pilot der Rendsburger Station der DRF Luftrettung gemeinsam mit Notfallsanitäterin Merve Schmidt und Notarzt Dr. Andreas Glück ab. Auf einem Sportplatz etwa 300 Meter vom Einfamilienhaus entfernt, in dem das Kind mit seinen Eltern wohnt, erwartet die örtliche Polizei beim Anflug der Luftretter bereits die Landung von Christoph 42. Dort setzt Dietmar Hohnholz kurze Zeit nach der Alarmierung die rote EC 145 auf. Sofort nach der Landung läuft Notarzt Glück zur Zehnjährigen.

Die junge Patientin ist Asthmatikerin. Ein Asthmaspray zur Linderung akuter Anfälle hat sie darum ständig in der Nähe. Doch als das Kind am Einsatztag über Atemnot klagt und es einsetzt, wirkt das Mittel nicht. Das Mädchen ist zunächst allein zu Hause, als es sich mit dem Spray zu helfen versucht. Einige Zeit darauf kehren die Eltern heim und finden ihre Tochter in bedrohlichem Zustand vor – sie alarmieren sofort den Rettungsdienst. Als erstes Rettungsmittel trifft Christoph 42 vor Ort ein.

„Bei der Ankunft fanden wir eine fast bewusstlose, nur noch träge reagierende Patientin vor“, schildert Hubschraubernotarzt Andreas Glück. Plötzlich schrillt außerdem der CO-Warnmelder am Notfallrucksack des Mediziners los: Im Haus herrscht eine gefährlich hohe Kohlenmonoxidkonzentration! Sofort werden alle Personen von der DRF Luftrettung aus dem Gebäude evakuiert. In einem inzwischen ebenso eingetroffenen Rettungswagen legt Dr. Glück der Zehnjährige einen venösen Zugang zur Gabe von Medikamenten und therapiert sie über eine Maske mit einer hohen Sauerstoffkonzentration.

„Unter dieser Therapie wurde die Patientin langsam wacher, und ihr Zustand stabilisierte sich“, erzählt Notfallsanitäterin Schmidt. Anschließend konnte das Mädchen zur Kinderklinik Neumünster gefahren werden, wo die dortigen Kinderärzte sich weiter um sie kümmerten.

"Wie wir hinterher von der Leitstelle noch erfahren haben“, fügt Pilot Dietmar Hohnholz an, „konnte die nachalarmierte Feuerwehr im Haus ebenfalls eine erhöhte Kohlenmonoxidkonzentration messen.“ Als Ursache für das lebensgefährliche CO-Gas in der Luft sei anschließend eine defekte Gaszentralheizung ausgemacht worden. Das Gas war auch der Grund für den ernsten Zustand des zehnjährigen Kindes und nicht sein Asthma.

„Dieser Einsatz zeigt einmal wieder, wie lebensrettend die vorhandenen CO-Melder sind“, unterstreicht Merve Schmidt.

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