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26.06.2017 | News-Bericht

Letzte Rettung: Intensivtransport per Hubschrauber

  • Nach einem Herzinfarkt musste ein Patient schnellstmöglich in eine Spezialklinik transportiert werden. Innerhalb weniger Minuten war der Regensburger Intensivtransporthubschrauber vor Ort. (Symbolbild)
    Nach einem Herzinfarkt musste ein Patient schnellstmöglich in eine Spezialklinik transportiert werden. Innerhalb weniger Minuten war der Regensburger Intensivtransporthubschrauber vor Ort. (Symbolbild)

Sommerliche Hitze flimmert über dem Klinikum Deggendorf. Oberhalb des Donautals, eingerahmt von den Ausläufern des bayerischen Waldes, finden sich hier hoch moderne Intensivstationen. Umgeben von Monitoren, Beatmungsgeräten, Spritzenpumpen und dem regelmäßigen Piepsen und Brummen medizinischer Geräte kämpft hier ein älterer Mann um sein Leben. Nach einem schweren Herzinfarkt war es den Ärzten zunächst gelungen, seinen Zustand zu stabilisieren.

Doch plötzlich schrillt ein greller Alarmton durch die Intensivstation: Der Mann erleidet einen erneuten Herzinfarkt. Sofort eilen Pflegepersonal und Ärzte herbei und reanimieren den Patienten. Schwer beschädigt, ist sein Herz jetzt nicht mehr in der Lage, die Organe mit ausreichend Blut zu versorgen. „Als letzte Rettung sah das Klinikpersonal den Einbau einer Herz-Lungen-Maschine, der sogenannten ECMO, in seinen Blutzyklus“, berichtet Manfred Huber, Notfallsanitäter der DRF Luftrettung. Aber über ein solches Gerät verfügt nicht jede Klinik – die nächste befindet sich in Regensburg. In seinem aktuellen Zustand kann der Mann unmöglich bis dorthin transportiert werden. Die Herz-Lungen-Maschine muss zu ihm kommen – und zwar so schnell wie möglich. Deshalb ruft das Klinikum die Regensburger Besatzung der DRF Luftrettung zur Hilfe.

Innerhalb von wenigen Minuten nehmen Pilot und Stationsleiter Christian Hackl, Notarzt Dr. Christoph Lassen und Notfallsanitäter Manfred Huber einen Cardiotechniker des Universitätsklinikums Regensburg sowie die mobile ECMO an Bord des rot-weißen Hubschraubers auf und heben ab Richtung Deggendorf. Dort angekommen, wird der Patient sofort an die mobile Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, die nun die wesentlichen Funktionen des Herzens übernimmt. „Dadurch konnten wir einige hochdosierte Medikamente reduzieren und sein Zustand vorläufig stabilisieren“, berichtet Manfred Huber. Doch für die weitere Behandlung muss der Patient jetzt mitsamt der ECMO ins Universitätsklinikum Regensburg verlegt werden.

„Spätestens in diesem Moment zeigte sich der große Vorteil unseres Intensivtransporthubschraubers: Er ist eine perfekt ausgestattete, fliegende Intensivstation mit modernster Medizintechnik auf engstem Raum“, so der erfahrene Notfallsanitäter. Denn während des Transports muss der Patient permanent an die ECMO angeschlossen sein, mit Medikamenten in idealer Dosierung versorgt und mittels Blutdruckmessung und EKG überwacht werden. Zeitgleich arbeitet das Beatmungsgerät der DRF Luftrettung optimal mit der Herz-Lungen-Maschine zusammen.

Die bestmögliche Versorgung ist für den Mann überlebenswichtig: „Er befand sich immer noch in einem sehr kritischen Zustand. Um während des Transports mit dem Hubschrauber auf alles vorbereitet zu sein, klebten wir ihm vorsorglich die Elektroden des Defibrillators am Oberkörper an. Das erwies sich schon kurz darauf als goldrichtig“, erzählt Manfred Huber. Während des Fluges schlagen die Geräte der DRF Luftrettung auf einmal erneut Alarm: Der Patient erleidet Kammerflimmern. Sofort aktiviert Dr. Christoph Lassen, der Notarzt der DRF Luftrettung, den Defibrillator. Mit kurzen Elektroschocks gelingt es ihm, den Herzrhythmus des Mannes wieder zu normalisieren. Kurz darauf landet Pilot Christian Hackl an der Universitätsklinik Regensburg und die Besatzung übergibt den Mann in stabilem Zustand zur weiteren Behandlung an das Klinikpersonal. Einmal mehr zeigte sich: „Für Einsätze, bei denen ein Menschenleben von modernster Medizintechnik und zugleich von einem schnellen Transportmittel abhängt, sind die Intensivtransporthubschrauber der DRF Luftrettung unverzichtbar“, so Manfred Huber.

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