08.03.2018 | Hintergrund

Luft zum Leben

  • Künstliche Beatmung muss so behutsam wie möglich erfolgen.
    Künstliche Beatmung muss so behutsam wie möglich erfolgen.

Jeden Tag atmen wir unzählige Male, ohne dass wir uns Gedanken darüber machen. Setzt die Atmung jedoch aus, werden unsere Organe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Schon nach wenigen Minuten wird die Atemnot lebensbedrohlich. Schwere Erkrankungen oder Unfälle führen beispielsweise dazu, dass unsere eigene Atmung nicht mehr ausreicht. Jetzt kann modernste Medizintechnik das Atmen leichter machen und sogar  Leben retten. Mit einem Besuch bei unserem Fachbereich Medizin bringen wir Ihnen dieses spannende Thema näher.

Wie wir atmen

„Atmung ist Leben, man kann sie nicht auf später verschieben“, bringt Dr. Jörg Braun, Leiter des Fachbereichs Medizin, das Thema auf den Punkt. Eigentlich ist die Atmung ein ganz automatischer Prozess: Durch Atemmuskeln, welche durch das Gehirn gesteuer werden, bewegt sich unsere Lunge. Der wichtigste Atemmuskel ist das Zwerchfell. Bewegt es sich nach unten, so saugt die Lunge Luft und damit Sauerstoff ein. Durch unsere Organe wird der eingeatmete Sauerstoff wieder verbraucht. Dabei entsteht Kohlendioxid, welches über die Lunge ausgeatmet wird. Bei einem Atemstillstand verbleibt das Kohlendioxid als Schadstoff im Körper, den Organen fehlt der Sauerstoff für ihre lebenswichtige Arbeit. Kurze Zeit später hört das Herz auf zu schlagen, es kommt zu einem Kreislaufstillstand. Jede Sekunde zählt.

Besonders wichtig: eine schonende Beatmung

Bei der künstlichen Beatmung von Patienten ist vieles zu beachten. Das Beatmungsgerät muss deshalb modernste Technik zum Schutz des Patienten vorweisen. Doch das alleine genügt nicht. Dr. Jörg Braun erläutert: „Künstliche Beatmung ist  immer nur die zweitbeste Lösung für uns Menschen. Besser ist natürlich die Eigenatmung. Die Beatmung sollte deshalb so kurz und behutsam wie möglich erfolgen.“ Und genau das ist der Vorteil von Intensiv-Beatmungsgeräten wie einem Hamilton-T1: die schonende Beatmung. „Die sogenannte druckkontrollierte Beatmung ist die heute am häufigsten angewandte Beatmungsform“, so Dr. Jörg Braun. Sie arbeitet mit zwei Druckniveaus, welche individuell eingestellt werden können. „Das heißt, es wird nicht ein erzwungenes Volumen in die Lunge hineingepresst.“

Ein weiterer Vorteil von Intensiv-Beatmungsgeräten wie dem Hamilton-T1: Das turbinengetriebene Intensiv-Beatmungsgerät kann auch ohne Sauerstoffzufuhr den Luftdruck in der Lunge aufrechterhalten und weiter arbeiten. So wird auch beim Wechsel der Sauerstoffzufuhr die Beatmung optimal fortgeführt. „Das kann zum Beispiel entscheidend sein, wenn die Sauerstofflasche am Gerät während einer Beatmung gewechselt werden muss.“ Das Hamilton-T1 ist außerdem für alle Arten der invasiven und der nicht-invasiven Beatmung ideal geeignet. Das klingt gut – aber was heißt das eigentlich?  

Medizinische Fachsprache einfach erklärt

„Invasiv bedeutet ‚eingreifend‘ oder ‚eindringend‘“, erläutert Dr. Jörg Braun. Bei einer invasiven Beatmung wird eine Art Schlauch über den Mund in die Luftröhre des Patienten eingeführt. „Diese Methode ist die am häufigsten eingesetzte lebensrettende Maßnahme bei der Versorgung von Patienten mit schwerem Lungenversagen“, so Dr. Jörg Braun.

Die nicht-invasive Beatmung hingegen erfolgt mittels einer Atemmaske über den Mund. Die nicht-invasive Beatmungstechnik kann insbesondere dann bei Patienten angewandt werden, wenn dieser wach ist, jedoch infolge einer Lungenerkrankung wie z.B. einem akuten Asthmaanfall nicht genug Luft bekommt und eine Unterstützung der Atmung benötigt. Die modernen Geräte helfen bei der spontanen Atmung, damit der Patient mehr Luft und somit Sauerstoff bekommt. Eine Narkose und somit eine langer Krankenhausaufenthalt kann hierdurch oft vermieden werden.

 „Geräte – wie das Hamilton-T1 – unterstützen unsere Besatzungen bei ihrer lebensrettenden Arbeit perfekt. Deshalb benötigen wir dringend weitere dieser hochmoderne Intensiv-Beatmungsgeräte und haben dafür eine Spendenaktion ins Leben gerufen“, so Dr. Jörg Braun.