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04.07.2017 | News-Bericht

Lebensgefahr nach Kollision mit Alleebaum

  • Wenn ein Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit mit einem Baum kollidiert, dann wirken enorme Kräfte auf die Insassen. Für die Rettungskräfte bedeutet dies, dass sie mit schwerverletzten Patienten rechnen müssen.
    Wenn ein Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit mit einem Baum kollidiert, dann wirken enorme Kräfte auf die Insassen. Für die Rettungskräfte bedeutet dies, dass sie mit schwerverletzten Patienten rechnen müssen.
  • Der Hubschrauber bringt den Notarzt und den Rettungsassistenten unschlagbar schnell zum Einsatzort. Auch wenn beim Transport des Patienten jede Minute zählt, hilft die Luftrettung wertvolle Zeit sparen.
    Der Hubschrauber bringt den Notarzt und den Rettungsassistenten unschlagbar schnell zum Einsatzort. Auch wenn beim Transport des Patienten jede Minute zählt, hilft die Luftrettung wertvolle Zeit sparen.

„Bei einem Unfall wirken gewaltige Kräfte auf den Körper", erklärt Dr. Christian Afflerbach, Leitender Hubschrauberarzt an der Dortmunder Station der DRF Luftrettung. „Wir sprechen in der Notfallmedizin dann von einem Hochrasanztrauma. Am Unfallort heißt das für uns, dass wir mit schwer verletzten Patienten rechnen müssen", so der erfahrene Notfallmediziner.

So auch vor kurzem in Recklinghausen: Die Meldung der Leitstelle lautete „Drei Personen, Mutter mit zwei Kindern, verletzt nach Kollision mit Alleebaum." Pilot Alwin Vollmer ließ die Triebwerke der rot-weißen BK 117 an und zog die Maschine in den Himmel über dem Dortmunder Flughafen. Rund zehn Minuten später kam schon der Einsatzort in Sicht und Alwin Vollmer setzte zur Landung auf einer angrenzenden Wiese an.

Bodengebundene Rettungskräfte hatten schon mit der Untersuchung und Versorgung der drei Unfallopfer begonnen. Die Unfallfahrerin und ihre Tochter waren nur leicht verletzt und konnten mit dem Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht werden, der elfjährige Sohn schwebte allerdings in Lebensgefahr. Dr. Afflerbach und Rettungsassistent Magnus Poth übernahmen die Versorgung des Kindes und schlossen ihn an die Überwachungsgeräte von Christoph Dortmund an.

Dr. Afflerbach macht deutlich, warum der erste Eindruck von einem Patienten unter Umständen täuschen kann: „Gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen sehen wir immer wieder das Phänomen der sogenannten Kompensation: Sie scheinen oberflächlich betrachtet in einem ganz guten Zustand zu sein, sind ansprechbar und orientiert. Doch unsere eingehenden Untersuchungen zeigen dann, dass sie bereits in Lebensgefahr schweben. Hintergrund ist, dass der Körper bei Verletzungen quasi in den Notfallmodus schaltet und versucht, so lange wie möglich alle Funktionen aufrecht zu erhalten. So war es auch bei dem Kind aus dem Unfallauto. Äußerlich waren nur einige Prellungen durch den Gurt an Bauch und Schulter zu sehen. Seine inneren Bauchverletzungen waren allerdings gravierend, sodass ein unverzüglicher Transport in ein Traumazentrum nötig war, um sein Leben zu retten."

So schloss die medizinische Crew von Christoph Dortmund alle Vorbereitungen für den Flug in das Knappschaftskrankenhaus Bergmannsheil in Gelsenkirchen Buer zügig ab und bald waren Luftretter und Patient unterwegs Richtung Südwesten. Am Krankenhaus angekommen übergaben Dr. Afflerbach und Magnus Poth den jungen Patienten dem schon vorinformierten Schockraumteam.

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