28.07.2019 | News-Bericht

Luft-Transport unter laufender Reanimation

  • Das Team der DRF Luftrettung trifft nach wenigen Minuten an der Unfallstelle ein.
    Das Team der DRF Luftrettung trifft nach wenigen Minuten an der Unfallstelle ein.
  • Bei einem Auffahrunfall auf der A 9 bei Pfaffenhofen wird der 35-jährige Fahrer eines Kleintransporters schwer verletzt.
    Bei einem Auffahrunfall auf der A 9 bei Pfaffenhofen wird der 35-jährige Fahrer eines Kleintransporters schwer verletzt.
  • Unter laufender Reanimation fliegt das Team von Christoph München den Patienten in die Klinik.
    Unter laufender Reanimation fliegt das Team von Christoph München den Patienten in die Klinik.

Immer wieder sind es schwere Auffahrunfälle auf Autobahnen, bei denen Verkehrsteilnehmer – zuweilen lebensbedrohliche – Verletzungen erleiden. Ein solches Unglück ist Mitte der Woche Grund für einen Einsatz von Christoph München auf der A 9 bei Pfaffenhofen: Zwischen dem Dreieck Holledau und der südlich gelegenen Anschlussstelle Allershausen ist ein etwa 35-Jähriger mit einem Kleintransporter gegen sechs Uhr in der Früh in Richtung München unterwegs. Gut zwei Kilometer jenseits der Ausfahrt zur Kreisstadt an der Ilm kommt es zu einem Stau auf der Autobahn 9. An dessen Ende hält ein Sattelzug an – auf den der Fahrer des Transporters aus zunächst ungeklärter Ursache auffährt.

Bei diesem Aufprall wird das Fahrzeug völlig deformiert, der 35-Jährige eingeklemmt und schwerst verletzt. Die Rettungsleitstelle beordert deswegen neben der DRF Luftrettung aus der Landeshauptstadt auch mehrere bodengebundene Rettungsdienste, die Polizei und ebenso die Feuerwehr zum Unglücksort. Die Wehr muss den Mann zunächst mit hydraulischem Gerät aus den Trümmern befreien.

Nach kurzer Flugzeit treffen die Piloten Carsten Strahlendorff und Peter Unterburger sowie Hubschraubernotarzt Dr. Anton Friedmann und Notfallsanitäter Franz Trebo mit ihrer rot-weißen H 145 an der Unfallstelle ein und landen wenige Meter von dem Transporter entfernt auf der Fahrbahn. Das medizinische Team von Christoph München untersucht und versorgt den Transporter-Fahrer sofort danach gemeinsam mit bodengebundenen Kollegen: Dem Patienten geht es sehr schlecht, er hat eine lebensbedrohliche Mehrfachverletzung bei dem Zwischenfall erlitten. Sein Herz-Kreislaufsystem bricht zusammen, er muss reanimiert werden.

Auch auf dem anschließenden Weg ins Klinikum Ingolstadt erfordert der Zustand des Schwerstverletzten zwingend die unterbrechungsfreie Fortsetzung der Wiederbelebung. Deswegen legen ihm Anton Friedmann und Franz Trebo vor dem Abflug eine sogenannte „mechanische Reanimationshilfe“ an – ein neues Gerät, das die Herz-Druck-Massage während des gesamten Transports automatisch weiterführt und das seit kurzem – dank zahlreicher Spenden – zur Ausstattung von Christoph München zählt.

So vorbereitet, fliegt das Team der DRF Luftrettung den Patienten unter laufender Reanimation in nur zwölf Minuten ins Klinikum und übergibt ihn den dortigen Ärzten. Die setzen den Kampf um das Leben des Verunglückten unverzüglich fort.

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Mehr zur Station:

Dr. Peter Huber (Vorstand DRF Luftrettung) und Joachim Herrmann (Innenminister Bayern) im Gespräch mit Notarzt Dr. Andreas Beyer, Pilot Sascha Netzer und Notfallsanitäter Andreas Adams (v.li.n.re.). Quelle: DRF Luftrettung / LMU-Klinikum
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