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07.12.2014 | News-Bericht

Lungenversagen durch Infektion – Ein Einsatz für Christoph Niedersachsen

Es ist der Vormittag des 20. Novembers, an der Hannoveraner Station der DRF Luftrettung erfassen Pilot Udo Laux, Notarzt Dr. Hans-Peter Reiffen und Rettungsassistent Nils Dräger gerade die bereits geleisteten Einsätze. Über 800-mal wird der am Flughafen stationierte Hubschrauber des Typs EC 145 durchschnittlich im Jahr alarmiert. Rund 70 Prozent davon sind Transporte schwerkranker Patienten zwischen Kliniken.

Viele dieser Transporte sind höchst anspruchsvoll, weil eine besondere Versorgung der Intensivpatienten notwendig ist. So auch bei einem 33-jährigen Mann, der an diesem Donnerstagvormittag Grund der nächsten Alarmierung ist, die an der Station in Hannover eingeht. Erst am vorhergehenden Abend hatte er sich noch in der Klinik vorgestellt, weil seine Spenderlunge ihm Sorgen bereitete. Plötzlich verschlechterte sich sein Zustand so rapide, dass er ins künstliche Koma versetzt und beatmet werden musste, starke Medikamente unterstützen seinen Kreislauf, der zusammenzubrechen droht. Seine Lunge kann ihrer Aufgabe immer weniger gerecht werden. Um sein Leben zu retten, muss er schnellstmöglich an eine künstliche Lunge angeschlossen werden.

Die Besatzung eilt zum Hubschrauber, Pilot Udo Laux lässt die Triebwerke an. Alle Konzentration gilt dem anstehenden Einsatz. Rettungsassistent Nils Dräger unterstützt gemäß seiner Doppelfunktion als HEMS Crew Member den Piloten bei der Navigation. Später wird er zusammen mit Dr. Reiffen den Patienten versorgen. Der Notarzt sichtet unterdessen die von der Zentralen Koordinierungsstelle übermittelten Informationen und geht bereits während des Flugs gedanklich alle Schritte der Patientenübernahme im Osnabrücker Krankenhaus durch.

Vor Ort läuft alles reibungslos, die Luftretter und das Krankenhauspersonal arbeiten Hand in Hand. Die Zeit drängt, je schneller Besatzung und Patient in der Luft und auf dem Weg nach Hannover sind, desto besser. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), ein Zentrum der Transplantationsmedizin, ist das Ziel des Transports. Dort erwartet man den Patienten bereits, die notwendige Lungenersatzmaschine steht bereit.

Während des Flugs trägt die Besatzung der DRF Luftrettung einen Mundschutz und einen Einwegschutzanzug. „Beides dient dem Selbstschutz und ist vorgeschrieben, wenn ein MRSA-Patient transportiert wird“, erläutert Pilot Udo Laux. MRSA sind Bakterien, die gegen die meisten Antibiotika resistent sind. Für den gesunden Menschen sind sie in der Regel ungefährlich. Wenn sie jedoch durch Wunden oder Schleimhäute in den Körper gelangen, können sie eine Infektion auslösen. Wie bei dem 33-jährigen Patienten, für den diese Infektion lebensbedrohlich ist. Im Hubschrauber wird der intubierte Patient während des Flugs beatmet, sein Kreislauf wird überwacht.

Nach der Ankunft erfolgt die Übergabe an die Spezialisten der MHH. Während diese den Patienten an die Lungenersatzmaschine anschließen, kehrt die Besatzung der DRF Luftrettung an die Station zurück. „Da der Keim für andere Patienten gefährlich sein kein, mussten wir zunächst den Hubschrauber und unsere Ausrüstung umfassend desinfizieren“, sagt Udo Laux. „Doch kurz darauf waren wir wieder einsatzbereit.“ 

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